Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Christa Ketter: Die Vögel, die „Ollies“ und die Montagsthemen

Jetzt muss ich Ihnen doch mal schreiben! Bin nun schon 72 Jahre alt und lese nur die Montagsthemen, wenn Sie diese geschrieben haben. Finde sie immer sehr klug, witzig und interessant.

Ich habe auch einen Garten, den ich teilweise verwildern lasse. Habe auch mehr Vögel als letztes Jahr und freue mich, dass sich die Natur jetzt ein bisschen erholen kann, z.B. dass das Wasser in Venedig wieder sauber ist, obwohl meine Freiheit durch dieses unsägliche Coronavirus erheblich eingeschränkt ist. Ich widme mich jetzt mehr meinem Garten, da ich im Moment mein regelmäßiges Schwimmen nicht mehr machen kann. Wenn ich auf dem Sofa sitze, kann ich die Vögel beobachten, die sich die dicken Würmer aus der Wiese ziehen.

Übrigens, meine Oleanderbüsche haben schon die letzten paar Jahre, geschützt in einer Ecke der Terrasse und nur bekleidet mit einem Juteumhang, die Winter gut überstanden. Sie können Ihre sicher auch draußen lassen. Ein paar Minusgrade vertragen sie schon. Sie sollten nur darauf achten, dass Sie diese nicht mit Regenwasser giessen sollten, denn sie brauchen kalkhaltiges Wasser. Falls Sie Regenwasser nehmen, geben Sie hin und wieder etwas Kalk zu den Ollies. Die freuen sich sichtlich darüber.

Und dann möchte ich Ihnen noch sagen, dass ich Ihre liebevollen Kommentare bezüglich Ihrer „liebsten Zielgruppe“ sehr schön finde. Kann sich manch ein „Ehegatterich“ eine dicke Scheibe von abschneiden. (Christa Ketter/Langgöns)

Veröffentlicht von gw am 25. März 2020 .
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Arno Baumgärtel: Bifurkal?

Haben Gabeln nicht eigentlich wenigstens drei Zinken?

Ein relativ bekannter Gießener Sponti hat in den späten 70ern, frühen 80ern eher despektierlich bekundet, da müsse ‚man den Horx fragen‘.
Der war zu der Zeit Autor beim noch nicht zeitvergeistigten Frankfurter „Pflasterstrand“. Ob er schon an „bifurkalen“ Phänomen geforscht hat, weiß ich nicht. Ich wette, Matthias Beltz hatte auch etwas über ihn zu sagen.

Tatsächlich kennt man das ja, Momente, wo der Lauf der Geschichte die eine oder andere Richtung hätte einschlagen können. Meistens stellt sich im Rückblick heraus, dass dem aber nicht so war. Man kannte nur eine Perspektive der Angelegenheit, andere Faktoren hatte man nicht in Betracht, oder sie wurden einem vorenthalten.

Vom faschistischen Staatsrechtler Carl Schmitt stammt der Satz: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ Mich beschleicht das Gefühl, dass unser Ausnahmezustand nicht das sein wird, was er mal war.

Reporter Ulrich Klose hat gestern in den RTL-Nachrichten aus Leverkusen berichtet. Seiner Ansicht nach ist man deshalb eher zögerlich, die Ausgangssperre zu verkünden, weil es für Politiker und Behördenleiter der letzte Dreh an der Schraube ist. Wenn der nicht fruchtet, gibt es kein Instrument mehr. Zum einen ist die Durchsetzbarkeit durch die Polizei ein Problem, zum anderen die Akzeptanz und der (zivile) Ungehorsam über einen längeren Zeitraum hinweg. Und wenn es schief geht, wie auch immer, wird die Sache allen, die sie befürwortet haben, politisch auf die Füße fallen, wenn die Krise vorbei ist.

Ein Bodensatz von entweder Uneinsichtigen oder Brunsdummen ist immer. Ein allgemeines Ausgangsverbot dürfte m.E. kaum mehr bringen als jetzt. Aber das wirklich letzte Mittel ist das Kriegsrecht, vulgo: Notstandsgesetze. 1968 nach jahrelangem politischem Streit im Bundestag verabschiedet, noch nie angewandt. War ein Auslöser der Studentenwegung. Damit verbunden wäre die Ausgabe von Lebensmittelscheinen. Der Einkauf hätte nach Wohnort und Anfangsbuchstaben des Namens zu erfolgen. Selbst das müsste von der Polizei durchgesetzt werden. Fällt mir schwer mir vorzustellen.

In einem BBC-Onlineartikel von heute mit dem Titel „Coronavirus: What Could the West Learn From Asia?“ („Was kann der Westen von Asien lernen?“) lautet der zweite Merksatz:

„Make Tests extensive and affordable“ – also: „Tests ausweiten und erschwinglich machen.“

Logisch, sonst keine Datenbasis. In Deutschland scheint mir das Gegenteil zu passieren, man stochert im Nebel. Dazu passen Berichte wie vorgestern in der GAZ über eine Frau, die sich zweimal testen lassen musste, nur um kein Ergebnis zu erfahren. Oder eins in der Art: ‚Wenn sie negativ sind, werden sie nicht benachrichtigt.‘ Und ein ähnlicher Fall in Frankfurt. Es war von Chaos und Konzeptlosigkeit der zustänidgen Stellen die Rede. Ein Spiegelbild unseres Gesundheitssystems mithin.

Aber ich merke gerade, das hat mit Sport nur ganz am Rande zu tun…Bleiben Sie gesund! (Arno Baumgärtel/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 22. März 2020 .
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Dr. Hans Jürgen Glaum: Die bifurcatio tracheae sollte nicht unerwähnt bleiben.

Die wichtige bifurcatio tracheae, die Aufgabelung der Luftröhre in die beiden Hauptbronchien, sollte in dieser Zeit nicht unerwähnt bleiben.
Dient sie doch dazu durchzuatmen und für eine gute Hirndurchblutung zu sorgen, die aber offensichtlich einigen Stangenparkturnern im Stadtpark Wieseckaue und sonstigen Ignoranten mit der Diagnose „Spasmus des Sphinkter Cerebri“ abhandengekommen ist.
Deshalb mein Motto :
Haltet mal inne und den Mund, bleibt zuhause und gesund !
Viele Grüße und bleiben auch Sie gesund
Ihr (Alt-Handballer) (Dr. med.) Hans Jürgen Glaum, Gießen

Veröffentlicht von gw am 22. März 2020 .
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Dr. Hans-Ulrich Hauschild: Statistische Wahrscheinlichkeit und Leichtfertigkeit

Ich habe darauf gewartet, dass sie etwas zur derzeitigen Lage sagen. Heute haben sie es getan. Eigentlich hatte ich angenommen und gehofft, dass Sie die Gefährdungen und Bedrohungen, die von dieser Krise ausgehen, und die Reaktionen unserer Mitmenschen darauf mit tiefem Ernst betrachten. Soweit ich ihren heutigen Beitrag verstanden habe, ist dies aber wohl nur am Rande der Fall. Mit der statistischen Wahrscheinlichkeit können wir, soweit ich etwas davon verstehe, in dieser Lage überhaupt nichts anfangen, weil eben die Entwicklung dynamisch ist, jedenfalls mit recht wohl so bezeichnet wird. Je mehr Menschen sich auf die statistische Wahrscheinlichkeit verlassen, desto höher wird die Ansteckungsgefahr. Nicht Angst hat die Intelligenz eines Huhnes, sondern Leichtfertigkeit und Willkür vor allen Dingen der jungen Menschen in diesem Lande. Ich hätte von Ihnen ein Wort zur Partysucht erwartet und auch einen Ansatz zur Diskussion, wie sich die Staatsgewalt in dieser Situation verhalten soll. Die Aufgabe dieser Staatsmacht besteht nach meiner Überzeugung ausschließlich daran, gefährdete Menschen vor der Willkür der anderen zu schützen, so wie es jedweder Gesellschaftsvertrag zum Ausdruck bringen müsste. Was Leichtfertigkeit und statistische Wahrscheinlichkeit anrichten können, das können sie gerade in Italien beobachten. (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 22. März 2020 .
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Gerd Ginzel: Keine Flüchtlinge, sondern Vertriebene

Seit Jahren lese ich Ihre Ausführungen. Wegen „Zatopek“ muss ich aber eine Korrektur anbringen. Die
Sudetendeutschen waren keine Flüchtlinge, sondern Vertriebene. Das weiß ich – Jahrgang 1939 –  aus eigener
Erfahrung.  Nichts für ungut. (Gerd Ginzel/Giessen)

Veröffentlicht von gw am 16. März 2020 .
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