Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Dr. Raymund Geis: Chor der Medien, Betonbodenausstemmen und Brot mit Fondor

  • Ein kurzer Rückpfiff: mich erstaunte, dass der Chor der Medien und Experten die Nations League vorher klingen ließ wie überflüssig, belanglos, wertlos, niemand würde sie vermissen, wenn es sie nicht gäbe, Überfrachtung und inflationäre Entwicklung von Wettbewerben etc.  Und siehe da: nach dem schlechten Abschneiden von „die Mannschaft“ ist sie doch so von Wert, dass Jogi rauf und runter zerrissen und um Rücktritt gebeten wird. Also ein nicht belangloser Bedeutungswandel!
  • Stephen Bunting zu Garri Kasparov wie Paul Gascoigne zu J.B.Kerner. Ich habe Anfang der 70er in Graz in meinem Lieblings-Café alte Männer beobachtet, Schach spielend, Zigarre schmauchend, vor sich ein Glas Bier mit Bierwärmer „herinnen“. Auch ein Kneipensport. I.ü. lache ich heute nicht mehr über die Sinnhaftigkeit, Bier aufzuwärmen; ich mache es trotzdem – noch – nicht.
  • „Ich bin der Welt abhanden gekommen…“ von Fr. Rückert hat mich beeindruckt, auch die Mahlervertonung, gesungen von Elisabeth Schwarzkopf oder Magdalena Koženà (Ehefrau von Simon Rattle). Ich schaue kaum noch Fußball, wohl eine Übersättigung auch mit belanglosen Spielen; Osthalle: ist mir viel zu laut, das ewige Getrommel unabhängig von den Aktionen, die gerade ablaufen; Krimis und Filme: zu viel Genuschel (Obernuscheler aus Heuchelheim), Handlung zu schnell, laufend hohe nervige Töne wie von einer Glasharfe oder Kreissäge (das ist seit einiger Zeit wohl in fast allen Genres Mode geworden). Eine Freundin sagte neulich zu mir: „Wenn ich abends aus der Apotheke heimkomme, nur noch essen, Tierfilm und dann schlafen.“  Nein, ich bin nicht verdrießlich, nur (über-?)empfindlich. Als ich neulich bei einem Nachbarn klingelte, er möge das Betonbodenausstemmen am Sonntag bitte unterlassen, meinte er nur, ich sei wohl ein bißchen überempfindlich; wahrscheinlich hatte er recht, nach monatelangen lärmenden Arbeiten in 2 Nachbarhäusern und einem fast täglich Holz zerkreissägenden, ansonsten lieben Nachbarn – macht die Terrassengenüsse im Sommer nur mit Wein erträglich.
  • Viele Reiche und Prominente scheinen mir auch übersättigt auf andere Weise und fahren sich deshalb hoch und runter mit diversen Mittelchen, z.B. Koks. Als Junge habe ich Koks geliebt: ich durfte selbigen meiner Oma mehrmals wöchentlich aus dem Keller in den gefühlt zehnten Stock raufholen (es waren, glaube ich 5). So, der musste mal sein!  Belohnung immerhin: Brot mit Fondor drauf und Illustrierte lesen mit Bildern, die dem pubertierenden Knaben das Herz aufgehen ließ.
  • Zu Trump: nichts, nach gestern gar nichts! (Dr. Raymund Geis/Reiskirchen)

 

Veröffentlicht von gw am 8. Januar 2021 .
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Paul-Ulrich Lenz: Schlimmer als Sie es sich je vorgestellt haben werden (zu Trump-Bashing und Gewissensfragen)

Seit gestern dürfen Sie sich für alle herablassenden Äußerungen über den derzeitigen Noch-Präsidenten der USA gerechtfertigt fühlen. Er ist noch schlimmer als Sie es sich je vorgestellt haben werden. Persönliche Integrität als Grundvoraussetzung für einen Politiker, eine Politikerin – das ist eine Minimal-Forderung. An der ist Herr Trump schmählich gescheitert. Ich hoffe sehr, dass auch die treuen Gefolgsleute aus dem amerikanischen Bible-Belt jetzt endlich sehen, wem sie da aufgesessen sind.

Und: es ist schon so, dass man blöd dastehen kann, wenn man mit  falschen Gewichten hantiert. Ein Bäcker bezog vom Bauern Butter und der Bauer vom Bäcker Brot. Nun schien es dem Bäcker, als ob die Butterstücke, die vom Bauern kamen, immer leichter würden. Die Waage gab ihm recht und er verklagte den Bauern. „Ihre Butterstücke sollen nicht das erforderliche Gewicht haben“, sagte der Richter zum Bauern, „sie sollen je drei Pfund wiegen, aber sie wiegen weniger.“ „Ausgeschlossen“, sagt der Bauer. „Ich wiege sie doch jedes mal nach. . „Stimmen die Gewichte Ihrer Waage vielleicht nicht?“ fragt der Richter. Der Bauer war erstaunt: „Gewichte? Die habe ich nicht.“ Aber wie wiegen Sie denn Ihre Butter? „Sehen Sie, Herr Richter, ich kriege mein Brot vom Bäcker und so ein Laib wiegt drei Pfund. Also lege ich auf die eine Seite der Waage einen Laib Brot und auf die andere Seite meine Butter und balanciere die Waage aus.“ Sprach’s und zog einen Laib Brot des Bäckers hervor. Der Richter wog nach – die Butter war aufs Haar genauso schwer wie das Brot. Der Richter lachte, der Bauer lächelte, der Bäcker tobte. (Paul-Ulrich Lenz, Pfarrer im Ruhestand/Schotten)

Veröffentlicht von gw am 7. Januar 2021 .
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Dirk Becker: „Trump-Bashing“ entspricht nicht Ihrem Niveau

Als langjähriger Leser Ihrer Kolumnen, darf ich Ihnen Dank für die interessante Themenmixtur und Ihre teilweise Ironie aussprechen. Öfter habe ich auch in 2020 geschmunzelt und mich immer auf Ihre Texte gefreut!
Dabei wird es hoffentlich noch lange bleiben!

Allerdings darf ich Ihnen eine Rückmeldung zum letzten Anstoß geben.
Sie sprechen zurecht die fragwürdige chinesische Esskultur an, die nachweislich auch für den Ausbruch des Coronavirus mitverantwortlich ist. Die von Ihnen vorgenommene Relativierung mit dem westlichen/deutschen Töten von Küken ist allerdings nicht angebracht. Dass diese beiden Tierarten wirklich nicht miteinander vergleichbar sind, liegt doch offensichtlich auf der Hand. Da braucht man noch nicht einmal die Größe der jeweiligen Gehirne heranzuziehen. Die unterschiedliche Anpassung an die menschliche Lebensart ist doch ebenfalls offensichtlich!
Ihr Text ist insoweit ein argumentativer Fehlgriff.

Das führt mich zum zweiten Punkt. Indem Sie Obama lobhudeln, kritisieren Sie erneut Trump, als dessen Nachfolger.
Während der vergangenen Jahre haben Sie sich
sehr abwertend über Trump und dessen Präsidentschaft geäußert. Diese Meinung, die ja von fast allen vertreten wird, ist natürlich vertretbar. Die Art und Weise, wie Sie es praktiziert haben, ist mir aber deshalb negativ aufgefallen, weil Sie es nie begründet haben.
Trump ist sicherlich eine kritikwürdige Person, aber z. B. seine Wirtschaftspolitik, seine Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran oder der „Wirtschaftskrieg“ mit China stellen USA-Regierungshandeln dar, die nicht nur amerikanische Positionen gestärkt haben könnten, sondern auch in unserem „westlichen Interesse“ liegen.
Das wird auch von jeweiligen Fachjournalisten teilweise so vertreten.
Ihre „Trump-Bashing“ entspricht nicht Ihrem intellektuellen Niveau und Sie haben es doch auch wirklich nicht nötig, wie oft bewiesen, sich dem gender mainstream anzubiedern.

Ich wünsche Ihnen ein gutes und gesundes 2021 und viele schöne Radtouren, auch mein Lieblingshobby! (Dirk Becker/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 4. Januar 2021 .
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Rolf Beißner: Sogar … (Sport-Stammtisch vom 24. Dezember)

Dass Damen manche Disziplinen sogar dominieren,

hätte mann wohl nicht gedacht, gelle.

Das gibt garantiert Punkteabzug. (Rolf Beißner)

 

Veröffentlicht von gw am 1. Januar 2021 .
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Wilfried Grein: Respekt für Sloterdijk

Auch wenn es schon einige Tage her ist, möchte ich doch noch einmal auf den Sport-Stammtisch vom 05.12. und die Art, wie Sie da Herrn Sloterdijk abgebügelt haben, zurückkommen.

Wenn dieser sich mit 73 noch mit Fahrradfahren fit hält und dabei Tagestouren bis 135 km absolviert, kann das eigentlich nur Respekt abverlangen. Sollte unter Sportlern eigentlich bekannt sei. Da muss man sich nicht darüber lustig machen.

Schön, dass es E-Bikes gibt. Manche Leute können sie sicher gut gebrauchen, vielleicht auch geschädigte frühere Leistungssportler. Ansonsten teile ich dazu aber die Meinung des Herrn Sloterdijk. E-Bikes haben einen gewaltigen Nachteil. Wenn die Touren anstrengend werden, fehlt das Brennen in den Oberschenkeln.

Ansonsten, machen Sie so weiter. Ich freue mich auf Ihre Beiträge. (Wilfried Grein/Karben)

 

Veröffentlicht von gw am 17. Dezember 2020 .
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