Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Paul-Ulrich Lenz: Gesinnungsterror/Mainstream

Ich mag dieses Geheule nicht: Man kann/darf nicht mehr sagen, was man denkt. Weil man mit Gegenwind und Widerspruch rechnen muss. Doch – man kann alles sagen – auch Unappetittliches, auch Unangepasstes, auch Unsensibles. Nur: Man wird dafür einstehen müssen. Vor der Öffentlichkeit. Im Freundeskreis. Vor sich selbst. Manchmal ertappt man sich ja dabei: es wäre besser gewesen, erst zu denken bevor man redet. Oder erst einmal innezuhalten bevor man dies und jenes liked oder eine Mail schickt.
Es sind die Bäume, die einzeln auf der Viehweide stehen, die dem Sturm standhalten – auch dem shitstorm. Gucken Sie nach auf dem Westerwald, meiner Heimat.
In dem Buch, aus dem ich mein Denken nähre, steht ein nachdenklicher Satz: „Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden.“ Das hilft zur Selbstdisziplin und auch zur Selbstkritik. Die ist nicht schon bloß deshalb schlecht, weil sie unter totalitären Systemen schändlich missbraucht worden ist.
 
Lassen Sie es sich nicht verdrießen, zu denken, was immer Sie wollen. Sie müssen ja nicht alles sagen oder schreiben. Es ist ja auch nicht alles von Ewigkeitswert.
 
Irgendwie passend zum Thema: Wenn mein Vater Streit mit meiner Mutter hatte – selten genug – setzte er sich ans Klavier, spielte und sang: Die Gedanken sind frei.
Das ist eine mannhafte Haltung, die auch Frauen gut zu Gesicht steht. (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R./Schotten)

Veröffentlicht von gw am 20. Oktober 2019 .
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Andreas Kautz: „Emu“ und die maximale Fallhöhe


Nun war Emu Buchmann diese Woche doch nochmal ins Rampenlicht geraten für 2 Tage, obwohl er sich schon in den Urlaub verabschiedet hat.

Natürlich nicht wegen seiner starken Leistung bei den italienischen Klassikern letzte Woche, die wie immer nur in „kurz notiert“ abgehandelt wurden.

Es ging um die Streckenpräsentation der TDF 2020. Fazit der Fachpresse : Kein MZF , kein langes „normales“ Zeitfahren, viele Berge. Demnach die logische Folgerung : Buchmann mindestens aufs Podium,´da ihm die Strecke liegen sollte. Mich beschleicht das mulmige Gefühl, dass hier schon wieder die maximale Fallhöhe geschaffen und Emu auf ein hohes Podest gehoben wird.

Man sollte wissen, was bis zum  28 Juni und an den Tagen der Tour alles passieren kann, und dass für Emu dieses Jahr einfach ALLES gepasst hat.

Wir werden uns auf jeden Fall aufmachen zur Planche des Belles Filles, um dem Show Down am vorletzten Tag der Tour 2020 beizuwohnen.

Und man kann nur hoffen, dass sich an diesem Tag Abertausende Eventies in „Die Mannschaft „-Trikots aufmachen, um über die nahe Grenze zu pilgern, wie damals 2004 beim (unrühmlichen ) Bergzeitfahren in Alpe d’Huez.

Bei diesem Gedanken stellen sich mir zwar die Nackenhaare auf, aber sollte es so sein, dann weiß ich, was passiert ist: Emu fährt ums Podium oder ums Gelbe. Die Medien feiern den neuen Ullrich. Und dann kann ich auch mit Radsportfans in Fußballtrikots leben. Beste Grüße und bitte machen Sie noch ein paar Tage weiter. Ein Sonntagmorgen ohne gw wäre wie ein Sonntagmorgen im Sommer ohne Radfahren (Andreas Kautz/Florstadt)

 

 

Veröffentlicht von gw am 17. Oktober 2019 .
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Dr. Sylvia Börgens: Goethe im Rheingau

Wir hätten uns tatsächlich irgendwo auf den Höhen zwischen Johannisberg und Vollrads begegnen können, weil wir am Feiertag-Nachmittag durch den Wald, zurück durch die Rebhänge, den Weg zum Schloss Vollrads gemacht haben. An die Steigungen hier gewöhnt man sich…
Goethe stand nicht nur im September 1815 am „Goetheblick“ beim Schloss Johannisberg, von wo aus man an klaren Tagen den Großen Feldberg sehen kann, was gedanklich eine Verbindung zu unserer alten Heimat herstellt, wo es von Osten her genauso war. Er hat alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte hier aufgesucht. Ansonsten weilte er bei der gastfreundlichen Familie Brentano in Winkel, aß, was die Servierplatten hergaben, und dezimierte zum Leidwesen der Hausherren ihre Bestände des „Jahrhundertweins“ von 1811 erheblich. Im Brentanohaus sind noch die beiden Zimmerchen original erhalten, in denen er gewohnt hat. Über herzensbrechende Aktionen in der Gegend ist nichts bekannt. (Dr. Sylvia Börgens/Geisenheim)

Veröffentlicht von gw am 7. Oktober 2019 .
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Walter Müller zum Sport-Stammtisch (über Kaul, Klosterhalfen, Karat und mehr)

Lese gerade Ihren Sportstammtisch. Zehnkämpfer Kaul war wirklich der Wahnsinn. Beim Doping haben Sie genau meine Meinung getroffen. Die meisten Amis wären wohl gesperrt. Ich hoffe inständig, dass bei Konstanze Klosterhalfen nichts ist.  Als großer Leichtathletik Fan wäre es ein Schock für mich.

Anderes Thema: In den 1980iger Jahren,  unser Sohn war gerad 5 Jahre alt, fiel mir in einem  Gießener Plattenladen von Karat „Der blaue Planet“ in die Hände. Tolle Musik, wie wir feststellten. Aber für unseren Sohn gab es nur das eine Lied „Jede Stunde“, das er, so  glaube ich,  gefühlte tausend Mal hörte und immer wieder zurück spulte. Auch wir waren infiziert und hörten öfter City, Silly, Puhdys etc.

 

Danke für die immer tolle, amüsante Kolumne.

 

Übrigens das Selbstdarstellungsgehampel incl. Tattoos, Haare, etc. finden ich und auch meine Frau ebenfalls grauenhaft. (Walter Müller/Hungen-Villingen)

Veröffentlicht von gw am 7. Oktober 2019 .
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Ralf Protzel: Ohrwurm (Montagsthemen)

Wenn mal wieder ein Ohrwurm nervt, dann einfach gegen einen anderen austauschen.
Unter https://45football.com/ gibt es fast 900 Fußballieder aus aller Welt zum Anhören und sogar zum Runterladen.
Vom Bomber gibt es tatsächlich noch mehr und von der Eintracht gibt es auch was… (Ralf Protzel/Bratislava)

Veröffentlicht von gw am 6. Oktober 2019 .
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