Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Arno Baumgärtel: Plusquamperfekt

Als Lateiner könnte ich was über das Plusquamperfekt sagen, das Perfekt im Unterschied zum Imperfekt. Das alles kam auch im Deutschunterricht nicht zu knapp vor. Ich lasse das aber. Erschwerend kommt hinzu, dass ja die säuberliche Trennung der Tempi wie im Schriftlatein bei Sprachen mit viel Idiomatiken zum guten Teil sinnlos ist. Das Verhältnis ungefähr wie digital zu analog. Und vom hessischen Genitiv haben wir noch gar nicht gesprochen.

Ich weiß nicht, was Ihr Grammatikehrer empfähle, aber Mittelhochdeutsch, da habe ich was für Sie (welche Werbung war das noch gleich?):

Ich sih die liehte heide in gruner varwe stan
dar suln wir alle gahen,
die sumerzit enphahen…*

Aus den Carmina Burana und als Zitat aus dem Roman „Ubik“ des geschätzten Autors Philip K. Dick. Hier geht’s um den Sommer und wie blöd der Winter ist. Und ein Stück weit, denke ich, auch der progressive Alttag. (Arno Baumgärtel/Gießen)

* Im Zusammenhang:

Ich wil den sumer gruzen, | Ich will den Sommer grüssen,
so ih besten chan, | wie ich am besten kann,
der winder hat mir hiure | der Winter hat mir heuer
leiden vil getan, | Leides viel getan,
des wil ich in rufen | deswegen will ich ihn rufen
in der vrowen ban. | in der Dame Bann.
Ich sih die liehte heide | Ich sehe die lichte Heide
in gruner varwe stan, | in grüner Farbe stehen,
dar suln wir alle gahen, | dahin sollen wir alle gehen,
die sumerzit enphahen; | die Sommerzeit empfangen;
des tanzes ich beginnen sol, | des Tanzes ich beginnen soll,
wil ez iu niht versmahen. |will es euch nicht verschmähen.

Veröffentlicht von gw am 21. November 2019 .
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Dr. Sylvia Börgens: MMK

Über Ihre Erlebnisse im Museum für Moderne Kunst Frankfurt musste ich kichern. Die literarische Beschreibung davon ist natürlich „Des Kaisers neue Kleider“: https://maerchen.com/andersen/des-kaisers-neue-kleider.php: „Er hat ja gar nichts an!“ –
Überhaupt nicht kichernswürdig ist natürlich, dass die Kunstwerke „Looking for something that has already found you – The Invisible Push“ und „Pieces“ GELD gekostet haben, das an anderer Stelle jetzt fehlt. (Dr. Sylvia Börgens/Geisenheim)

Veröffentlicht von gw am 21. November 2019 .
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Andreas Kautz: Freiburg – Eintracht und Liverpool – ManCity


Unsere Gedanken beim Zappen zwischen den beiden Spielen, beim gw Fanclubtreffen im Hause Thomas Hübner.

 

Sind das 2 verschiedene Sportarten ?

 

Wird Streich zuerst Bundespräsident oder gleich Papst ? (Andreas Kautz/Florstadt)

 

 

Veröffentlicht von gw am 14. November 2019 .
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Arno Baumgärtel: Scheinwerfer

… und ich dachte immer, nur Karl-Heinz Heimann hätte den „Scheinwerfer“ gedreht (für die Nachgeborenen: In der Zeitschrift „Kicker“). Anscheinend nicht.

Ich finde ja Ihre Einlassungen über den Alltag des Zeitungsredakteurs im Bleizeitalter, wo Metteure  noch Macht hatten,  wesentlich interessanter als diese 70 Jahre alte Fundsache.

„…als wäre es höchste Zeit, daß man diesem Treiben, das unseren Fußballsport so in Mißkredit bringt, rasch ein Ende setzt.“ Immer ist da eine Unterströmung, die einen idyllischen bzw. „naturgegebenen“ Urzustand beschwört, als alles noch in Butter war und wohin es lohnte zurückzukehren. Wunschdenken, konservative Kulturkritik.

Die zunehmende Kommerzialisierung des Sport und hier des Fußballs zu beklagen, ist wohlfeil. Dabei war Deutschland zu dem Zeitunkt ja noch gar nicht richtig betroffen, unmittelbar nach dem Krieg. Die Bundesliga entstand erst 1963, gerade aus dem Gedanken heraus, den deutschen Fußball wettbewerbsfähiger zu machen, letztlich auch über den Profistatus. Andere Länder waren da schon weiter. Ja, früher war alles anders, aber keinesfalls besser.  Immerhin, ohne diesen Artikel auch meine Zuschrift nicht. (Arno Baumgärtel/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 8. November 2019 .
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Arno Baumgärtel: Apokalypse now, pay later

Heute Vormittag die Tagesschau-Schlagzeile: „Bolivien: Lithiumprojekt mit deutscher Firma gestoppt“. Das Lithium wird für Batterien – Autobatterien – gebraucht.

Die Apokalypse ist schon lange eingetreten. Wahrscheinlich haben die „Rebellen gegen das Aussterben“ es bloß nicht mitbekommen, weil sie leider sehr spät geboren wurden und Seminare über Internationalismus und politische Ökonomie nicht mehr en vogue sind. Fragezeichen. Alles weit weg von uns, die wir frische Luft und sauberes Wasser bevorzugen ebenso wie freie Fahrt für freie Bürger. Wohin wird der Plastikmüll exportiert? Auseinandersetzungen über den Abbau von raren Elementen wie Lithium sind nur der Anfang vom Ende des schönen E-Autozeitalters. Hauptsache, die Autoindustrie kann ihr Geschäftsmodell des Individualverkehrs und flankiert von der Politik aufrecht erhalten. Den Ärger mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen und den Dreck bei der Herstellung haben ja andere.

Wenn einmal ein gewisser Sättigungsgrad bei der Verbreitung von E-Fahrzeugen erreicht ist, sehe ich zigtausende Pendler wie Urlauber (trotz oder wegen Klimawandel) im dunklen, kalten deutschen Winter auf Autobahnen und Landstraßen liegen geblieben, weil sie a) die Kapazität ihrer Batterien falsch eingeschätzt haben und/oder b) weil die Ladeinfrastruktur mit der Anzahl der Gefährte nicht mithalten kann und stundenlanges Warten an Tankstellen zur Folge hat.

Ganz abgesehen von so handfesten Problemen bin ich nicht so sicher, dass „Nachhaltigkeit“ dasselbe bedeutet wie das Perpetuum mobile zu erfinden. Apocalypse now, pay later! (Arno Baumgärtel/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 6. November 2019 .
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