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Heinz Wenzel: Anmerkungen zum Hometraining

Die heutige Kolumne habe ich wieder mit Genuss gelesen. Eine Anmerkung will ich nur zum Hometrainig machen.

Wenn ich auf unserem Gerät sitze, lese ich oft. Das geht ganz gut, solange ich mich nicht an der Stange festhalten muss. Dann kann ich die Zeit leicht vergessen.

Ich habe mir auch immer vorgestellt, es sollte Touren geben, die man fahren und auf dem Bildschirm verfolgen kann. Heute darüber mal das Net durchsucht – es gibt solche Apps und ähnliche Software! Zum Beispiel lese ich über einen Hometrainer mit Ablagemöglichkeit für ein Tablet: “das Erstellen eigener Strecken auf Google Maps und das Abfahren im Street View Modus” ist möglich. (Aber nur da, wo Street View erlaubt ist.) Der auf dem Gerät erfahrene Widerstand entspricht dann dem Streckenverlauf.

Und eine andere App wirbt mit Videospielen:“Treten Sie schneller und Sie werden im Spiel beschleunigen, wobei Hindernisse den Tretwiderstand erhöhen!”

Und es gibt einen MTB-Simulator: “Mit dem MTB-Simulator (Windows Software) können sie vorab real gefahrene Touren mittels Ergometer, Rollentrainer oder Crosstrainer und dem eigenen PC “nachfahren”. Es können sowohl unsere als auch eigene Touren verwendet werden. Die gleichzeitige Video- und Kartenanzeige sorgt für ein enorm kurzweiliges Indoor-Training.” Und es gibt tatsächlich noch mehr Videostrecken-Trainingsangebote.

Also, auch Sie könnten sich Ihr Trainingserlebnis anregender machen. (Heinz Wenzel/Lich)

 


        

Veröffentlicht von gw am 17. November 2017 .
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Sport-Stammtisch (vom 18. November)

»Ich habe das Gefühl, dass sich die Kosten an den Transfersummen der Profispieler orientieren.« So verulkt unser Leser Heiko Sichau aus Krofdorf nicht den irren Preisschub auf dem Kunstmarkt, sondern er reagiert auf den Quantenhüpfer auf der Frankfurter Rennbahn, wo sich die veranschlagten Kosten der DFB-Akademie von 90 auf 150 Millionen erhöht haben. Wobei diese Zahlen erfahrungsgemäß nach oben offener sind als die auf der Richter-Skala der Seismologen.
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Dass die Kosten galoppieren, liegt angeblich an den Rennbahnbetreibern, die sich auf die Hinterhufe stellen. 60 Millionen für die Anwälte? Zum Wiehern. Aber auf der Fußballer-Skala liegt die DFB-Akademie immer noch bei vergleichsweise günstigen 0,67 Neymar. Der unter den Hammer gekommene Da Vinci, ein echter Hammer, kostet schon rund zwei Neymar, besitzt aber im Gegensatz zum Fußballer nicht mal ein überzeugendes Echtheitszertifikat.
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Von Neymar bis Da Vinci beweist der Markt schlagend, dass Geldwert nur eine lockere Vereinbarung ist. Obwohl sich das gemalte Bild nicht verändert, explodiert der Preis, und genauso kann er wieder implodieren, je nach subjektiver Echtheits-Vereinbarung der Kunstexperten. Aber ich will nicht auf dem philosophischen Flohmarkt stöbern. Heiko Seip bringt mich zurück zum Fußball und macht Laune, denn unser Leser hat den empirischen Beweis gefunden, dass die Frankfurter Eintracht schon lange vor dem Richtfest der DFB-Akademie deutscher Meister sein wird, denn: »’immer’ wenn Italien NICHT bei einer WM dabei war (1958), wurde Eintracht Frankfurt daraufhin deutscher Meister (1959)«.
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Der Titel 2019 ist also sicher, sicherer zumindest als die Echtheit des Da Vinci. Für diese Titel-Verheißung verdient Heiko Seip die gewünschte Belohnung: »… wenn Sie ggf. noch dazufügen könnten, dass ich der ’zukünftige Präsident’ der SG Oppershofen bin, wird dort bestimmt noch ein 50-Liter-Fässchen ’uffgemacht’«. – Voilà, ist erledigt. Na dann Prost!
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Die Bayern schlottern schon. Kein Wunder, dass der FC Bellheim alle seine alten Meister aus dem Keller holt. Und die sind echt und vor allem echt alt! Ihr letzter Da Vinci heißt Müller-Wohlfahrt, und den hat niemand besser beschrieben als der geniale Spötter Hans Zippert: »Der Mann ist ein Schamane. Sein genaues Alter kennt niemand, aber Historiker haben ihn schon auf Wandmalereien identifiziert und als Notarzt bei römischen Gladiatorenkämpfen.« Dass Müller-Wohlfahrt als Klümper-Schüler gilt, ähnlichen Guru-Status genießt wie früher der heute verfemte Freiburger »Doc« und dass er auf das aus Kälberblut gewonnene und sehr umstrittene »Actovegin« schwört, sei da nur am Rande erwähnt. Jedenfalls geht er mit den Fußballern sorgsamer um als Guardiola. Der spielte in München Playstation in echt und nahm keine Rücksicht auf angeschlagene Figuren, was zu einem der zwischenzeitlichen Rücktritte des »Mull« geführt hatte.
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Nun warten wir nur noch auf die Reaktivierung von Lothar Matthäus. Als Spieler. Als Trainer hat er sich ja selbst (den Mund) verbrannt. Schade, denn von allen Fernseh-»Experten« überzeugt er mich mit am meisten. Andererseits: Vor langer Zeit soll er das Kunststück fertiggebracht haben, in einem Satz alle derzeit heiß diskutierten Männer-Delikte unterzubringen. Sportlerinnen soll er, mit entsprechender Handbewegung, zugerufen haben: »Hey, unser Neger hat soo einen Langen!« Belästigung, Sexismus, Rassismus, weißer Minderwertigkeitskomplex und das N-Wort – reife Leistung.
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Oder ein Fake? Weil »Loddar« alles zuzutrauen sei? Dementiert hat er allerdings nie. Auch mein Verdacht verdichtet sich, dass der Tournee-»Gig« von Helene Fischer, in knapp 30 Sekunden eine Maß auf ex zu trinken, ein Fake-Gag sein könnte. Boulevard-Blätter zweifeln schon. Ich auch, wenn ich das Bild sehe, wie sie ein Kilo Bier plus massiven Glashumpen stemmt, ohne dass der Bizeps erkennbar angespannt wird.
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Auf dem Hometrainer werden andere Muskelgruppen gespannt, bei mir aber vor allem die Geduld auf die Folter. Weil ich, wie kürzlich beklagt, vor Langeweile vom Rad zu kippen drohe, erbarmen sich einige Leser und geben gute Tipps (die besten sind in der Online- »Mailbox« nachzulesen. Ich danke Doris Heyer/Staufenberg-Treis, Heinz Wenzel/Lich, und sogar mein alter Kumpel-Kollege »no« gibt aus dem Retiro gute Hinweise).
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Aber niemand hat mir empfohlen, beim Standradeln Sat.1 oder ProSieben zu gucken. Würde ich auch nicht tun, habe ich noch nie getan. Ehrlich! Ich weiß nicht einmal, wo die beiden auf meiner Fernbedienung liegen. Die ersten 18 gehören dort sämtlich zu den Öffentlich-Rechtlichen (ja! Trotz aller Kritik), und dann kommen die Sport-Kanäle. Auch Thomas Ebeling, der Vorstandsvorsitzende von Pro Sieben Sat.1, kann mich nicht locken, denn in einem Hintergrundgespräch, das natürlich öffentlich wurde, hat er seine »Kernzielgruppe« definiert: »Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen.« Der Mann scheint sich schneller aus dem Amt katapultieren zu wollen, als ich nach Einschalten seiner Sender vom Hometrainer fallen kann.  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 17. November 2017 .
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Mittwoch, 15. November, 9.35 Uhr

Die erbetene Extra-Kolumne geschrieben und online gestellt. Also, nicht geschrieben, das war schon erledigt, da es ein “Rück-Blog” geworden ist, sondern zusammengestellt aus den letzten beiden Blog-Monaten. Damit es in der Zeitung besser lesbar ist, suche ich kurze, für sich stehende Absätze heraus. Anderes, Längeres, Komplexeres muss leider draußen bleiben, das würde  den Kolumnen-Rahmen sprengen. Aber dafür haben wir ja den/das Blog.

Breaking News: Tür öffnet sich, KKKK-Liebste schaut rein und mahnt: “Du weißt doch, dass du für mich etwas schreiben musst!?” Ja, ich weiß. Fürs Gießener Seniorenjournal. Gehe gleich ran (erscheint übernächsten Samstag)

Die Überschrift des Rück-Blogs in der Zeitung ist eine andere als im Blog: “Re(h)hagels Spur(r)illen”.  Bisschen holzhämmerig, aber ich gehe lieber auf Nummer sicher, bevor mir eine mitleidige Seele den scheinbar doppelten Schreibfehler in “Rehagels Spurillen” korrigiert. Wahrscheinlich unnötig, aber ich bin immer noch traumatisiert von der “Legalisierung der Okochas”, die ich im letzten Moment verhindern konnte. Damals ist spät am Abend, kurz vor Redaktionsschluss, ein Kollege aus der Technik triumphierend  zu mir gekommen, er habe mir den Arsch gerettet und die Überschrift verbessert. Die Überschrift, auf die ich stolz war: “Die Legatisierung der Okochas”.

So. Und jetzt ran ans Seniorenjournal.

Veröffentlicht von gw am 15. November 2017 .
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Rehagels Spurillen (“Rück-Blog” vom 16.November)

Im Internet begleitet die Web-Site »Sport, Gott & die Welt« die »Anstoß«-Kolumnen von »gw«. In mehrmonatigen Abständen veröffentlichen wir im »Rück-Blog« kurze Auszüge
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10. September: Kühl, klamm, dunkel. Sommer vorbei. Morgen ist der 11. September. Beliebtes Gesellschaftsspiel: Wo waren Sie …? Ich auf Kreta. Im südöstlichsten Zipfel. Kein Einheimischer nahm groß Notiz vom Weltereignis. Wäre schön, jetzt dort zu sein. Aber mehr, als es uns in die Ferne zieht, zieht es die Ferne zu uns. Denn das Paradies, das sind wir. Für sie.
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24. September: Autofahrers Alptraum: Auf der Autobahn bei Rüsselsheim Stau, ein polnischer Kleinlasterfahrer will den Stau umfahren, wendet (!) und rast zurück. Drei Tote. Der Fahrer überlebt. Da fällt mir der bekannte Theologe ein, der eine Ausfahrt verpasst hatte, rückwärts zurückfuhr, von der Polizei erwischt wurde und keinerlei Unrechtsbewusstsein zeigte. Wichtiger Termin in Sachen Gott, wichtiger Mann unterwegs, da könne der Wichtige auch mal die STVO ändern: Wie ich fahre, ist richtig. Es war aber nicht jener Theologe, der nach einem EM-Spiel behauptet hatte, selbst Pferde träten keinen, der am Boden liegt, nur Kroaten. Der war von der anderen Fakultät.
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25. September: Das Rechtschreibprogramm unterkringelt den »Schiedsrichter« seit Jahren unverdrossen rot als Schreibfehler. Dummer Automat. Das sind so meine Sorgen. Die Welt hat heute andere, vor allem die deutsche Welt. Aber was ist eigentlich passiert? Die Prozentverteilung liegt noch im natürlichen Normbereich von ca. 10 jeweils links und rechts und 80 in der Mitte. Überhaupt scheinen die Befürworter einer hohen Wahlbeteiligung von den Geistern, die sie riefen, irritierter zu sein als ich von den rot unterkringelten Schiedsrichtern. Leute, das war doch klar! Mich wundert nur, dass rechts nicht noch mehr Prozente aufschwollen, nach diesem historischen Fehler der Chefin.
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1. Oktober: Jahrzehntelang habe ich im Kolumnen-Ich als »gw« geschrieben, dessen wahres Ich 99,9 Prozent der Leser nicht kannten. »gw« ist so etwas wie eine Abspaltung, sein Ich eine aus der Realität gespeiste Fiktion. Seit (nach meinem altersgemäßen Abgang) Name und Kopf über Kolumnen, Kommentaren etc. eingeführt wurden (was ich allgemein nicht schlecht finde, speziell für mich aber sehr und daher stets verhindert hatte), vergesse ich oft, dass das Geschriebene dem wahren Ich zugeordnet wird und nicht (wie beabsichtigt) als »literarisches« Ich rüberkommt.
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8. Oktober: Meine alte Vermutung, dass Sport ein Phänomen des 20. Jahrhunderts ist. Aber was ist nicht alles in seiner vitalen Erscheinungsform nur ein Phänomen des 20. Jahrhunderts! Der Sport, die Demokratie, der Kommunismus – und ich.
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18. Oktober: Vorgestern ein Anruf. Sehr netter Mensch vom Zeit-Magazin Mann. Einladung zu einer Veranstaltung rund um die aktuelle Ausgabe, in der ich vorkomme. Rund 200 geladene Gäste. Christoph Amend, der Chefredakteur, möchte auf der Bühne ein Interview mit mir führen. Ich lehne ab. Weil ich glaube, meine Stärken (Schreiben) und Schwächen (Reden) zu kennen. Deshalb sei ich ja auch schreibender Journalist geworden. Der freundliche Anrufer zeigt viel Verständnis. Vielleicht hat er ja eine ähnliche Selbsteinschätzung.
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22. Oktober: Spurillen. Ich bin in keiner gestürzt, sondern über einen Poller, Leser wissen es und fragen mitleidig nach den Folgen. Danke der Nachfragen, alles in Ordnung. Glück gehabt. Im Gegensatz zu einer lieben Freundin meiner Liebsten, die jetzt in einer Spurille gestürzt ist und sich den Kiefer und einen Arm gebrochen hat. Armes Mädchen. Die Spurille ist natürlich eine Spurrille, aber seit ich das Wort zum ersten Mal an einem Verkehrsschild gelesen hatte, war es für mich eine »Spurille« mit Betonung auf der zweiten Silbe, ich rätselte lange, was es bedeutet, dieses Wort, das mich an eine Bakterie erinnerte. Erst spät kam ich auf den Trichter, dass das Schild vor Spur-Rillen auf der Fahrbahn warnt.
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28. Oktober: Gigs. Das Wort, das nicht zu meinem aktiven Wortschatz gehört, hatte ich für den Sport-Stammtisch nachschlagen müssen, wobei mir meine Vermutung bestätigt wurde, dass es unter Künstlern, speziell Pop-Musikern, für »Auftritt« benutzt wird, auch für Teile der Inszenierung. So wäre also das Maß-Trinken der Helene F. als Teil der Inszenierung bei ihrer Tournee ein Gig als Gag. Oder so.
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7. November: Nun beginnt die öde, die radlose Zeit. Mit dem Rad, das nicht fährt, sondern steht. Auf dem Hometrainer vergeht die Zeit derart relativ langsam, dass sie mir absolut langsam erscheint. Ich schaffe auch nur höchstens eine halbe Stunde, um nicht vor Langeweile vom Sattel zu fallen.
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12. November: Muss mal im Archiv nachschauen, ich glaube, in früheren Jahren habe ich Rehhagel dummerweise oft mit nur einem »h« geschrieben, und niemand hat’s gemerkt. (nachgeschaut: In »gw«-Texten tauchen sieben Rehagels auf) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 15. November 2017 .
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Heiko Sichau: DFB-Akademie

Gerade höre ich im Radio, dass sich die Kosten
von 90 Millionen auf 150 Millionen erhöhen sollen. Begründet wird dies mit den Rechtsstreitigkeiten. Ich habe das Gefühl, dass sich die Kosten an den Transfersummen der Profispieler orientieren. Hier also 0,67 Neymar.
Da bin ich mal auf die tatsächlichen Kosten gespannt. (Heiko Sichau/Krofdorf)

Veröffentlicht von gw am 14. November 2017 .
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Baumhausbeichte - Novelle