Archiv für die Kategorie »Henni Nachtsheim SGExtra 08/09«

SGExtra: Saison 2008/09: Hau endlich ab!

Hallo Saison 2008/2009! Da du ja am Samstag, so gegen 17.15 Uhr, nahtlos von der Gegenwart in die Vergangenheit wechselst, wollte ich dir kurz vorher doch noch mal schreiben bzw. ein paar Dinge loswerden! Keine Angst, ich habe nicht vor, dich nur zu beschimpfen. Denn selbst mir, der ich nicht gerade glücklich mit deinem Verlauf bin, ist nicht entgangen, dass du ein paar Dinge tatsächlich wirklich gut hinbekommen hast!
Wie du zum Beispiel den Titelkampf kreiert hast, mit bis zu acht Kandidaten und mit so viel Gespür für Spannung und dramatische Wendungen, das war schon toll! Gut, zum HSV warst du gegen Ende eine Spur zu hart. Aber sonst: Hut ab! Solltest du also dein diesbezüglich gutes Händchen bis zum Ende beibehalten und Wolfsburg oder Stuttgart Meister werden lassen, wäre das nicht nur für alle Nicht-Bayern-Fans super, es wäre auch konsequent. Denn München wäre sicher der falscheste Meister dieses Jahr, aber das weißt du ja selber! Denn niemand hat den mitunter grotesken Größenwahn dieses Clubs je besser offengelegt als du, da könnten sich deine Vorgänger noch nachträglich ein echtes Beispiel dran nehmen!
Auch gut gefallen hat mir die Geschichte mit Jürgen Klopp und Dortmund! Mit ihm hast du diesem Verein einen geschickt, der der Borussia wieder ihren Kampfgeist und einer Region mit extrem vielen Arbeitslosen ihren religiösen Glauben zurückgegeben hat. Du hättest das ja auch mit Schalke machen können, aber peinliches Schmierentheater muss man ja nicht auch noch subventionieren!
Was ich nicht ganz verstehe, ist dein Verhältnis zum Osten. Sollten Cottbus und Rostock wirklich absteigen, wäre das schon fies. Aber vielleicht erbarmst du dich da ja noch.
Was du in unserem Fall, und jetzt spreche ich als Eintracht-Fan, offensichtlich von Anfang an ausgeschlossen hast! Oder wie sollen wir uns die letzten zehn Monate sonst erklären? Dieses durchgehend größte Lazarett der gesamten Liga! Dieses kopfverdrehende Testspiel gegen Real Madrid und drei Tage später dann diese Lähmungssymptome beim Auftakt gegen Hertha, von denen sich viele Spieler eigentlich nie wirklich erholt haben.
Diese relativ frühe Unruhe! Diese vergiftete Atmosphäre, diese »Funkel raus!«-Rufe, die auch dem naivsten kleinen Jungen spätestens beim Stadionbesuch klargemacht haben dürften, dass Fußball alles Mögliche ist, nur kein unbeschwerter Spaß! Wieso hast du zugelassen, dass ein Heribert Bruchhagen, der uns hier mit geduldiger und hochseriöser Arbeit aus dem Moloch der irrationalen Selbstgefälligkeit befreit hat, vor lauter Nervosität mittlerweile Kette raucht?
Saison, wir wollten ja gar nicht so viel von dir! Ein anständiger und redlich verdienter Tabellenplatz, eine Reihe von ansehnlichen Spielen, ab und zu ein Sieg gegen die, die wir zurzeit noch nicht einholen können, und ein Hauch von Perspektive – das hätte den meisten genügt.
Stattdessen zerfleischen wir uns seit Monaten gegenseitig und behandeln einen Trainer, dem wir nachweislich eine Menge zu verdanken haben, wie einen Hochverräter! Selbst wenn seine organische Traineruhr abgelaufen sein sollte, so was gehört sich nicht!
Und was soll das eigentlich mit Caio? Weißt du eigentlich, wie sehr wir den Grabowskis, Hölzenbeins, Okochas oder Beins nachtrauern? Und was wir darum geben würden, so einen mal wieder bei uns zu haben? Aber wie soll das gehen mit einem, der zwar Talent, aber keine Selbstdisziplin hat, der sich im Urlaub fettfuttert statt zu trainieren? Caio ist
wie wenn morgens die Sonne scheint, es am Nachmittag aber schüttet wie aus Kübeln! Das ist unfair!
Klar könntest du jetzt antworten »Immerhin habe ich euch nicht absteigen lassen!«, aber das wäre nur zynisch. Denn dann hättest du uns zumindest »richtigen« Abstiegskampf geben müssen, bei dem die Luft brennt! Das ist dann was zum Anfassen! Aber dieses Rumdümpeln im Grauzonenbereich und diese vielen mauen Spiele waren demütigender als alles andere. Das war echt nicht nett, Saison!
Du wirst also verstehen, dass ich nicht besonders traurig sein werde, wenn du bald weg bist. Und solltest du deine Nachfolgerin sprechen, richte ihr aus, dass wir von ihr erwarten, dass sie das wieder gutmacht, was du bei uns angerichtet hast! In diesem Sinne! Hendrik Nachtsheim

Veröffentlicht von Henni Nachtsheim am 21. Mai 2009 .
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SGExtra: Hilflos in der Warteschleife

Vor ein paar Wochen habe ich morgens, so gegen 10.00 Uhr, bei einer Sanitärfirma angerufen. Eigentlich nur, um kurz die Reparatur eines Toilettenwasserkastens in Auftrag zu geben. Es klingelte dreimal, dann erklang grässliche Fahrstuhlmusik! So eine widerlich weichgespülte Instrumentalversion eines eigentlich ziemlich fetzigen Titels von Green Day. Und als wäre das nicht schon Körperverletzung genug, kroch im nächsten Moment auch noch eine supersonore und extrem schleimige Männerstimme durch den Hörer in mein Ohr, um von dort alienmäßig in mein Gehirn zu krabbeln. »Hallöchen lieber Anrufer. Toll, dass Sie uns angerufen haben! Und noch toller, dass Sie sich für uns entschieden haben! Legen Sie bitte nicht auf. Wir kümmern uns gleich um Sie! Diese Wartezeit ist natürlich gebührenfrei. Der nächste freie Mitarbeiter ist gleich für Sie da, ja, er freut sich schon auf Sie!«
Angewidert – aber geduldig – setzte ich mich auf einen Stuhl, nippte am Kaffee und lauschte weiter. Kurz drauf begann die Musik, für die man den Produzenten eigentlich guten Gewissens durchaus mal ein paar Monate nach Guantanamo schicken könnte, von vorn, und der Schleimer mit der Pornofilmstimme wiederholte sein gelogenes Gesäusel.
Da es mir aber zum einen mit der Reparatur wirklich dringend und ich zudem neugierig war, wie lange es tatsächlich dauern würde, bis ich einen echten Menschen an die Strippe bekam, beschloss ich durchzuhalten und zu warten. Um die Zeit aber nicht komplett nutzlos verstreichen zu lassen, klemmte ich den Hörer zwischen Ohr und Schulter, und fing an, meinen Schreibtisch aufzuräumen. Dann den Esstisch. Dann die Küche. Den Flur. Das Bad. Das Wohnzimmer und schließlich mein Auto. Gegen Abend, ich hatte gerade gekocht und gegessen, änderte der Schleimroboter plötzlich seinen Text, sagte auf einmal: »Schade, Sie rufen außerhalb der Geschäftszeit an. Versuchen Sie es doch morgen wieder!« – und weg war er.
Und während ich in den Gelben Seiten dringend nach einem Orthopäden suchte, der mir meinen komplett schiefen Hals wieder richten sollte, verfluchte ich auf das Übelste den Erfinder der Warteschleifen.
Wieso ich das so ausführlich erzähle? Ganz einfach. Weil ich am Samstag, so gegen 17.15 Uhr, wieder dieses Warteschleifengefühl hatte. Denn wie lange diese Saison auch dauert und wie lange ich auch warte – es tut sich nichts wirklich. Wir verlieren konsequent und konstant gegen alle Mannschaften vor uns, schaffen es aber zumindest, alle hinter uns postierten zu schlagen. Die Drehtür zum Spielerlazarett ist unverändert in permanenter Bewegung, denn kaum kommt einer raus, geht der nächste rein! Und auch der Abstand zu den Horrorplätzen der Liga wird weder extrem bedrohlich kleiner noch beruhigend größer.
So geht das schon seit Wochen. Ob ich deswegen irgendwelche Vorwürfe in mir spüre? Vielleicht unterbewusst? Nein! Diese Saison war einfach nicht besonders nett zu unserer Eintracht. Und so was hinterlässt irgendwann Spuren bei allen Beteiligten. Mental und körperlich.
Die Mannschaft hat sich gegen Dortmund durch die Partie geschleppt wie ein angeschossener Cowboy durch die Wüste, der sich zwar alle Mühe gibt, Widerstand zu leisten, bei dem es aber letztlich gerade mal noch zu einem einzigen Schuss reicht, bevor ihm dann kurz vorm Ziel (in diesem Fall einem Unentschieden) doch die Luft ausgeht.
Was uns jetzt bleibt ist einfach die Hoffnung, dass der Cowboy sich bis nächste Woche wieder erholt und mit frischen Kräften (wie zum Beispiel Ochs, Fink oder Inamoto) ins Duell in Hannover geht. Ein Punkt wäre schon hilfreich, drei natürlich noch besser.
Denn die würden uns ziemlich sicher aus dieser scheinbar endlosen Saisonwarteschleife befreien. Deswegen möchte ich an dieser Stelle öffentlich einen Deal anbieten. Sollte uns die Eintracht am Samstag tatsächlich von unseren letzten Ängsten erlösen, verspreche ich, als Gegenleistung und zum Zeichen der Dankbarkeit am Montag dafür noch mal bei dieser Sanitärfirma anzurufen! In diesem Sinne! Hendrik Nachtsheim

Veröffentlicht von Henni Nachtsheim am 6. Mai 2009 .
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SGExtra: Hessisch King Kong

Mögen Sie King-Kong-Filme? Ich total! Sowohl die älteren, noch in Schwarz-Weiß, als eben auch die neueren, in Farbe und mit modernen Special Effects ausgestattet. Aber egal wann ich welche Version auch gucke, ich habe eine ganz bestimmte Lieblingsszene. Und zwar die am Anfang, in der die blonde Frau von den Eingeborenen auf einer Art riesigen Altar festgebunden wird, bis sie vom Chef persönlich, also King Kong, abgeholt wird.
In der Nacht von letzten Freitag auf Samstag habe ich diese Szene sogar geträumt, allerdings leicht verfremdet. Statt der Blondine stand nämlich ein kleiner bibbernder Handkäs auf dem Opferaltar. Die Erde fing an zu beben, große Bäume wurden beiseitegeknickt wie Zahnstocher, und dann kam auch schon das Monster.
Allerdings war das in meinem Traum kein XXL-Affe, sondern eine meterhohe, behaarte und sehr furchteinflößende Maultasche. Die schnappte sich den armen wehrlosen Handkäs und verschwand mit ihm im dichten Urwald, um sich dort über ihn herzumachen.
Warum auch immer ich diese Version ausgerechnet vorm Spiel der Eintracht in Stuttgart geträumt habe, so schlimm ist es ja in der Realität nicht gekommen. Mit ein bisschen Glück und ein bisschen mehr Abgebrühtheit hätte die Eintracht dort sogar punkten können, und das wäre vollkommen in Ordnung gewesen. Und trotz der Niederlage tat es gut, mal wieder angedeutet zu bekommen, was unter besseren Bedingungen – sprich mit komplettem und vor allem gesundem Kader – vielleicht doch in dieser Saison spielerisch möglich gewesen wäre.
Jetzt kommt mit Borussia Dortmund der nächste Brocken. Und obwohl das Spiel erst am Samstag ist, habe ich bereits letzte Nacht schon wieder etwas geträumt, was möglicherweise – ich betone »möglicherweise« – mit dem Spiel zu tun haben könnte.
Wieder stand dieser kleine Handkäs auf dem Opferaltar, und wieder fing der Dschungel an zu beben. Erneut wurden Bäume locker weggeknickt, und schon erschien das Monster. Nur dass es diesmal keine Maultasche, sondern eine überdimensionale gelbschwarze Currywurst war, deren Gesicht eigenartigerweise dem von Jürgen Klopp ähnelte. Doch dann lief es anders als im Traum letzte Woche. Der Handkäs starrte nämlich derart entschlossen in die Augen der Currywurst, dass diese unsicher stehen blieb. Plötzlich trat aus dem Dickicht hinter ihm eine große Menschenmenge hervor, fast alle in rotschwarzer Kleidung, und laute Anfeuerungen schreiend. Doch gerade als der Handkäs sich über die Unterstützung freuen wollte, begann ein kleinerer Teil der Menge ihn auszubuhen und Dinge zu rufen wie »Wir wollen dich kämpfen sehn!« oder »Dein Trainer muss weg!« – was jetzt eigentlich in dieser Szene nicht unbedingt Sinn machte. Und genau in diesem Moment erschien eine große Wolke über der Menge, deren Schäfchenform sich urplötzlich in den Kopf von Alfred Pfaff verwandelte. Und während die rotschwarzen Menschen komplett vor Ehrfurcht erstarrten, schüttelte dieser verständnislos sein Haupt. Mit tiefer Stimme wandte er sich an die Buhfraktion: »Sach ma, tickt ihr eigentlich noch ganz rischtisch? Habt ihr net begriffe, um was es grad geht? Mit eurem saubleede Geschrei werd’s ganz bestimmt net besser sondern schlimmer! Außerdem hat der Handkäs des net verdient, der hat nämlich echt viel Pech gehabt in der letzten Zeit! Also hört jetzt gefälligst uff und schaltet euer Hirn ein! Sonst sorg ich dadefür, dass ab der neuen Saison de Heynckes kimmt!« Dann zog die Wolke langsam weiter, während die Menge sich vereinte, um gemeinsam die schwarzgelbe Currywurst in den Dschungel zurückzujagen! Und da lächelte der Handkäs, weil er auf einmal wusste, dass er kein wirklicher Loser war – und dass es irgendwann demnächst auch wieder bessere Zeiten geben würde! In diesem Sinne! Hendrik Nachtsheim

Veröffentlicht von Henni Nachtsheim am 29. April 2009 .
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SGExtra: Die Verpackung macht’s

Jemand übers Ohr hauen will gelernt sein! In Nairobi sind tatsächlich drei Männer für jeweils sechs Monate im Knast gelandet, weil sie versucht haben, in einer Bar Gallensteine als Edelsteine zu verkaufen! Da aber selbst der abgefüllteste Trinker diesen plumpen Betrugsversuch sofort durchschaute, wurden sie noch vor Ort abkassiert und kurz drauf vor Gericht gestellt!
Und auch wenn diese Aktion schon besonders doof und skurril war, so steht sie trotzdem in der guten alten Betrügertradition, Dinge »wertiger« zu verkaufen als sie in Wirklichkeit sind. Und vieles davon funktioniert ja auch nach wie vor.
Ob es gepanschte Weine sind, die man mit edlen Etiketten versieht, oder umgespritzte Autos, deren wahres Alter man mit viel Lack und dem Zurückdrehen des Tachos geschickt kaschiert (was ja auch das Prinzip von Schönheitsoperationen ist). Ob gefälschte Antiquitäten, die in Wirklichkeit einfach nur runtergekommener Schrott sind, oder geschickte Nachbauten schweineteurer Armbanduhren, man manipuliert so lange die Verpackung, bis man den Inhalt gar nicht mehr richtig wahrnimmt.
Auch in der Bundesliga hat das mitunter öfter Methode als uns das lieb sein kann. Das fängt bei der ein oder anderen Berichterstattung im Fernsehen an, in der man uns einen langweiligen Kick als heißblütigen Schlagabtausch verkaufen will, geht über das Hochstilisieren mittelmäßiger Spieler, die eigentlich keine Sau kennt, die man uns aber in einem Atemzug mit Christiano Ronaldo oder Messi verkaufen will, und gipfelt in peinlichen Außendarstellungsversuchen, wie zum Beispiel dem von Schalke 04.
Denn auch wenn die Blau-Weißen sportlich wieder einigermaßen Fuß gefasst haben, ändert das nichts daran, dass es dort dank einer offenbar durchgehend hochgradig bekifften Vorstandsetage drunter und drüber geht. Absurde Personalentscheidungen, absurde Spielertransfers, absurde Trainerspielchen und ein absurder Präsident rammen das Image des Traditionsvereins seit Jahren dermaßen vehement in den Rasen ihres Bier-Stadions, dass es schon eine wahre Pracht ist. Und während sie das machen, erzählen sie uns gut gelaunt, wie gesund, wie klug und wie sehr »ihr« Club auf dem richtigen Weg ist!
Oder nehmen wir Bayern München! Auch dort versuchen sie permanent, ihre dieses Jahr recht durchschnittlichen Weißwürste als Filetspitzen zu verkaufen, und keine noch so abgedroschene Floskel ist ihnen dabei zu blöd. Schade nur, dass es ihnen keiner so recht glauben mag. Selbst wenn sie am Ende doch noch Meister werden sollten, Souveränität und Klasse sehen definitiv anders aus.
Wobei es übrigens auch noch das Modell gibt, bei dem man die Verpackung absichtlich besonders mies gestaltet, um vom eigentlich guten Inhalt abzulenken. Wenn zum Beispiel Felix Magath nach den Spielen seiner Wolfsburger von seinen Spielern spricht, klingt das mitunter so, als hätten diese das Spielverständnis von Zombies, denen man gerade zum ersten Mal einen Ball vor die fauligen Füße geworfen hat. Da muss man danach dann doch noch mal schnell auf die Tabelle schauen, um sich wieder klarzumachen, dass sie derzeit Erster sind!
Zum Glück gibt es aber auch noch all jene Vereine, die uns in dieser Saison, so oder so, nichts vormachen wollen. Einer davon, und das sollten wir uns gerade jetzt unbedingt bewusst machen, ist die Eintracht! Weder der Vorstand noch der Trainer haben zu irgendeinem Zeitpunkt, ob jetzt vor Saisonbeginn oder mittendrin, den Mund zu voll genommen. Selbst viele der Spieler, und da gibt es ja immer ein paar Laberkandidaten, haben sich zurückgehalten. Keine üppigen Uefa-Cup-Prognosen, keine 45-Punkte-plus-X-Ankündigungen usw. Als hätten sie geahnt, dass das eine unterm Strich wirklich schwierige Saison wird.
Seit Samstag ist die Eintracht trotz ihres Dauerlazaretts Elfter und hat damit die beste Platzierung der Saison inne (mit der kleinen aber angenehmen Begleiterscheinung, dass sie das erste Mal vor Köln steht, ätsch!). Und selbst, wenn die Mannschaft diesen Platz aufgrund der nächsten schweren Spiele nicht halten kann, so hat sie uns mit dem 4:1 gegen Gladbach aber zumindest gezeigt, dass sie gut und willensstark genug ist, um mit der insgesamt ungemütlichen Saisonsituation umzugehen!
Wenn trotzdem gerade jetzt jemand im Stadion immer und immer wieder den Kopf des Trainers fordert oder ausgerechnet beim Spiel gegen die Borussia mehr Kampfgeist verlangt, ist das das Ausblenden von Tatsachen – und schlichtweg falsch!
Natürlich stehen in allererster Linie immer Vorstand, Trainer und Spieler in der Verantwortung für den Zustand eines Vereins und die dementsprechende Stimmungslage. Sie sitzen vorne im Boot und müssen dafür sorgen, dass es in die richtige Richtung geht. Aber manchmal … und jetzt ist gerade manchmal … sind auch wir Fans gefordert, die richtigen Signale zu geben. Dass das zurzeit eine ganze Reihe Leute nicht checken und immer wieder ausblenden, was diese Saison eigentlich für ein mitunter fieser Kraftakt für alle Beteiligten war, ist leider das Gegenteil von klug.
Ein Platz in der Sicherheitszone der Liga ist zwar kein Edel- aber eben auch kein Gallenstein! Statt wie schlecht gelaunte Opas ständig rumzumotzen, sollten wir einfach versuchen, diese Saison gemeinsam mit einem gewissen Anstand zu Ende zu bringen.
Wünschen wir ihnen einfach Glück für das sicher schwere Spiel in Stuttgart! In diesem Sinne!
Hendrik Nachtsheim

Veröffentlicht von Henni Nachtsheim am 22. April 2009 .
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SGExtra: “Alte Frankfurter Schule”

Da saßen wir also in diesem Eissalon, und mein Freund Steffen schien überzulaufen vor Vaterstolz. »Ich hätt des nie gedacht, dass mein eigener Sohn mal Psychologie studiert, des ist doch de Hammer! Und was es da alles gibt. Wusstest du, dass die sogenannte Angewandte Psychologie zig Unterstufen hat?«

»Nicht wirklich Steffen!«

»Wahnsinn! Da gibt es die klinische Psychologie, die Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, zu der wiederum auch die Wirtschaftspsychologie gehört… Dann gibt es die pädagogische Psychologie sowie die Verkehrs-, Medien-, Rechts-, Kultur, Sport- und Umweltpsychologie. Außerdem die politische, die Führungs- und die Gesundheitspsychologie! Ich glaub, des waren alle…«

Veröffentlicht von Henni Nachtsheim am 15. April 2009 .
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