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Sport-Stammtisch (vom 25. Mai)
Nur noch ein paar Stunden. Aber die dauern. So relativ war die Zeit schon lange nicht mehr. Ich vertreibe sie mir und hoffentlich auch Ihnen, liebe Vorstartfieberer, mit Fachsimpelei. In Kenntnis all des hilflosen Expertentums, das in den letzten Tagen rund um Wembley Zeitungszeilen und Fernsehzeiten füllen musste, ist mir aber bewusst: Die Betonung liegt nicht auf »Fach«, sondern auf »-simpelei«.
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Simpeln wir los. Götzes Ausfall: Schon gehen wilde Gerüchte um. Aber ein – richtig diagnostizierter – Muskelriss heilt nicht so schnell, als dass es bis zum Finale klappen könnte, das war klar. Man konnte nur hoffen, dass es eine überdiagnostizierte Zerrung war. War es also nicht.
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Sinken nun Dortmunds Chancen? Nein. Hummels Ausfall wöge schwerer. Klar, Götze ist ein riesiges Talent. Aber ohne ihn wirkt Dortmunds geradliniger Überfallfußball noch überfallartiger. Und falls Reus meine Vorahnung bestätigt, der entscheidende Faktor zu werden, dann gewinnt der BVB ein Spiel, das er dem Kräfteverhältnis nach nicht gewinnen kann.
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Aber stimmt das überhaupt? Mit dem Kräfteverhältnis? Experiment: Aus dem Stand liste ich eine Gegenüberstellung auf, mit Punktwertung. Bin selbst gespannt, was dabei herauskommt. Auf geht’s.
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Tor: Zwar hatte Neuer in dieser Saison ein paar unglückliche Szenen, Weidenfeller dagegen viel Gelegenheit, sich auszuzeichnen, doch trotz des überschwänglichen Presselobs für den Dortmunder ist der Münchner einfach eine Klasse besser. Punkt für München. – Stand: BVB – Bayern 0:1.
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Außenverteidiger rechts: Lahm ist gut, Piszczek besser. Offensiv wie defensiv. Hatte Ribery schon oft im Griff. Punkt für Dortmund. – Stand: BVB – Bayern 1:1.
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Innenverteidigung: Die Bayern haben ihre einstige Schwachstelle durch Dante deutlich sicherer gemacht, der aber kein Weltklassespieler ist. Boateng auch nicht, zudem immer für einen Klops gut bzw. schlecht. Hummels und Subotic sind ein eingespieltes und in Normalform besseres Paar, in Bestform deutlich besser. Punkt für Dortmund (es sei denn, Hummels »hummelt« wieder einmal oder wird nicht fit oder Santana spielt – aber solche und weitere Unwägbarkeiten lassen wir mal außen vor). – Stand: 2:1.
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Außenverteidiger links: Schmelzer ist einer meiner Lieblingsspieler. Aber Alaba, dessen Leistung noch zu wenig gewürdigt wird, spielt auf absolutem Weltklasseniveau und symbolisiert für mich den Niveausprung des alten zum neuen FC Bayern. Punkt für München. – Stand: 2:2.
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Außenbahnen: Kuba/Großkreutz (?) und Robben/Ribery. Rechts unentschieden, links deutlicher Vorteil FCB. Punkt für München. – Stand: 2:3.
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Schaltzentrale: Gündogan/Bender gegen Schweinsteiger/Martinez. Schwierig, schwierig. Höchstes Niveau auf beiden Seiten. Punkt für beide. – Stand: 3:4.
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Offensiv-Irrwische: Reus und Müller. Die Unberechenbaren. Sie können den Unterschied ausmachen. In Bestform absolute Weltklasse, sogar »hors categorie«. Punkt für beide. – Stand: 4:5.
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Sturmspitze: Mandzukic hat Gomez den Rang abgelaufen, mit Betonung auf »laufen«. Lewandowski aber ist der aktuell mit Abstand beste Stürmer der Welt. Keine Frage: Punkt für Dortmund. – Stand: 5:5.
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Schöner Endstand. Bei dem bleiben wir. Andere Faktoren lassen wir aus (Trainervergleich / Reife / Begeisterungsfähigkeit / Fehleranfälligkeit / Umstellungen wie: Großkreutz raus, Reus links, Gündokan vor, Sahin rein / Bankstärke usw.). Zu vergeben sind aber noch drei weitere Punkte. Für den alles entscheidenden Ball-ist-Rund-Faktor. Wer den bekommt, das weiß aber nur der Ball, dieser Schmetterling der Fußball-Chaostheorie.
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Für wen schlägt mein Herz? In jedem Fall nach dem Schlusspfiff für den Verlierer und seine Fans. Sie fallen in ein tiefes Loch, die lange, schrecklich fußballlose Zeit kommt, in der die Erinnerungen an Wembley den schönsten Sommer verdunkeln. Trost gibt nur die hessische Erfahrung: Lebbe geht weider! (gw)
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24. Mai 2013 .
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Ohne weitere Worte (vom 23. Mai)
Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wie müssen die Bayern spielen im Finale? »Sie müssen sich darstellen als das, was sie ja auch sind. Die geilen Jungs aus dem Süden gegen die Taubenzüchter aus dem Kohlenpott. (…) Die Bayern müssen risikoreich einen Fußball spielen, der die anderen schwindelig macht. (…) Und die Zuschauer in London sollen in Ohnmacht fallen.« (Klaus Lemke, Filmemacher und Bayern-Fan, in der Süddeutschen Zeitung)
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»Die Kollegen lästern schon, dass die Deutschen im Moment scheinbar auch noch im Fußball Spitze sind. Aber (…) wenn der Schiedsrichter im Viertelfinale nicht offenbar zu sehr begeistert gewesen wäre, um abzupfeifen, wäre Dortmund ausgeschieden. Das ist ja wohl die Wahrheit. (…) Und (…) dass sie sich (…) beim Rückspiel in Madrid so in die Bredouille bringen lassen, das zeigt jedenfalls nicht, dass Deutschland so dominierend ist.« (Wolfgang Schäuble, Finanzminister und Bayern-Fan, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Warum fragst du mich so kindisches Zeugs«, herrschte mich Hoeneß mal an. »Es ist doch klar, warum Spieler wechseln. Es ist immer nur eine Frage des Geldes.« An die Wirkung einer neuen Umgebung, einer neuen Sprache und der Erweiterung des persönlichen Horizontes glaubte er nur am Rande. (Sport-Bild-Journalist Raimund Hinko in seiner Serie »Uli Hoeneß – zwischen Himmel und Hölle«)
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Wer ihn zuletzt beim Autokorso durch München gesehen hat, der weiß, dass Hoeneß für den FC Bayern nicht mehr der Frontmann sein wird, der er mehr als 30 Jahre lang war. Sein Lächeln wirkte gequält, sein Blick abwesend. Er steht mit einem Bein auf dem Gipfel seines Schaffens, mit dem anderen im Knast. (Spiegel)
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Die BVB-Fans wollen in Wembley in Bezug auf Uli Hoeneß’ Steueraffäre singen: »Steht auf, wenn ihr Steuern zahlt« … – »›Steht auf, wenn ihr Meister seid‹, können sie dieses Jahr auch schlecht singen …‹« (Karl-Heinz Rummenigge im Sport-Bild-Interview)
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»Die Niederlagen gegen Inter und Chelsea sind sicher noch in den Köpfen der Spieler. Wenn du als Tennisspieler mal Wimbledon gewonnen hast, weiß du auch im nächsten Jahr, dass du diesen Titel mal geholt hast. Die Bayern wissen, dass sie den Titel zweimal verspielt haben. Da hast du auch Zweifel im Kopf.« (Oliver Kahn im SZ-Interview)
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»Ich fühle mich wie der neue Bochum-Coach Peter Neururer, der jahrelang auf ein Angebot gewartet hat und nun, wo schon keiner mehr daran geglaubt hat, doch noch mal einen Bundesligaclub trainieren darf.« (Jörg Thadeusz, Moderator der für den Sommer geplanten ZDF-Serie »durchgedreht«, im Spiegel-Interview)
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Nun gibt es böse Stimmen, die behaupten, so ein öffentlich gemachter Eingriff sei doch in Wahrheit für eine berühmte Schauspielerin eine geniale Methode, sich ihre durch das Stillen von drei Kindern vielleicht in Mitleidenschaft gezogenen Brüste nicht nur wieder schön operieren zu lassen, sondern das Ganze auch noch dafür zu nutzen, das eigene Image ins nahezu Überirdische aufzupolieren. (…) Aber vielleicht sind diese Stimmen ja gar nicht so böse, sondern einfach nur etwas ehrlicher als der weltweit gerade einheitlich bejubelte Pressechor. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Bekommen viele Frauen einen Hängebusen, eben weil sie einen BH tragen? – »Das ist meine Vermutung. (…) Also: Tragen sie ihn so selten wie möglich. Mir ist klar, dass es gerade im Berufsleben nicht ohne geht, aber sobald Sie zu Hause sind, weg damit.« (Prof. Jean-Denis Rouillon, Autor der Studie »Faktoren der morphologischen Entwicklung des Busens nach Aussetzen des Büstenhalter-Tragens«, im Welt-Interview) (gw)
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gw am
22. Mai 2013 .
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Montagsthemen (vom 21. Mai)
Dass Pfingsten nicht gut anpfing, diese Kalauertradition habe ich vor einem Jahr für beendet erklärt. Und diesmal fing Fingsten ja auch sehr gut an. Eintracht! Fest halte ich aber als Schreibwerktätiger an der Tradition, diese Kolumne an Ostern und Pfingsten auch dienstags Montagsthemen zu nennen. Schließlich leisten sich Fußwerktätige ebenfalls ihre Montagsstücke, mitunter an jedem Tag.
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»Als Montagsstück werden Werkstücke verstanden, die durch zumeist mehrere nicht erkennbar miteinander zusammenhängende Produktionsfehler auffallen« (Wikipedia).
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Am Samstag leistete sich Borussia Dortmund, wieder einmal, solch ein Montagsstück und bewies gleichzeitig die Chaostheorie: Eine verstolperte Chance im fremden Strafraum, noch eine, noch eine, noch eine; dazu ein und noch ein Verhakeln im eigenen Sechzehner – und schon wirbelt ein Tornado Hoppenheim nicht hinab in Liga zwei, sondern weckt Scheintote auf.
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Bei Montagsstücken haben »die Abläufe noch nicht wieder ihre gewohnte Routine, so dass die Genauigkeit der Arbeit leidet.« Genau. Im “Sport-Stammtisch” habe ich über die »zerbrechliche Beschwingtheit« geunkt, und schon spielte der BVB, als wolle er mich bestätigen. Und der FCB so, als wolle er seine Unzerbrechlichkeit beweisen.
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Gäbe es Hin- und Rückspiel, würde kaum jemand einen Cent auf Dortmund setzen. Aber in einem einzigen Spiel ist alles möglich (Binse, aber wahr). Weiterer Trost für den BVB: Dass man als Borussia drei Tore gegen scheinbar Unzerbrechliche schießen kann.
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Mats Hummels – idealtypischer Vertreter der praktizierten Dortmunder Chaos-Theorie. In seinen besten Momenten einer wie Beckenbauer, säbelt er in schlechten dappisch am Ball vorbei und den Gegenspieler um, leitet eine absurde Niederlage ein und verletzt sich umknickend so schwer, dass er seinen und des BVB größten Tag gefährdet.
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Chaos-Theorie: Als ihr Erfinder, Edward N. Lorenz, sie vor einem halben Jahrhundert vorstellte, wusste er noch keinen griffigen Vergleich. Erst als ein Zuhörer anmerkte, das sei ja, als ob der Flügelschlag einer Möwe eine ganze Wetterkonstellation ändern könne, machte es bei Lorenz »Klick«, er setzte mit einem Schmetterling der Möwe noch einen drauf, und schon wurde die Chaos-Theorie zum buchstäblich geflügelten Wort: Der Flügelschlag eines Schmetterlings am Amazonas kann einen Wirbelsturm über Texas auslösen.
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In welches Sauwetter Uli Hoeneß geraten ist, nachdem sich seine Reputation fast in Helmut-Schmidt-Altheldenverklärung klimaschöngewandelt hatte, um das hinzukriegen, mussten sehr, sehr viele Millionen Schweizer Schmetterlinge ganz heftig mit den Flügeln schlagen.
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Oder? Ist alles nur ein Fake? Ein abgekartetes Spiel mit Wolfgang Schäuble, dem Bayern-Fan? Hat Hoeneß schon das Bundesverdienstkreuz? Wenn nicht, sollte er es schleunigst bekommen. Denn seit Bekanntwerden seines Falles ertrinken Anwälte und Steuerbehörden in spontanen Selbstanzeigen, die hunderte Millionen in die Steuerkassen spülen.
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Auch den Topfirmen im Bayern-Aufsichtsrat geschieht Unrecht. Sie verstießen, heißt es, durch ihr 8:0-Votum pro Hoeneß gegen die in den eigenen Unternehmen rigoros durchgezogene Compliance. Stimmt nicht. Um das Wort zu kennen, muss man kein Englisch können, sondern nur »Komplizenschaft« so zusammennuscheln wie manche Redner die »Bundesplik«. Und schon stimmen Wort und Tat überein.
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Zurück zum Fußball. Wie schön, dass Augsburg sich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel gezogen hat. Weniger schön: Der dadurch begonnene unaufhaltsame Vormarsch des Islamismus in Norddeutschland. Bekanntlich verspricht der Koran 72 Jungfrauen als Paradiespämie, »großäugige Houris mit schwellenden Brüsten«. Nachdem Augsburgs Präsident angekündigt hat, im Falle eines Sieges über Düsseldorf 20 Jungfrauen nach Hannover zu schicken, fehlen dort nur noch 52 Jungfrauen zum Paradies. Ich hab’s ja gewusst: Hannover leuchtet! (gw)
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gw am
20. Mai 2013 .
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Sport-Stammtisch (vom 18. Mai)
Noch eine Woche Tamtam. Bald ist der Ergebnis-Tipp des hinterletzten C-Promis durchgehechelt – und dann? Ruhe vor dem Sturm? Nein. Irgendeine künstliche Aufgeregtheit wird sich wohl noch inszenieren lassen. Dabei ist die echte Aufregung, das Vorstartfieber, schon längst in uninszenierbar höchste Höhen gestiegen.
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Mit Dortmund und nach Mönchengladbach wird den Bayern erneut eine Borussia gefährlich, und auch diesmal prallen nicht nur fußballerisch unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Aber dass »Borussia« ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort für »Preußen« ist, dass die preußische Hymne einst sogar »Borussia« hieß, das eignet sich nun doch nicht zum bayerisch-preußischen Klischee. Dortmunds zerbrechliche Beschwingheit liegt Gefühls- und Fußballwelten weiter südlich als Münchens preußisch-effektive Dominanz.
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Weia! Bin ich auch schon vom Virus des sinnlosen Tamtams infiziert? Bayern/Preußen – in diese morsche Kiste greifen? Außerdem: Bayern liegt fußballerisch mittlerweile ebenfalls im Süden (mit dem Vorteil der unzerbrechlich scheinenden Beschwingtheit), und der Aufsichtsrat laviert sogar im levantinischsten Süden herum: Die 8:0-Abstimmung für Hoeneß, die dennoch seinen Abschied einläutete, und gleichzeitig die Berufung des ehemaligen Sportwetten-Deutschlandchefs von »bwin« in das oberste Gremium des Klubs, dessen Galionsfigur an seiner Zocksucht katastrophal gescheitert ist – das muss man erst einmal bringen können. Sauber. Hund san’s schon.
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Noch ein hinkender Nord-Süd-Vergleich: Bayern München und Olympiakos Piräus. Die Griechen gewannen soeben den Basketball-Europapokal und den nationalen Fußballpokal. Zwar trumpfen auch die Bayern in beiden Sportarten auf, jedoch mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Ebenfalls nicht vergleichbar: Ganz Griechenland feiert die Basketball-Helden aus Piräus als stilbildend und mutmachend für das gebeutelte Land und wendet sich beschämt von den Olympiakos-Fußballern ab. Die gewannen das Finale gegen Tripolis, einen Provinzklub von der Peloponnes, nach derart vielen verdächtigen Fehlentscheidungen, dass es sogar den eigenen Anhängern peinlich war. Sie verschmähten die Siegerehrung und verließen fluchtartig das Stadion.
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Viele Zuschauer verließen fluchtartig das ZDF-Sportstudio (heissa, welch eine Überleitung!), als es auf 23 Uhr verlegt wurde. Ich auch. Als Nichtseher beteiligte ich mich daher nicht an der wachsenden Kritik. Schade, findet Wilfried Schmied aus Staufenberg. Für unseren hierzulande nicht nur als Freizeitsportler bekannten Leser ist das »aktuelle« Sportstudio »heute nur noch ein müder Abklatsch. Habe kürzlich Töppi Töpperwien angesprochen, er möge doch einmal beim ZDF intervenieren. Seine Antwort: ›Sie haben recht, aber ich kümmere mich nicht mehr darum. Meine Zeit beim ZDF ist vorbei‹. Wenn auch gw dazu nichts sagt, bleibt wenig Hoffnung, dass sich dort etwas bessert.«
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Mein Einfluss endet leider exakt am Rand um diese Kolumne. Wenn ich erfahre, dass das ZDF nicht mehr an den 23-Uhr-Termin gebunden ist und schon um 21.45 Uhr beginnen könnte (da werden zur Zeit alte Krimi-Serien recycelt), aber freiwillig den späten Sendeplatz behält, dann juckt in Mainz meine Kritik daran weniger als ein in der Wetterau umgekippter Sack Kartoffeln. Vielleicht bleiben sie ja bei 23 Uhr, damit nicht zu viele miterleben, wie die Sendung langsam hinwegschnarcht?
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Wilfried Schmieds Mail ist eine unter mittlerweile weit über 200 in der »Mailbox« des Begleit-Blogs zu den »Anstoß«-Kolumnen. Schauen Sie mal hinein – da geht es nicht nur um Sport, sondern auch um Gott & die Welt, und gerade zuletzt auch um letzte Dinge. Handgeschriebenes dagegen ist zur echten Ausnahme geworden, wie (»nach genussvoller Lektüre ›angestoßen‹«) ein »herzliches Dankeschön« von Susanne Zitelmann (Ettingshausen). Danke.
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Der Rand meines Einflussbereiches naht, noch 26 Zeilchen habe ich, manches bringe ich nicht mehr unter (vielleicht anschließend im Blog), aber das muss noch rein: Schauen Sie sich auf »You tube« unbedingt die »Space Oddity«-Version von Astronaut Chris Hadfield an. Ich war gestern Nummer 12 762 376. Ebenfalls umwerfend: Die dickste Träne der Welt, auch gefilmt auf der ISS.
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Das Allerletzte: Sonya Kraus findet »völlige Ahnungslosigkeit mancher Leute bei politischen oder geschichtlichen Themen peinlich«, zum Beispiel, »nicht zu wissen, wer Angela Merkel ist«. Die Frankfurterin moderierte gestern auf Sat.1 den »IQ-Test 2013«. Nur Geistesgrößen durften teilnehmen, denn alle Bewerber wurden aussortiert, die nicht wussten, dass Angela Merkel Bundespräsidentin ist. (gw)
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17. Mai 2013 .
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Sie war’s: Steffi Graf (“Wer bin ich?”-Auflösung)
»Sie kennen mich, ganz sicher, aber Sie können auch sicher sein, dass dieser Satz alleine nichts über mich verrät und dennoch die erste Spur zu mir legt.«
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Mit diesem Absatz begann die April-/Mai-Runde, und er verriet, dass man auf neuen Wegen die Lösung suchen musste.
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»Googeln ist zwecklos. Mich finden Sie zwar in, aber durch diesen Text nicht mit Suchmaschinen.« – Beginn des siebten Absatzes von insgesamt zehn, und auch er ist verrätselt und legt dennoch eine weitere Spur: die siebte eben, das »G«.
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»Akropolis adieu!« – Absatz neun liefert den Lösungs-Schlüssel. Direkt hinter dem Stichwort »Akropolis« folgt im Brockhaus das nächste Akro-Wort: »Akrostichon (griech. Versspitze), das, eine poet. Übung, bei der die Anfangsbuchstaben der Verse, im Zusammenhang gelesen, ein Wort oder einen Spruch ergeben. Das A. wurde in der religiösen Geheimliteratur und in der Dichtung der Antike benutzt« … und bei »Wer bin ich?« im »Anstoß«, muss nun ergänzt werden.
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Die erste richtige Lösung kam schon am selben Tag: »In Ihrer ›Wer bin ich?‹-Aufgabe von heute ist mir aufgefallen, dass sich aus den Anfangsbuchstaben der zehn Absätze eine lesbare Buchstabenkombination ergibt. Mit der Lösung STEFFI GRAF würde ich gerne (erstmals) an Ihrem Spiel teilnehmen«, mailt Dirk Wentzel aus Gießen. Dass ausgerechnet ein Newcomer den alten WBI-Hasen zuvor kommt, ist wohl kein Zufall: Um auf diese Lösung zu kommen, musste man alle Methoden ausblenden, die in früheren Runden zum Erfolg geführt hatten.
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Auch Helmut …
Brauchte
Eine
Nacht
Der
Erleuchtenden
Rätselei
aus Linden fand die Lösung, die im Akrostichon steckte, und in ein solches steckte er auch seinen Nachnamen.
*
WBI-Routinier und Spitzenreiter Walther Roeber (Bad Nauheim): »So ratlos habe ich lang nicht vor den Zeilen von WBI gesessen, für fünfundzwanzig Stunden grübelte ich daran herum.« Dann kam ihm der Zufall und seine Fähigkeit entgegen, »bis zu einem gewissen Grad Worte und Buchstaben lesen« zu können, »die auf dem Kopf stehen. Die Zeitung lag verkehrt herum auf meinem Schoß, und es fiel mir wie Schuppen aus den Haaren. Die Anfangsbuchstaben der Absätze von WBI! Steffi Graf ist die Lösung, und zu ihr passen auch alle Ihre Bemerkungen, die eigentlich nur in die Irre führen sollten.«
*
Auch Dr. Joachim Bille und Ralf Kranich ließen sich nicht in die Irre führen, so dass diese fünf WBI-Asse je drei Punkte sammeln:
Helmut Bender (Linden)
Dr. Joachim Bille (Reiskirchen)
Ralf Kranich (Großen-Buseck)
Walther Roeber (Bad Nauheim)
Dirk Wentzel (Gießen)
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In der Trostrunde gab es neue Tipps und daher nur noch einen Punkt zu gewinnen. Die Tipps: »Eine Spezialität des/der Gesuchten liegt auf der Hand, was er/sie benötigt, muss man nicht sein, und die Sportart selbst taucht am Schluss in einem Roman eines Holländers auf, der im ›Anstoß‹ schon einmal eine Rolle spielte, als es um seinen Landmann van Gaal ging. Wichtigster Hinweis aber bleibt: Wer die Lösung hat, weiß, dass es die richtige ist.« – Aber nur einer fand sie noch, und das ganz ohne Akrostichon: Andreas Hofmann (Bad Nauheim). Sein Lösungsweg zum Gewinn eines Punktes führte ihn »von van Gaal über Maarten ’t Harts Buch ›Unter dem Deich‹ zum Tennis. Die Spezialität ist die Vorhand, man sollte kein Schläger sein und der/die Tennisspieler(in), den/die in Deutschland und weltweit jeder kennt sind Boris Becker und Steffi Graf. Aber welcher von beiden ist es nun? Wegen der Vorhand entscheide ich mich für Steffi Graf.«
*
Die häufigsten falschen Tipps: Boris Becker und Jan Ullrich. Ebenfalls genannt: Andre Agassi, Daley Thompson, Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Pierce Brosnan, Felix Baumgartner, Joey Kelly, Jacques Rogge, Rainer Schüttler, Thomas Bach, Dirk Nowitzki, Boris Spasski, Kai Ebel, Justine Henin, Jacky Ickx und Bernd Maylander (Safety-Car-Fahrer der Formel 1) – zum Teil mit sehr bemerkenswerten Lösungs(irr)wegen und manch einer festen Überzeugung, die nun zusammengebröselt ist. Neues Spiel, neues Glück. Demnächst in dieser Kolumne. (gw)
Top 5 (Jahreswertung)
1. Walther Roeber (Bad Nauheim) 6
1. Ralf Kranich (Großen-Buseck) 6
3. Helmut Bender (Linden) 4
3. Dr. Joachim Bille (Reiskirchen) 4
3. Andreas Hofmann (Bad Nauheim) 4
Top 5 (»Ewige« Rangliste)
1. Walther Roeber (Bad Nauheim) 43
2. Rüdiger Schlick (Reichelsheim) 40
3. Jochen Schneider (Butzbach) 38
4. Dr. Paul Limberg (Linden) 34
4. Paul-Gerhard Schmidt (Mücke) 34
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gw am
15. Mai 2013 .
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