Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Paul-Ulrich Lenz: Warum wirken alte Männer oft so griesgrämig?

Ich möchte Sie ein wenig „trösten!“ Über das Spiegelbild zum Erschrecken. Vielleicht ist griesgrämig ja doch das falsche Wort. Alte Gesichter sind gezeichnet. Junge Gesichter  sind einfach nur jung, noch nicht gezeichnet. Aber alten Gesichtern kann man die Lebensgeschichte ansehen. Gelegentlich Siege, gelegentlich Glück, gelegentlich tiefe Freude. Aber genauso auch den Schmerz. Die Sorgen. Die Niederlagen. Nicht die im Sport – die sind eher marginal. Genau wie die Gehaltszettel.

Was Gesichter prägt, zeichnet: Die Niederlagen in der Existenz. Gescheiterte Träume. Geplatzte Hoffnungen. Der Verlust an Kraft, an Vitalität. Sorge um die, die uns nahe stehen.

Das wird bei uns allzu oft kaschiert, verdeckt. Ich finde solche alten Gesichter, denen man die Spuren des Lebens ansehen kann, schön.  Auch und gerade dann, wenn man die Schmerzen und das Leid erkennen kann.

Manfred Germar – Sie wissen schon – lange her – hat einmal gesagt: „Alles haben sie uns gelehrt, nur nicht die Niederlagen.“

Ein Volk, das keine Niederlagen will, geht am Siegenwollen zugrunde. Das wissen kluge Leute wie Christa Wolff: „Wenn sie doch aufhören könnten zu siegen!

Schämen Sie sich Ihres zuweilen manchmal griesgrämigen Gesichtes wegen nicht. Es ist schön, weil es wahrhaftig ist. (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R./Schotten)

Veröffentlicht von gw am 19. August 2019 .
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Andreas Kautz: 50 Störche!

Heute bei der Radausfahrt auf einem Feld bei Hungen vorbeigekommen.
Autos parken am Straßenrand und einige Schaulustige stehen vor einem Acker. Ein Bauer pflügt sein Feld.
……darauf geschätzte 50 Störche oder auch mehr. Zum Mittagessen? Zur Rast? Oder was auch immer. gw! Übernehmen Sie. (Andreas Kautz/Florstadt)Andreas Kautz

 

Veröffentlicht von gw am 11. August 2019 .
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Paul-Ulrich Lenz: Tönnies, Rassismus und die Systemfrage

Es ist gewiss nicht an der Zeit, Herrn Tönnies in Schutz zu nehmen. Seine Sätze sind schlicht brumsdumm. Sie haben allerdings, was gerne unterschlagen wird, Anteil an einem vorurteilsbehafteten Denken über  Farbige, wie es bis weit in die Mitte der Gesellschaft reicht. Vor Jahrzehnten konnte Fürstin Gloria von Thurn und Taxis noch mit einigem Kopfschütteln davonkommen, als sie sagte: „Der Schwarze schnackselt halt gern.“ Damals unwidersprochen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Vor Jahrzehnten konnte auch noch, gleichfalls unwidersprochen, „wissenschaftlich“ diskutiert werden, ob die Muskelstruktur schwarzer Läufe die Ursache für ihr höheres Tempo sein könnte. Ist das schon Rassismus oder nur doof? Und Ältere mögen sich noch an das Staunen erinnern, als die ersten Farbigen tatsächlich und erfolgreich Tennis spielen konnten.

 

Mir scheint, dass der rasch erhobene Vorwurf Rassismus davon suspendiert, sich Gedanken machen zu müssen.  Über den respektvollen Umgang mit anderen. Über die Chancengleichheit, die wir Westeuropäer in unserem Wachstumswahn längst zerstört haben. Über die „strukturelle Gewalt‘ (Johan Galtung, alter Buchtitel aus den sechziger Jahren ) die vom Westen in Richtung Afrika, Asien und anderswo ausgeübt wird.  Man kommt einfacher davon, wenn man ein paar Leute als Rassisten entlarvt, anstatt die Systemfrage zu stellen.

 

Ein Lerneffekt wird allerdings gratis mitgeliefert. Auch das Erreichen von millionenschwerem Besitz bewahrt nicht vor unsäglicher Dummheit. Reiche und Einflussreiche, öffentliche Personen sind nicht wie von selbst klüger als Ärmere, die keiner kennt.   (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R./Schotten)

Veröffentlicht von gw am 8. August 2019 .
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Raimo Biere: Tönnies nicht rassistisch

Nach langer Zeit als Schiedsrichter im Fußball und Kommunalpolitiker muss ich mich zu Ihrem heutigen Anstoß bezüglich Tönnies doch wieder einmal melden. Als ich die Aussagen von Tönnies las, war der erste Satz mit den Kraftwerken absolut okay, und in Bezug auf das Kinder zeugen dachte ich mir: Flapsiger derber Fußballer-Spruch, aber nicht rassistisch und in der Sache hat er angesichts der Geburtenrate in Afrika ja durchaus Recht. Studien der Gates-Stiftung gehen von einer Verdoppelung der Bevölkerung in Afrika innerhalb von 32 Jahren aus. Siehe hierzu auch:  https://www.dw.com/de/afrika-wächst-und-die-armut-nimmt-zu/a-45596180

Der einzige Politiker, der Tönnies beispringt, ist der Klartext bevorzugende Wolfgang Kubicki mit einem Facebook-Post: Die ziemlich drastische Aussage von Clemens Tönnies war nicht nur zulässig, sondern vielleicht auch notwendig, um auf ein Riesendilemma der selbst ernannten Klimaaktivisten hinzuweisen. 1972 lebten ca. 4,5 Milliarden Menschen auf der Erde, heute sind es ca. 7,5 Milliarden. Sollten die Berechnungen der UNO zutreffen, werden es 2100, also am Ende unseres Jahrhunderts mehr als 12 Milliarden sein. Menschen, die ernährt, untergebracht, beschäftigt werden und deren Mobilitätsbedürfnisse sicher nicht geringer sein werden als heute.
Wenn es nicht gelingt – und dies geht nur über Bildung und wirtschaftliche Perspektive -, das Bevölkerungswachstum in den Griff zu kriegen, können wir uns alle Überlegungen zum Erreichen der Weltklimaziele in die Haare schmieren.
Zu diesem Facebook-Post gibt es bei ca. 2300 Button-Anwählungen lediglich 34mal ein Wütend, alles andere ist Zustimmung.
Im übrigen hätte sich vor 30 Jahren kein Mensch über die Aussage aufgeregt. Und noch ein Wort zu Schalke.
Da, wo so viel Geld schon verbrannt worden ist, wird man sich schwertun, einen Tönnies zu verbannen, der schon häufiger mit der Privat-Schatulle ausgeholfen hat. (Raimo Biere/Bad Vilbel)

Veröffentlicht von gw am 6. August 2019 .
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Karin Scheunemann: Schaukeln (und mehr)

Auweia, da wird die neueste Sportsau durchs Dorf im Sommerloch getrieben! Nach Bundesjugendspielen, Spinat (Poppey hat doch recht), Völkerball nun Schaukeln. Amerikanische! Ärzte haben herausgefunden, dass heftiges Schaukeln nicht nur Muskelkater, sondern richtige Schmerzen, sogar innere Verletzungen bewirken kann.

Wenn wir Kinder aus der Rosenstraße gerade nicht Treibball, Räuber und Schandi, Brennball spielten, unsere Spurtstärke  gegen den Feldschütz und beim Schellenkloppen stärken konnten (wir robusten Mädchen waren nur beim Straßenhockey außen vor, wir hatten halt keine Schläger wie die Eishockeys Trautmann, Päsler oder Väth), profitierten wir von der „Amisiedlung“ und deren Schule ab der Fraternisierungsphase: Basketball, Baseball und Schaukeln bis zum Umfallen; am besten im Stehen, sogar zu zweit, mindestens aber bis zur Waaagerechten und darüber hinaus. Dann gab es beim Abspringen aus immer größerer Höhe halt was am Knie. Heute sehe ich nur noch Kinder im Sitzen schaukeln und wenn es geht mit leichtem Anstoßen von Mutter, da die Kinder fast nicht mehr lernen, wie man alleine in Schwung kommt.

Was Völkerball angeht, kam gleich der Einwand von meinen Söhnen, daß das Spiel gerade dazu beigetragen hat, sich abzureagieren und Antimobbing war. Auch heute noch haben meine 11-14-jährigen LSC-Kinder, besonders die Mädchen, viel Spaß an heißen Völkerballschlachten zum Trainingsende mit zwei-drei weichen Bällen und kleinerem Feld. Ich habe meine Referendare mit Völkerball geschockt, was bei deren Studienleitern gar nicht gut angekommen wäre; aber „meine“ Erfindung, Völkerball-Verkehrt, versöhnte, da es genau das Gegenteil von Ausgrenzung bewirkte: Das Spiel beginnt mit dem Ende des klassischen: Der König steht im Feld und muss von außen getroffen werden, der Werfer darf dann ins Feld, niemand muss raus, und am Schluss gewinnt das Team, bei dem der letzte und meist schwächste Werfer den Treffer setzt, also ist der-/diejenige der Matchwinner. Auch beim Wählen habe ich oft die Kleinsten oder Schwächsten wählen lassen, die dann die Bosse und Bestimmer waren, oder ich habe abstrakt abgezählt. Ähnliche Abwerfspiel sind Quietschball oder Zombie (damit habe ich bis heute Erfolg bei Betreungsgruppe Klasse 1/2 in der Schule mit „Sport-Spiel-Spaß“).

Was Bundesjugendspiele angeht, gibt es sehr positive Beispiele, indem man dies zum richtigen Schulfest macht, wie es bei uns in Bad Nauheim geschieht (ich versorge dabei Kinder, Lehrer und Eltern mit Getränken und Imbiss); die Klassenstaffeln sind dann der Höhepunkt. Selbstgebastete Medaillen aus bunter Pappe wurden von einer Klassenlehrerin sofort übergeben, unabhängig von Teilnehmer-Sieger-Ehrenurkunde. Übrigens hat unser Enkel im 1. und 2. Schuljahr lediglich eine Teilnehmer-Urkunde „errungen“ mit 7m Ballwurf, zum Entsetzen seines Vaters, Oma und Opa, was Wolfgang veranlasste,dem Kind Nachhilfe im Wurfbereich zu geben; er hat halt andere Qualitäten. Bei den diesjährigen Bundesjugendspielen seiner nicht näher genannten Schule im Kreis Gießen musste ich als Eltern/Großelternteil anwesend sein (Peter: Mutter, du kannst das doch). Ich war entsetzt über die lieblose und z.T. fragwürdige Abwicklung, jenseits von rudimentären Kenntnissen; die Kinder taten mir leid, es gab keinerlei Anleitung, Hilfestellung und viele  falsche Messungen. Es gibt seit Jahrzehnten Broschüren für die Bujusp, die halt mal gelesen und umgesetzt werden sollten, und jede Grundschullehrkraft hatte im Studium Grundkenntnisse an Sport zu absolvieren. Man sollte doch Kinder positiv motivieren können, da kommt leicht Frust gegen diese olle Klamotte auf. (Karin Scheunemann/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 6. August 2019 .
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