Archiv für die Kategorie »Mailbox«

Barbara Tomsch: Venus im Pelz

Beim Lesen der „Montagsthemen“ während eines späten Frühstücks musste ich an eine Begebenheit denken, die sich vor vier Jahren im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt ereignet hat. Ich kam in einen Raum mit sogenannter „Moderner Kunst“ mit einem netten „Museumswächter“ ins Gespräch, der mir einige Exponate erklärte. Darunter befand sich eine lebensgroße weibliche Figur aus Vinyl, nackt und an einer bestimmten Stelle  mit einer Art Pelz besetzt. Der junge Mann erzählte mir mit leicht gerötetem Gesicht, etliche Besucher hätten schon „nachgefühlt“, ob das pelzige Etwas wohl echt sei! Ich bekam einen Lachanfall und musste  noch kichern, als ich in die Räume mit „sakraler Kunst“ ging. Ich bin kein Kunstkenner, aber bei sowas gerne ein sogenannter „Banause“. (Barbara Tomsch/Reichelsheim/“Mitglied der liebsten Zielgruppe“)

Veröffentlicht von gw am 5. Dezember 2019 .
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Burkhard Wellenkötter: Cindy, oh Cindy

Während der Talkshow  “Anne Will” gestern Abend musste ich an Sie denken und zwar auf folgende verwinkelte Weise: die neue Hoffnungsträgerin der SPD, die ich bei mir selbst Margot Eskens nenne (der Name klingt so ähnlich, sonst finde ich wenig Ähnlichkeiten mit der Sängerin) erinnerte mich an ihre Kolumne unlängst, in der Sie ihre Fähigkeit, alte Schlagertexte zu reproduzieren, an manchen Beispielen belegen.
So werden Sie sicher Margot Eskens kennen. “Cindy, oh Cindy, Dein Herz muss traurig sein/ der Mann, den Du geliebt, ließ Dich allein” usw usf.
Wie von Geisterhand arrangiert kam mir der Text plötzlich wieder in Erinnerung und die Melodie geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Sinn.
Und wissen Sie, was mich dabei ärgert: dass kaum noch jemand weiß, wer das war, keiner mehr “Tiritomba Tiritomba” wenigstens summen kann.
Meine Schüler haben sich früher oft amüsiert, wenn ich bekannte, die Musikgruppen, deren Fans sie waren, nicht mal dem Namen nach zu kennen. Ich hab sie dann verblüfft: Na und, wisst Ihr denn, wer Willy Hagara ist (Eine Kutsche voller Mädels), kennt Ihr Conny Francis oder eben die von Ihnen zitierten Zeilen aus “Heißer Sand” ?
Sie haben nicht mal die Selbstironie gespürt, einer hat mal den Namen Freddy Quinn auf dem Smartphone herauf beschworen, konnte aber gar nichts sagen dazu. “Brennend heißer Wüstensand” war schon zu unserer Zeit zu “Brennend heißer Würstchenstand” entstellt, und Willy Hagara triefte nur so vor Schmalz, aber dass man gar nichts mehr weiß, nicht mal die Parodie noch lebendig geblieben ist,das fand ich schon traurig.
Die Stars unserer Eltern habe ich dagegen durchaus noch hören können, Zarah Leander fand ich toll, auch wenn sie da schon (d.h. in den 50er Jahren) uralt war und NS – belastet.
Ich freue mich auf einen weiteren herzerwärmenden Rückblick von Ihnen!
(Burkhard Wellenkötter)

Veröffentlicht von gw am 5. Dezember 2019 .
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Dietmar Harbach: Bestürzt

Bestürzt habe ich heute Ihren letzten Absatz der Rubrik „Ohne weitere Worte“ gelesen.
Ist das tatsächlich Ihr letztes Wort?
Wenn ja so bedauere ich dies zutiefst, denn gerade diese Worte dienstags waren immer sehr sehr lesenswert und haben u.a. Ihre Klasse und Qualität ausgezeichnet. (Dietmar Harbach/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 5. Dezember 2019 .
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Paul-Ulrich Lenz: Befreiungsschlag?

Läuten Sie den Rückzug ins Schweigen ein?
Oder nur den Abschied von einer exzessiven Zeitungslektüre unter der Fragestellung: Was kommt in diese Rubrik? Dann wäre das ein Befreiungsschlag durch Selbstentpflichtung. Dazu dann herzlichen Glückwunsch. (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R./Schotten)

Veröffentlicht von gw am 5. Dezember 2019 .
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Kai Michel: Provinz und Physiognomie

In Ihrem Sport-Stammtisch vom 1.12.2019 weisen sie auf die Aktualität eines Ihrer Beiträge von vor 20 Jahren hin und erwähnen in diesem Zusammenhang die damalige Bildung rein ethnischer Vereine durch den Hessischen Fussballverband. Kurden seien dann gegen Türken, Kroaten gegen Serben und Araber gegen Maccabi-Clubs angetreten „ … und füllten die alte Phrase vom Sport als Kriegsersatz mit neuem Leben und Gewalt.“. Die aktuelle Diskussion über die Eskalation der Gewalt im Amateurfussball kam auf, nachdem ein Spieler des FSV Münster einen Schiedsrichter k.o. geschlagen hat. Der Schiedsrichter selbst hat sich mittlerweile klar von der entstandenen Debatte über Nationalität und Herkunft des Spielers distanziert. Ich teile seine Meinung und sehe in Ihrem Artikel keine Aktualität und eine falsche Perspektive im Blick auf die aktuelle Problematik.

Ansonsten gefällt mir Ihr Sport-Stammtisch sehr! Ich habe wie Sie einen Sinn für Humor und feinsinnige Ironie, doch Ihr Beitrag zu den E-Roller-Fahrern hat mir kein Schmunzeln auf meine Lippen gezaubert: „Beide … physiognomisch offenbar Besucher aus der deutschen Provinz. Wacklig fahrend …“. Ich war selbst neulich auf der Zeil. Vorweihnachtszeit. Konsumgesellschaft. Auf den Gedanken, von der Physiognomie der Menschen auf ihre provinzielle Herunft zu schliessen, wäre ich gar nicht erst gekommen. Ich habe andere Dinge beobachtet, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben. Aber das ist ein anderes Thema … und hat mit Sport nicht allzu viel zu tun! (Kai Michel/Friedberg)

Veröffentlicht von gw am 5. Dezember 2019 .
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