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Sport-Stammtisch (vom 21. April)

Statt mit Intergalaktischen aus Madrid und Traumhaften aus Barcelona ein erdenschweres Old-School-Finale mit BVB-geschädigten Bayern und knorrigen Chelsea-Senioren – das wäre ein Treppenwitz der Fußball-Historie.
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Treppenwitz – im ursprünglichen Sinne ist dies ein guter Gag, der einem auf einer Party zu spät einfällt (eben erst beim Weggehen auf der Treppe), mittlerweile wird der Treppenwitz aber häufiger im Sinne von »Ironie des Schicksals« verstanden. Käme es zum außerspanischen Endspiel, wäre dies zwar auch Ironie des Schicksals, vor allem aber ein Supergag, der sogar schon vor der Party gut ankäme.
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Auch Europa League wurde gespielt, aber nur am Rande registriert, zumal die iberische Halbinsel unter sich ist. Den UEFA-Pokal taufte Beckenbauer einst zum Verlierercup um, der Nachfolger Europa League hat nicht einmal diesen Namen verdient, denn mittlerweile mischen jeweils mehrere Verlierer der nationalen Titelkämpfe als »Champions« in der Königsklasse mit, und in der Europa League spielen nur noch die Besten der Liga-Mittelklasse. Aber hieße dieser Wettbewerb sportlich korrekt »Mittelmaß-Besten-Pokal«, wären die Senderechte höchstens ein paar Kreuzer wert.
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Kreuzer aus Entenhausen wohlgemerkt, keine aus der Kriegsmarine. Die Bundesliga füllt derweil ihre Kriegskasse nicht mit Kreuzern aus Entenhausen auf, sondern mit Fantastillionen aus Murdoch-Land. Laut Medien-Ranking haben alle gewonnen, an erster Stelle die Bundesliga, dann folgen Sky, ARD, ZDF, Springer, und verloren hat nur die Telekom. Auf meiner Rangliste ist die Telekom aber der größte Gewinner, knapp vor Bild, und Sky ist der einzige, aber dafür riesengroße Verlierer. Weil: Wie einst bei Kirchs Premiere werden nun auch bei Sky vielen schlechten Millionen noch viel mehr Millionen nachgeworfen, in der seltsamen Hoffnung, die schlechten in gute Millionen zu verwandeln, die, wenn sie wirklich gut sein sollen, sogar Milliarden sein müssten.
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Wenn die Erinnerung nicht trügt, hieß es früher bei Kirch, mit einer Million Abonnenten käme man in die Gewinnzone. Der Sender, wie immer er dann genannt wurde, blieb massiv in den Miesen und machte alleine 2011 trotz mittlerweile drei Millionen Abonnenten 277 Millionen Euro Verlust. Murdoch hat mit Sky schon mehr als eine Milliarde Euro verzo … halt, nein, wie heißt das Zauberwort? Ach so, ja: investiert. Die Bundesliga staunt, lacht und freut sich. Der unverhoffte Geldsegen weckt aber Begehrlichkeiten, natürlich auch bei unserem Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen, der die Aufstockung der Liga fordert, um die Gefahr weiterer Frankfurter Unehrenrunden im Jammertal zu minimieren.
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Bot »Verlierer« Telekom ernsthaft mit? Hätte der Konzern mit dem Hauptaktionär Bundesrepublik Deutschland und dem Finanzministerium im Aufsichtsrat den Zuschlag bekommen, wären immense juristische und politische Probleme gefolgt, finanzielle sowieso. Ob die Telekom als Preistreiber Provision von der DFL erhält? Die Börse machte jedenfalls am Tag des Nicht-Coups einen kleinen Kurs-Freudenhupfer, und die Telekom rang sich nur ein Krokodilstränchen ab.
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Was im Fall Telekom Spekulation ist (der wahre Sieg im Bieter-Rennen), nähert sich bei Springer der Gewissheit. Vergleichsweise preiswert gelang der Einstieg in ein verheißungsvolles Geschäft: Bis zu sechsminütige Spielzusammenfassung schon vor der ARD-Sportschau im Internet, zwar in den ersten Stunden kostenpflichtig, aber wenn Springer seine Möglichkeiten clever nutzt, wird dies ein Hit auf PC, Laptop,  Tablets und Smartphones.
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Über wem Murdochs Sonne lacht, der braucht keinen Rettungsschirm. Aber seltsam und beunruhigend, welche gigantischen Geldströme hier wie dort zirkulieren. Wenn der inflationäre globale Trend bleibt, muss man bald tatsächlich in Entenhausener Größenordnungen rechnen. Und obwohl Fantastillionen zirkulieren, wollen bei uns Eigentums-Freibeuter alles umsonst, und die verzogenen Kinder der Geiz-ist-geil-Generation katapultieren sich mit verschrobenen Nerds-Gedanken sogar an die Spitze der Beliebtheitsliste. Vielleicht, weil es eine Beliebigkeitsliste geworden ist. Aber dazu demnächst an anderer Stelle mehr.
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An anderer Stelle, im gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«, stand schon vor fünf Wochen mehr zu jenem Mann, den die ARD nun von ihrer Beliebigkeitsliste gestrichen hat: Thomas Gottschalk. »Flop im Vorabendprogramm. Klar, alles andere hätte mich gewundert. Die Gottschalk-Zielgruppe guckt prinzipiell nicht. Die anderen, die um diese Zeit fernsehen, schalten irgendwelche seltsamen Soaps, Realities oder sonstigen Unterschichtenmurks an, aber ganz sicher keinen Gottschalk. Ich muss nicht recht haben, aber falls doch, ist die Sache nicht zu retten.«
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Nicht zu retten ist auch das große spanische Tier, das noch größere echte Tiere erlegt, und zwar auf noch viel unsportlichere Weise als in seinem Tiertöter-Volkssport. Nun wankt sogar die Monarchie: wegen Heimlichtuerei, zu hoher Kosten und Liebelei mit einer deutschen Adligen. Um den toten Elefanten, vor dem sich Juan Carlos stolz fotografieren ließ, geht es kaum noch. Wie ist es bloß möglich, dass irgendwo in Afrika ein Staat offiziell das Lusttöten von Elefanten erlaubt?
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Apropos fotografieren: Es folgt eine wahre Geschichte aus Dormagen. Eine Frau, die nachts bei Rot über eine Kreuzung geht, wird von einem perversen  Polizisten ertappt, der ihr anbietet, auf das Knöllchen zu verzichten. Bedingung: Sie muss sich von ihm per Handy    den nackten Unterleib fotografieren lassen. Sie wählt das Handy. Wie ist es bloß möglich?  »Geiz ist geil« in Reinkultur?  (gw)

Veröffentlicht von gw am 20. April 2012 .
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Wer bin ich? (April-Runde)

Ich bin der Erfinder eines Stils bzw. einer Bewegungsart im Sport, in den durch meine ureigene Kreation etwas völlig Neues und zum Teil sogar Epochales Einzug gehalten hat. Jeder Sportler und jeder Sportinteressierte hat schon von mir und/oder meiner Neuerung gehört und sie gesehen. Meinen Namen zu finden, ist allerdings nicht ganz einfach, denn: Ich bin fünf Sportler: A, B, C, D und E, und sie sollen alle meine fünf »Ichs« finden und dem richtigen Buchstaben zuordnen.
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Unsere Gemeinsamkeit ist klar: Erfindung eines Stils bzw. einer Bewegung. Wir sind aber Vertreter von fünf unterschiedlichen Sportarten (drei davon sommer-, zwei winterolympisch). Historisch liegen wir zum Teil sehr weit, in zwei Fällen aber ziemlich nah beieinander. A ist unser Ältester, er zeigte seine Neuerung bereits am Ende des 19. Jahrhunderts, B, C, D und E folgten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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Nicht jede unserer Erfindungen wurde oder wird noch mit unseren Namen verbunden. Bei einem ist es nur der Vorname, der blieb, bei einem anderen immerhin der Nachname. Bei einem wurde der auch heute noch bekannte Name später, bei einem anderen schon früh und beim von uns am unbekanntest Gebliebenen eigentlich von Anfang an weggelassen.
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Das sind Anhaltspunkte, die Ihnen schon ein wenig weiterhelfen dürften. Nun stellen wir uns nacheinander mit charakteristischen »Alleinstellungsmerkmalen« vor und drücken Ihnen die Daumen, dass Sie Ihren eigenen Erfolgsstil finden – und das bedeutet im übertragenen Sinn: »E« statt »C« . . .
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A: Ich bin in meiner Sportart der Erste, mit dessen Erfindung es sprunghaft vorwärts ging. Mehr darf ich nicht verraten, sonst würde es zu einfach für Sie.
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B: Ich war stark in Kopf und Bein und kam daher auf die schlaue Idee, den Beschleunigungsweg besser auszunutzen. Ich blieb über einhundert Mal hintereinander unbesiegt, galt als arrogant und überheblich, doch das sind nur Verleumdungen meiner unfähigen Konkurrenten. Aber ich gebe zu, mich ärgert es mächtig, dass die dumme Sportwelt meine geniale Erfindung heute kaum noch mit der gleichzeitigen Erwähnung meines Namens gebührend würdigt.
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C: Dass mein Name im Lauf der Jahre in Verbindung mit dem von mir kreierten und anfangs belächelten Stil kaum noch fällt, stört mich eigentlich nicht, zumal ich zweifellos bis ans Ende aller Sporttage in der Hall of Fame des Sports vertreten sein werde, denn ich habe die Schwerkraft überlistet – so paradox das klingt.
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D: Auch ich kam, wie Kollege A, »sprunghaft vorwärts« mit dem von mir erfundenen Stil, den andere schnell kopierten und variierten, wie es in meiner Sportart üblich ist. Mein Alleinstellungsmerkmal: Von uns fünf bin ich der einzige Sportler, dessen Sohn ebenfalls erfolgreich war, sogar mit der Erfindung des Papas. Und: Es gibt sogar ein kleines Musikfestival, das meinen Namen trägt.
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E: Ich muss zugeben, mich in der Gesellschaft solch illustrer Sportlerpersönlichkeiten etwas unwohl zu fühlen, ich hatte nie deren Erfolge, und meine »Erfindung« war eigentlich ein Versehen. Als ich ihren Nutzen erkannte, dauerte es noch eine ganze Weile, bis sie anerkannt wurde. Die großen Erfolge feierten dann aber die anderen – und triumphierten dann oft auf eine Art, die mit einer ganz anderen Interpretation des Wortes für meinen Stil in Verbindung gebracht wird.
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Für jeden dem zutreffenden Buchstaben richtig zugeordneten Namen gibt es einen Punkt, maximal also fünf. Achtung: Wenn Sie glauben sollten, einer von uns sei z.B. Franz Beckenbauer als »Erfinder« des Liberos, Sie seinen Namen nennen, aber dem falschen Buchstaben zuordnen, werden Sie keinen Punkt erhalten. Aber zu Ihrer Beruhigung: »Kaiser Franz« ist nicht dabei – und auch sonst kein im Rahmen von »Wer bin ich« bereits Gesuchter. (Einsendeschluss: 28. April) (gw)

Veröffentlicht von gw am 18. April 2012 .
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Ohne weitere Worte (vom 17. April)

Es hat wohl in der Geschichte des Fußballs noch nie einen Spieler gegeben, dem Bizeps und Quadrizeps so wichtig gewesen sind wie Ronaldo. In einem Sport, der sogar Dicke wie Maradona triumphieren sah, Säufer wie Best (…), Krüppel wie Garrincha oder wachstumsgehemmte Kinder wie Lionel Messi, ist Ronaldo der Prototyp des Athleten, der triumphiert. (Süddeutsche Zeitung)
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Also sagte er (Anm.: Peter Neururer) dem Express: »Ich habe einen Anruf von jemandem aus dem Umfeld des FC erhalten, der mir gesagt hat, dass ich empfohlen worden bin, weil ich den Verein schon einmal gerettet habe.« Hört, hört! (Frankf. Allg. Sonntagszeitung)
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»Wir hätten gewinnen können. Wir hätten einen Konter zum 4:2 setzen müssen, hätten meinen schachbrettartigen Kombinations-Konter spielen müssen. Das haben wir leider nicht gemacht.« (Otto Rehhagel, zitiert vom sid)
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Klischee ist keine Fußcreme und seine Wirkung bei akuten Abstiegsbeschwerden klinisch nicht nachgewiesen. Horst Hrubesch hat jetzt dennoch beherzt zugelangt. »Manchmal hat man das Gefühl, da stehen keine richtigen Männer auf dem Platz«, greinte das HSV-Vereinsidol. (…) Kein Geist zu klein, kein Klischee zu groß. Als Spieler im Abstiegskampf muss man nur wollen wollen, mehr noch als können können. (Welt)
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»Meister aller Absteiger« ist in der Rückrunde aber Köln. Sportdirektor weg, Trainer weg – was bleibt, sind Spieler, die saufen und Chaoten, die nachts die eigene Mannschaft bedrohen. (BamS)
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»Wenn unsere Auseinandersetzungen noch das Fairness-Niveau eines normalen Fußballspiels hätten, würde der Gebrauch des Totschlagwortes (Anm: »Antisemit!«) die sofortige Disqualifikation bringen.« (Martin Walser im Zeit-Interview)
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In einigen Umfragen erreicht die FDP inzwischen wieder fünf Prozent Zustimmung. Das liegt vielleicht auch an geschickten Fragen wie: »Wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären und Sie bekämen 5000 Euro, wenn Sie die FDP wählen, welche Partei würden Sie dann ankreuzen?« (»Zippert zappt« in der Welt)
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»85 Prozent sind zu doof zum Bahnfahren. Die Bedrohung für mich im Alltag ist nicht die Atombombe, sondern eine allein reisende Mutter mit einem Rucksack hinten und einem Rucksack vorne.« (Harald Schmidt, zitiert in der Welt am Sonntag) (gw)

Veröffentlicht von gw am 16. April 2012 .
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Montagsthemen vom 16. April

Heute nichts zur Liga, das Titelrennen ist gelaufen. Titelrennen gelaufen sind auch … oh, nein, mit diesem Übergang gewinnt man ja jedes Kalauer-Casting, also: Zwei, über die demnächst wieder heiß diskutiert wird, sind bei den südafrikanischen Meisterschaften um den Titel gelaufen: Oscar Pistorius über 400 und Caster Semenya über 800 Meter.
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Pistorius wurde Vizemeister, lief nur 47,28 Sekunden, also etwa zwei Klassen schlechter als bei seiner Saisonbestzeit vor vier Wochen (45,2). Solche Differenzen gibt es unter beidbeinig unamputierten Läufern nicht. In dieser Kolumne wurden und vor London werden wieder überall viele Worte über Sinn und Unsinn des gemeinsamen Starts von Pistorius mit der unbehinderten 400-m-Elite gemacht. Bei den Paralympics in Peking brauchte ein chancenloser, einfach amputierter Konkurrent von Pistorius nur einen Satz: »Mein gesundes Bein ist meine eigentliche Behinderung.« Dass Pistorius auf seinen High-Tech-Prothesen wohl schon Weltrekordler wäre, wenn die 400 Meter ohne Kurven gelaufen würden, sagt auch alles, dennoch ist noch längst nicht alles gesagt, das Thema wird uns und die Sportwelt weiter beschäftigen.
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Auch das Problem von, mit und um Caster Semenya. Sie gewann den südafrikanischen Titel in 2:02,68 Minuten, eine Zeit, die sogar drei Klassen schlechter ist als Semenyas Bestzeit von 1:55,45 aus dem Jahr 2009, obwohl die 21-Jährige bei normaler Leistungsentwicklung nun schon deutlich schneller sein müsste.
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Dass hermaphroditisch angelegte Menschen in die eine oder andere Richtung hormongesteuert werden können, wirkt sich individuell oft segensreich aus. Sportlich haben Hormontherapien ebenfalls gravierende Wirkungen – bei Verfraulichung allerdings deutlich leistungsnegative.
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Heikel weiter: Wieder schockt der Herztod eines Profis die Fußballwelt. Über die Ursachen der Häufung solcher Fälle wird viel gemutmaßt und gemunkelt. Unabhängig davon: Sogar nur harmlose Erkältungen oder leichte grippale Infekte belasten das Herzkreislaufsystem so stark,  dass körperliche Anstrengungen zu vermeiden sind. Wer dennoch hart trainiert, öffnet dem Virus Tür und Tor . . . und Herz, denn dort nistet es sich besonders gerne ein. Wer dann Pech hat, trägt eine Zeitbombe im Körper.
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Echte Kerle. »Ich würde niemals wegen einer Grippe auf ein Spiel verzichten. Nicht einmal auf ein Training.« Worte des Fußballprofis Ümit Ö., der im August 2009 kollabierte und reanimiert werden musste. Untersuchungen ergaben, dass Ö. an einer verschleppten Herzmuskelentzündung litt.
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Dass die wissenschaftliche Statistik festgestellt hat, Fußball sei die gefährlichste Sportart überhaupt, spricht allerdings nicht gegen den Fußball, sondern gegen diese Art der Statistik. »Nahezu jeder fünfte Sportler, der sich in den vergangenen drei Jahren eine Sportverletzung zugezogen hat, erlitt diese beim Kicken«, hieß es vor nicht allzu langer Zeit. Laut Umfrage (Quelle: GfK Marktforschung) folgen im Risiko-Ranking Joggen und Radfahren, also Sportarten, in denen ebenfalls Millionen Menschen aktiv sind. In diesen absoluten Zahlen fast risikofrei erscheinen Randsportarten wie Synchronschwimmen oder Rhönradturnen. Sogar hundertprozentig sicher vor Verletzungen dürfen sich Hobbysportler beim Fallschirmspringen ohne Schirm fühlen oder beim Ringkampf mit einem Tiger. Allerdings ist das Todesrisiko leicht erhöht.
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Und dann wäre da noch die Vermutung im Sport-Stammtisch, dass ein christlicher Agent die Salafisten unterwandert habe, denn wie sonst sei der Aufdruck »LIES!« zu erklären. Einen Tag später zog die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit der Befürchtung nach, dass wutentbrannte englischsprachige islamische Fundamentalisten auf »LIES!« mit einer Fatwa reagieren könnten. Da atme ich dennoch erleichtert auf, denn in der Gnade der tagfrüheren Geburt stehe ich nun außer Guttenberg-Verdacht.
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Apropos G.: In Mannheim feierte ein Kachelmann-Theaterstück Premiere. Gutten-was? Kachel-wer? Guttenmann? Kachelberg? Je höher in den Medien, desto tiefer der Fall ins Vergessen. Der klassisch gebildete Freiherr würde sagen: Sic transit gloria mediae mundi. Oder so. (gw)

Veröffentlicht von gw am 15. April 2012 .
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Sport-Stammtisch (vom 14. April)

LIES! Das zum Beispiel: Nach Jahren des Herumhackens auf netzernde Experten, die aus dem Zufall im Fußball wortreich ihre analytischen Girlanden flechten, muss zugegeben werden: Und sie haben doch recht. Der Fußball-Mittwoch lieferte den Beweis, dass kam, was kommen musste, und nicht, was der Zufall wollte. Da jagte die Dortmunder Junghundemeute eine Halbzeit lang begeistert und begeisternd über den Platz, versäumte aber wieder einmal, wie in der Champions League, die entscheidenden Tore vorzulegen. Das einzige wurde nicht gegeben, denn Robben stellte Lewandowski natürlich ins Abseits. Als der BVB sich müde getobt hatte, übernahmen die coolen Bayern das Kommando, und als Weidenfeller tapsig an Robbens Bein tätschelte, nahm der Fallsüchtige die Einladung an und verwandelte den fälligen Elfmeter sicher wie immer. Dortmund wehrte sich, wurde aber ausgekontert, Robben ließ sich das Geschenk eines ihm vor den Fuß fallenden Balles nicht entgehen – 2:0 für die Bayern. Typisch Bayern!
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Ach so, alles ganz anders? Franz Beckenbauer, ganz der Girlanden-Experte, weiß auch, warum: Weil der Gefoulte den Elfmeter nicht schießen darf. Alte Fußballer-Regel, ungefähr so alt und richtig wie »Wer 1:0 führt, der stets verliert«. Wahr ist, dass laut Statistik die Gefoulten sogar prozentual häufiger treffen als Ungefoulte – und Robben auch als Gefoulter bisher immer.
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Zwar fällt Robben gern und oft, und seine Theatralik geht nicht nur Gegenspielern auf die Nerven, doch dass ein eher zarter, filigraner und pfeilschneller Stürmer wie Robben bei knorrig herandrohendem Sensenbein in vorauseilender Notwehr schon vor dem Tritt zum Abflug abhebt, ist das nicht nachvollziehbar? Nein? Weil das gefährdetste potenzielle Sensenbein-Opfer der Welt nie den Robben macht? Stimmt. Andererseits: Der Einzigartige wird auch weniger gefoult. Warum? Weil Messi selbst die Gegenspieler mögen, Robben aber nicht mal die Mitspieler?
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Aber wie Robben die Niederlage hin- und annahm, war aller Ehren wert. Überhaupt gewannen die Bayern in der sportlich fair ertragenen Enttäuschung neue Sympathien, während sich etwas empfindsamere BVB-Fans schon wieder fremdschämen mussten, nach Großkreutz in Fürth (und den Schmähgesängen dort in der Kabine) nun wegen Subotic, der Robben eklig angeiferte.
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Wenn die Zufälle sich häufen, gleichen sie sich aus, und der Bessere gewinnt. Manchmal schon das Spiel, wie am Mittwoch, aber immer nach 34 Spielen. Dann steht der vorne, dessen System besser funktioniert als das der Konkurrenz. Dass Klopps System ein gutes und das von Heynckes nur eins der guten Spieler ist, spielt dabei keine unwesentliche Rolle.
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Und nun zu etwas ganz anderem. Aprilscherze. Lange habe ich gezögert und nachgeforscht, aber drei von ihnen haben sich tatsächlich als unfassbar nackte Wahrheit herausgestellt. Kein Scherz also, dass Bettina Wulff ein Buch über ihre 598 Tage als First Lady schreibt, kein Scherz auch, dass Real Madrid in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein milliardenteures »Real Madrid Resort Island« baut und, um muslimische Gefühle nicht zu verletzen, dort in vorauseilender Unterwerfung das christliche Kreuz aus seinem Wappen entfernt.
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Apropos Muslime und der Koran: Salafisten, seid wachsam! Ein Agent des Papstes hat sich undercover bei euch eingeschlichen und die schöne, verdienstvolle Koran-Aktion mit dem Stempel »LIES!« verleumdet. Nur im Hessischen bestünde keine Verwechslungsgefahr des deutschen Imperativs mit dem Plural des englischen Substantivs, denn bei uns heißt das: LES!
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Der dritte Aprilscherz, der keiner ist: In einer lustigen, schon leicht angeschickerten Runde hatte man beschlossen, »Die Partei« des ehemaligen »Titanic«-Chefredakteurs Martin Sonneborn mit einer noch absurderen Idee zu toppen: Gründung einer Partei, deren einziger Programmpunkt die Legalisierung des Diebstahls ist. Um sie als Satire kenntlich zu machen, gab man der Partei auch den entsprechenden Namen, denn schon die Freibeuter der Weltmeere raubten das Eigentum anderer. Die also Piraten Genannten bekamen schnell Zulauf von anderen Humorbegabten, aber auch von überaus kinderfreundlichen Sympathisanten, die – wenn schon, denn schon Legalisierung – auch das Recht auf freie Ausübung ihres Hobbys propagierten. Nun hätten die Gründungs-Satiriker alleine deshalb schon den Aprilscherz aufklären müssen, doch dann wurden sie, Realsatire ist halt doch die beste, in die Parlamente gewählt, und dort buhlten plötzlich alle um sie, jeder will mit ihnen koalieren, fast schon kopulieren, und klammheimlich klamüsern die Ranschmeißer in ihren Parteibüros aus, wie man den Begriff »geistiges Eigentum« umbenennen könnte, um den Diebstahl mitzulegalisieren. Stand heute: »Geistiges Eigentum« heißt jetzt »Immaterialgüterrecht«, und solch ein hässliches Wort darf man ja wohl samt Inhalt ausmerzen.
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Aus Spaß wurde Ernst, und der lernt jetzt laufen – von den Talksshows in die Parlamente und zurück und hin. Aber Vorsicht, auch die Legalisierung hat ihre Tücken. Wie in Griechenland, wo die vielen Schwarzbauten im Lande nachträglich legalisiert werden können. Luftbildaufnahmen belegen nun aber, dass auf den gemeldeten Grundstücken vieler Selbstanzeiger gar kein Haus steht – die Schlitzohren interpretierten die nachträgliche Legalisierung einfach als billige und schnelle Vorab-Baugenehmigung.
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Um unsere cleveren Griechen müssen wir Philhellenen uns also keine Sorgen machen. Sorbas tanzt. Und feiert an diesem Wochenende Ostern. Keine nachträgliche Legalisierung, sondern orthodoxer Kalender.  Kaló Páska! (= Frohe Ostern!)  (gw)

Veröffentlicht von gw am 13. April 2012 .
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