Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Dr. Hans-Ulrich Hauschild: Jugend

Ein Wort zu Ihrer Auffassung von moderner Jugend. Klar, sie haben – oberflächlich befrachtetet – die „richtigen Prinzipien“. Deshalb sind sie Ihnen sympathisch. Allein, ich gebe zu bedenken, dass junge Menschen im Jahre 2019 von völlig anderen Voraussetzungen her kommen, dass deren Tradition schon die des reichen Wohlfahrtsstaates ist, dass sie behütet aus wohlhabenden Häusern kommen. Dennoch ist ihre Verhaltensweise mit der von 1930 durchaus vergleichbar und sehr ähnlich. Zu beobachten ist ein arrogantes von Sendungsbewusstsein getragenes Verhalten, das – wie damals – der bürgerlichen Welt zeigen will, wo Jugend hin will. Oder vorgibt, hin zu wollen. Denn wenn es Ernst wird mit dem Verzicht, was dann?

Außerdem hat das Ganze das Potential des Totalitarismus. Warten Sie die Entwicklung bei den Grünen, der Lieblingspartei der Jugend, ab – und Sie werden möglicherweise sehen, wohin die Unduldsamkeit der linken – grünen Bewegung langfristig führt.

Nein, die Jugend ist nicht besser, sondern anders, aber mit der selben – scheinbaren – Ungeduld, Überheblichkeit und dem selben Potential an Zerstörung. Nur für bessere Ziele. Vermeintlich? Erinnern Sie sich an die vielen gestörten Veranstaltungen in den letzten Jahren durch Jugend, Veranstaltungen, deren Inhalt nicht in die Ideologie, die überlegene moralisch Position passt? Das war auch die Praxis der Jugend Anfang der 30er.

Nein, diese Jugend teilt mit der von damals mehr als Sie geschrieben haben. Das alles hängt schlicht damit zusammen, dass in Politik und Gesellschaft für diese Menschen nur das gilt, was sie in ihrem nicht hinterfragbarem Moralvorrat haben. Das gilt z.B. auch für die Kirche. Und ist gefährlich, weil solche Positionen niemandem Rechteschaft schulden, nur ihrem Überprinzip.

Es mag das der Grund sein, weshalb Horvath in seinen so beeindruckenden Stücken

Geschichten aus dem Wienerwald

Glaube, Liebe, Hoffnung

Kasimir und Karoline

Italienische Nacht

das Versagen des Einzelnen, seinen grenzenlosen Egoismus, seine Gemeinheit in den Vordergrund rückt und damit zum Ausdruck bringt, dass nicht – nur – die sozialen Verhältnisse, sondern eben auch die menschliche, vor allem männliche, Beschaffenheit für das Unglück der anderen, vor allem der Frauen, verantwortlich ist. Die Aufforderung an uns: legt das ab, sonst wird es nichts mit einem gerechten, freundlichen Leben. (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 19. Juni 2019 .
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Paul-Ulrich Lenz: Ihre leichte Resignation (zum Blog vom 14. 6.)

Ich habe mit Sympathe Ihre Zeilen für den 14. Juni gelesen. Ich verstehe, was Sie meinen, wenn ich auch Ihre Einschätzung der Windräder nicht teile.
Nicht das Problem, aber ein Problem sehe ich bei Sätzen wie: Erst retten wir den Kontinent, dann die Welt. Oder so ähnlich: Wer die Welt retten will, muss mit dem Kontinenent anfangen. So landet man tendenziell entweder in der Überforderung mit nachfolgender Resignation oder in emotionaler Gewalttätigkeit, wie sie so manche doch sehr absolut klingende Frontfrau spüren lässt.
Ich fürchte, wir alle haben nicht das Zeug, die Welt zu retten. Da schlägt bei mir der textkundige Sänger durch: „Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue, freue dich, o Christenheit.“ Das sollte man nicht nur gefühlsselig am Heiligabend in einer vollen Kirche singen! Darüber nachdenken lohnt.
Im Ernst: Wir können die Welt nicht retten – jedenfalls nicht die große weite Welt. Wir können sie auch nicht wirklich wandeln – dafür ist die babylonische Sprachverwirrung – Sie wissen schon: 1. Mose 11 – zu groß. Was wir aber können: das kleine Stück Welt, das wir selbst sind, nach der Einsicht, die wir haben, verantwortlich gestalten. Ich erspare mir Aufzählungen – die haben Sie reichlich geliefert.
Umkehr fängt immer zu Hause an. Bei sich selbst.   (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R., Schotten)

Veröffentlicht von gw am 14. Juni 2019 .
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Arno Baumgärtel: Staunend (zum Blog vom 13. 6.)

Mir ist nicht recht klar, worauf Sie hinaus wollen. Vielleicht sind Sie
derangiert, weil das erste „danke“ von Ihnen hätte kommen sollen? Das
zweite bezieht sich darauf, dass Sie den Jungs „gute Fahrt“ gewünscht
haben. Sozusagen eine asymmetrische Kommunikation.

Die anderen, aus der zweiten Gruppe, interpretiere ich so, die freuen
sich, dass ein Auto mal auf freier Strecke anhält. Was allerdings
ungewohnt ist. Womöglich standen sie schon ein paar Minuten. Ob ich das
gemacht hätte? Der Lehrer hat sich bestimmt überlegt, wie viel
kinetische Energie Sie durch das Bremsen vernichtet haben. Er wird es in
Beziehung zur von den Windrädern erzeugten Energie bringen und bei der
nächsten Klassenarbeit, ähem: Klausur, ausrechnen lassen. (Arno Baumgärtel/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 13. Juni 2019 .
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Walther Roeber: Gegelter Kopf (Montagsthemen vom Dienstag)

Abgesehen vom Hochstapler Felix Krull gab es noch einen anderen neben
Nonnenmacher, der hieß Jürgen Schneider… Als der zum ersten Mal ins
Gerede kam, ging es mir allerdings schon so, dass ich mich fragte, wie
kann so eine „Type“ so viel Geld nachgeworfen bekommen? Mir gehen bei
Schneider nie die ersten Bilder aus dem Kopf als er mit deutlich zu
langen Anzughosen durch eine total verschlammte Baustelle latschte…
Komischerweise habe ich bei Nonnenmacher immer diesen gegelten Kopf vor
Augen… Lustig allerdings, was man fast auf Anhieb serviert bekommt,
wenn man nach dem Namen googelt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nonnenmacher       Da wird einem doch
gleich ganz anders!

Ob doch manchmal der Charakter (?) auf das Aussehen und/oder den Habitus
durchschlägt? (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 10. Juni 2019 .
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Werner Haaser: Blog vom Sonntag


„Altmännerfrühsommer. Tropfen für Tropfen.“

Der war guuut, schallend gelacht! Zum Glück habe ich meinen
U-Jahrestermin gerade hinter mir, sonst wäre mir der Lacher vielleicht
in der ουρήθρα stecken geblieben.

Zum „fahrenden Labor“ fiel mir der ein:

Zwaa Micke flieje nach Frankfurt. Hat die aa e gruß Brill uff. Fracht
die anner:  „Warum hast du dann so e gruuß Brill uff ? “
Antwort: “ Ei, dass mir kaa Micke in die Aache flieje!“ (Werner Haaser/Gießen)

 

Veröffentlicht von gw am 19. Mai 2019 .
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