Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Paul-Ulrich Lenz: Reaktion auf das Gardosch-Zitat

Eine Reaktion auf ihr Zitat von Peter Johann Gardosch, »Ich glaube, dass Antisemitismus, seit diese Sache mit Jesus schiefgegangen ist, in der Gesellschaft verhaftet ist wie Diebstahl oder Sexualverbrechen oder Steuerhinterziehung, man wird ihn nicht los.«

Der Antisemitismus ist doch erheblich älter. Er hängt auch nicht mit der Sache mit Jesus zusammen, auch wenn die Nazis sich gerne die Parole von den „Christus-Mördern“ für ihre Untaten zu eigen gemacht haben. Sie haben auch schreckliche Sätze von Martin Luther zur eigenen Legitimation genützt.

Dass der Antisemitismus älter ist – ein Beleg unter vielen:

„Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Josef  und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Israeliten ist mehr und stärker als wir. … Aber je mehr sie das Volk bedrückten, desto stärker mehrte es sich und breitete sich aus. Und es kam sie ein Grauen an vor den Israeliten. Da zwangen die Ägypter die Israeliten mit Gewalt zum Dienst und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit mancherlei Frondienst auf dem Felde, mit all ihrer Arbeit, die sie ihnen mit Gewalt auferlegten.“(2. Mose 1) Das ist das Programm:Lösung der Judenfrage durch Arbeit. Dem folgt die brutale Gewalt: alle jüdischen Jungen in den Nil.

Mir scheint, es gibt eine Wurzel des Antisemitismus: Dieses Volk, das aus einem versprengter Haufen von Hebräern hervorgeht, widersteht allen anderen Mächten. Es ordnet sich nicht unter, es passt sich nicht an. Es grenzt sich – manchmal sehr scharf – ab von den anderen Völkern in der Region. Und es übersteht alle Niederlagen und Katastrophen. Wo andere Völker untergehen, geht der Weg Israels weiter. Es besteht auf seinem Weg als dem Weg, auf den es Gott führt. Was für eine Provokation: Wir stehen unter der Obhut Gottes. Wir sind sein Volk. Und er, der Ewige, sorgt um uns. Für uns.

Wer die Hebräische Bibel, das Alte Testament der Christen, aufmerksam liest, der sieht, dass es eine frühe Feindschaft gegen Israel gibt, die sich bis hin zu Vernichtungsprogrammen steigern kann. Und sie sind dennoch immer noch da.

Als Friedrich der Große von Preußen (1712 – 1786) seinen General Hans Joachim von Ziethen einmal fragte, ob er ihm einen Beweis für die Existenz Gottes nennen könne, antwortete Zieten: „Majestät – die Juden“. Tatsächlich ist das Volk der Juden einzigartig in der Geschichte der Menschheit.

Es ist die bleibende Provokation durch die schiere Existenz, die dieses Volk auslöst: Weil sie da sind, werden sie gehasst. Weil sie sich als das Eigentumsvolk Gottes glauben, werden sie gehasst. Dieser Hass zieht unterschiedliche Kleider an, aber er hat fast immer in der Tiefe den einen Grund: Es darf nicht sein, dass sie der Augapfel Gottes sind – sein geliebtes Volk. Das nimmt man ihnen übel und auch diesem seltsamen Gott.(Paul-Ulrich Lenz, Pfarrer im Ruhestand, Schotten)

 

Veröffentlicht von gw am 9. Februar 2020 .
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Arno Baumgärtel: Rallye zur IAA

Ich hätte einen Nachklapp auf zwei miteinander verwandte Meldungen: Die Internationale Automobilausstellung (IAA), die sich gerade aus Frankfurt verabschiedet hat, sucht zwar offiziell noch einen Standort, hat sich aber insgeheim nicht auf München, nicht auf Berlin oder Hamburg, sondern auf – täfftä! – Monte Carlo festgelegt. Den Auftakt bildet die Wiederbelebung der klassischen Rallye dorthin, nunmehr aber mit Start in Frankfurt (nicht Bad Homburg) als ständiges Memento: ‚Bäh, das habt ihr jetzt davon!‘

Außer der üblichen Fahrzeugbeschau im Hafen von Monte Carlo werden Schönheits- und Nachhaltigkeitswettbewerbe auf den drei Corniches zwischen Nizza und Menton ausgetragen: unten die E-Autos mit einer Gleichmäßigkeits-Shuttlefahrten hin und zurück, in der mittleren die Hybride (vielleicht als Stockcar-Wettbewerb) und ganz oben die Luxuskarossen und Flugautos, mit denen Yachtbesitzer umweltschonend von ihren Booten anreisen können.

Die traditionelle „Nacht der langen Messer“ wird nur noch virtuell im Casino (wo sonst?) veranstaltet. Der VDA verspricht gegen einen Höchsteinsatz beim Roulettespiel die baldige Verlagerung der IAA in andere Städte. Zu der kommt es natürlich nie, weil die Kugel immer woanders hinrollt. Die hessische Umweltlotterie „genau“ ist Werbepartner. (Arno Baumgärtel/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 1. Februar 2020 .
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Arno Baumgärtel: Wer ist wichtiger?

Greta – und Meta?

Trump regiert die USA (oder doch nicht?), jedenfalls der Trumpismus tut es. Und ich frage mich, was tut Greta? Ist sie hauptberufliche Klimawarnerin? Hat sie mit dem, was sie tut, ein Auskommen (vermute es)? Ist Greta von der Schulpflicht befreit? Gibt es in Schweden so was überhaupt? Haben die Eltern eine Entschuldigung geschrieben? Schließlich und endlich, wann kommt nach der „Katwarn-“ die „Klimwarn-App“? Wie, noch kein Startup dafür entstanden? Ts…

Ihre Frage, wer wichtiger ist für die Welt, beantwortet sich so: Wer wirklich wichtig ist, Blackrock zum Beispiel, lässt sich zzt. mit Greta sehen und/oder führt ihren (Meta-) Diskurs im Mund. Und: Ich finde Greta gut, in der Zeitung, im Fernsehen, im Radio, kein Problem. (Arno Baumgärtel/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 24. Januar 2020 .
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Prof. Peter Schubert: Abschied von „Wer bin ich?“

Abschied von „Wer bin ich?“; dies nun auch schwarz auf weiß in meiner Wetterauer Zeitung bestätigt zu finden, das ist Anlass herzlich zu danken für eine Herausforderung, die ich selten einmal ganz unmittelbar auf Wissen gestützt oder durch systematisches Vorgehen bewältigt habe, die aber versprach, über gewundene und auch falsche Wege unverhofft doch auf eine Lösung zu stoßen. Kurz: „Wer bin ich?“ immer wieder eine Modellsituation für Problemlösungswege.
Oder lieber einfach gesagt: eine vergnügliche Herausforderung, auf die ich nun leider verzichten muss; bliebe nur, wenn jetzt nicht mehr nach anderen gefragt wird, „Wer bin ich?“ immer mal wieder für sich selbst zu beantworten.

Verzichten muss ich aber hoffentlich noch lange nicht auf Ihre ‚anstoß’gebenden, frühstücksabrundenden Texte. (Prof. Peter Schubert/Friedberg)

Veröffentlicht von gw am 12. Januar 2020 .
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Dr. Sylvia Börgens: WBI-Erinnerungen

Keine Sentimentalitäten, nur ein paar Erinnerungen:

1990 beteiligte ich mich, damals „junge Mutter“ eines Dreijährigen und eines neugeborenen Mädchens, erstmals an einem Rätsel von Ihnen anlässlich der Fußball-WM in Italien; das über mehrere Runden zu ermittelnde Lösungswort hieß CALCIO. Ich gewann einen von zehn Bildbänden über die damals neuen östlichen Bundesländer. Jetzt werden wir in zwei Monaten unsere Tochter in Potsdam zu ihrem 30. Geburtstag besuchen…
Die erste zu ratende Person bei WBI war Ottmar Walter, ziemlich einfach, es gab viele Einsendungen. Den gab’s dann gegen Ende noch mal, das einzige Mal in den letzten Jahren, dass ich mich beteiligte; aber das war vielleicht ein Versehen von Ihnen?
Die zweite „Person“ war Halla. Da saß ich im Zug nach Mainz zu einer Fortbildung, grübelte über diese verflixte Reiterin, bis ich eine plötzliche Eingebung hatte: Nicht der Mensch, sondern das Tier war gefragt! Ich musste laut lachen und erntete irritierte Blicke meiner Mitreisenden.
Als ich haarscharf an der richtigen Lösung Gunter Thiersch vorbeischrammte, habe ich mich so geärgert, dass ich mich in mein „künstliches Gebiss gesetzt hätte, wenn ich eines hätte“.
Ihre Hinweise auf sängerische Ambitionen der gesuchten Sportler brachte mich auf allerhand kuriose bis peinliche Produktionen der Betreffenden, z.B. „Und Amor läuft mit“ von Carl Kaufmann „…mich lacht die Liebe an, selbst in Teheran!“ – au weia.
Die nicht seltenen Ausflüge in die Mythologie weckten besonders meinen Ehrgeiz. Ihre Erwähnung der Peloponnes erinnerte mich an folgendes: Bei einem Urlaub am Bodensee hatte ich mich so verbissen, dass ich ab halb sechs in der Frühe grübelte. Und wieder stieg irgendwo aus Hinterstübchen meines Gedächtnisses die Lösung, die ich in Gedichtform brachte:
„Im Wagenrennen zu betrügen/ mit Rossen, die gen Himmel fliegen,/und Oinomaos zu besiegen,/ war wohl dem Pelops einst gelungen./ Den Myrtilos, den er gedungen/ als des anderen Chauffeur,/ warf er bei Geraistos ins Meer./ Sein Vater, auch von schlechten Sitten,/ hatt‘ ihn in Stücke einst geschnitten/ und so der Götterschar serviert./ Die ham den Schaden repariert/ und ihn verbannt zum Tartaros,/ wo er sich quält, der Tantalos./ Die Gegend dieser Schauersage/ heißt Peloponnes bis heutzutage.“ Danach habe ich Brötchen geholt. (Dr. Sylvia Börgens/Geisenheim)

Veröffentlicht von gw am 12. Januar 2020 .
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