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Drei alte Zausel (Montagsthemen)

Veröffentlicht von gw am 14. Januar 2019 .
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Sonntag, 13. Januar, 15.15 Uhr

Beim eigenen Korrekturlesen wollte ich nachschauen, ob ein Katheder, rohrdick durch mein bestes Stück geführt (siehe Montagsthemen, Link rechts gw-Beiträge Anstoß), männlich, weiblich oder sächlich  ist. Ich hatte Katheder geschrieben. Mit „d“. Im letzten Moment korrigiert. Die Kollegen hätten sich schlapp gelacht. Und erst die Leser, wenn’s ins Blatt durchgerutscht wäre …

Wäre mir tatsächlich ein Katheder eingeführt worden und kein Katheter, hätte ich nicht mehr nicht gewusst, ob ich Männchen oder Weibchen bin, sondern ganz genau gewusst, wie das Katheder sehr sächlich geworden zu sein. Aua!

Mit dem eingeführten Katheder hätte ich es ganz sicher in den „Hohlspiegel“ geschafft. Glück gehabt.

Veröffentlicht von gw am 13. Januar 2019 .
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Sonntag, 13. Januar, 6.25 Uhr

Seltsam, im Nebel zu wandern … und wenn es nur die drei Meter zum Briefkasten und zur FAS sind … wenn’s überall stürmt, ist hier auf dem Gipfel Ruh, spürest du kaum einen Hauch … wer jetzt kein‘ Schnee hat, baut sich keinen Schneemann mehr … Und ich muss euch sagen, hier herbstet es sehr … und das in den Iden des Januars (wenn es die auch im Januar geben sollte, so weit reicht momentan die Bildung nicht) … Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben …  Kein Mensch kennt den anderen. Jeder ist allein …

Das kommt davon, wenn man mit Goethe, Hesse und Rilke aufwacht und der (nur schlaf-) trunkene Kopf noch im nächtlichen Nebel steckt. Draußen ist es gar nicht neblig.

Aber seltsam ist es schon, hier im Mittelhessenland zu  wandern, und wenn es nur drei Kilometer sind, gestern, aber echt im Nebel, hoch oben auf der Kuppe über Königsberg, beim Feld-und-Waldi-Gehen, durch die Schwaden zu stapfen, Match an den Schuhen, klitschenass, einen Hügel weiter den grasgrünen Hang zu wissen mit dem einsamen, unbeschäftigten Skilift, und draußen im Land, drunten im Süden, soll Schnee-Chaos herrschen. Soll? Es herrscht, und wie! Klingt für den wandelnden Wanderer im Lahn-Dill-Land aber fast wie Fake-News.

Dort unten, in Obertauern, sind sie eingeschneit, lese ich, und schon wandern die Gedanken dorthin und eine Million Jahre vor unsere Zeit zurück, in die 60er, zum Skikurs der Uni Gießen in Obertauern, als wir ebenfalls eingeschneit waren, was aber niemanden interessiert hat, denn wir wollten ja nicht weg von dort. Damals war’s, als ich scheinbar echte, irrwitzige Fake News las, von dem Ami, der rückwärts über die Latte sprang, fast 2,20 m hoch, welch ein Blödsinn, ihr glaubt aber auch alles … und ein paar Monate später wurde er Olympiasieger und mit seinem Flop unsterblich. Und damals war es auch, als ein Wort ohnmächtige Wut weckte, „Vietnam“, die frühe Steigerung von „Trump“. Der hat wenigstens noch keinen Krieg angezettelt.

Damals war es auch, als ich noch Handballer und  noch kein Kugelstoßer war und ebenfalls noch Feldhandball spielte … und damit weg vom Nebel im Kopf, auch wenn es schon geflowt hat, was nicht von Schneeflocke, sondern von Flow kam, und hin zum Sport und damit zur Geschäftsgrundlage: Herrliche Erinnerung von Hans Glaum an seine Handballzeit im Handkäsland, zu lesen in der „Mailbox“ (Link rechts) und wahrscheinlich auch in Auszügen nachher in den „Montagsthemen“.

Langsam bin ich alt genug, um aus eigener Erfahrung zwischen Wetter und Klima unterscheiden zu können. Selbstempirische Erkenntnis: Der Klimawandel, es gibt ihn. Menschengemacht? Keine Ahnung. Aber vielleicht zu anthropozentrisch gedacht. Die Erde muss nur einmal rülpsen, so krakataumäßig, die Sonne  nur einmal ihre Protuberanzen zu großzügig  abzufeuern, und schon versinkt unter den Myriaden der Muff von tausend menschlichen Feinstaubjahren.

Reiß dich zusammen, Mensch! Zur Tages-Agenda, beginnend mit den Meldungen der Nacht.

Deutsche Möbelhersteller fürchten ungeregelten  Brexit. Also wieder einmal: Auch Deutsche unter den Opfern. Vielleicht sogar vor allem Deutsche.

Kontrast-Katastrophenmeldung aus dem Wetter-Klima-Bereich, auf den Kopf gestellt, nämlich down under: In Australien wird eine Deutsche vermisst. Rettungskräfte haben die Hoffnung aufgegeben, sie lebend zu finden. Die 62-Jährige war alleine zu einer Wanderung in den Outbacks aufgebrochen, wo derzeit 45 Grad im Schatten herrschten, wenn es denn dort Schatten gäbe (in diesem Satz müsste man eigentlich drei, vier Ausrufezeichen in Klammern einstreuen).

„Wir brauchen 5G an jedem Milchtank“, fordert der Bauernpräsident. Schnelles Internet in jeden Kuhstall.

Jäger fordern Jagd auf Nilgänse. Ach ja, die hatte ich längst vergessen. Die Nilgans war ja für mich eine Parabel (oder eine Metapher? Synonym? Gleichnis? Was weiß denn ich) für ein gewisses gesellschaftliches Hauptproblem, aber in diesem Sommer waren die in den Sommern zuvor gesichteten Masseneinwanderer in meinen mittelhessischen Radlergefilden kaum noch zu sehen, auch in den Lahnauen nicht, wo sie sich in fast schon beängstigenden Massen festgesetzt hatten. Jetzt sind sie weg. Oder hat sich das Problem nur verlagert? Siehe Schnee?

Und dann auch noch das. Bild online: Helene und Florian – Tränen-Wiedersehen auf der Bühne. Nachbarin, euer Kotz-Tütchen!

Smartphone plinkt und blinkt. Moment mal. Aha: Regen beginnt in 45 Minuten.

Und das muss für heute früh genügen.

 

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 13. Januar 2019 .
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Montag, 7. Januar, 11.20 Uhr

Einige ausgewählte Mails online gestellt. Den WBI-Vorschlag von Florian Abt wollte ich am Samstag in den Sport-Stammtisch stellen, aber der Schreib-Flow führte mich über andere Stichworte weg davon, und schließlich blieb kein Platz mehr. In die Kolumne stellen wollte ich den Text allerdings nicht als WBI-Rätsel, sondern als schönes Beispiel, warum ich es langsam auslaufen lasse. Denn solche Texte würde auch ich gerne schreiben, doch die meisten Teilnehmer würden schon nach dem ersten Satz den Gesuchten googeln können, spätestens aber mit den Stichworten Georgetown, College und Gefängnis. Die Texte, die ich schreibe, um es den Suchmaschinen-Profis nicht zu leicht zu machen, sind für interessierte Nicht-WBI-Profis längst nicht so mit Gewinn lesbar wie der unseres Lesers.

Veröffentlicht von gw am 7. Januar 2019 .
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Sonntag, 6. Januar, 6.35 Uhr

 

Auf der Suche nach einem alten Blog-Eintrag über die „Lügenpresse“ (weil vielleicht für die gleich zu schreibenden „Montagsthemen“ passend) auf einen anderen gestoßen, geschrieben vor ziemlich genau drei Jahren:

 

10. Januar 2016
Nach der seltsamen Begrüßungsorgie schlägt das Pendel jetzt in die andere Richtung aus. So viele wie möglich so schnell wie möglich abschieben! Ungerechtigkeit Unschuldigen gegenüber, nachdem man zuvor unkontrolliert viele hereingelassen, ja hereingebeten hat, wobei von vornherein klar war, dass sich eine Un-Kultur von kleinkrimineller Unterschicht, Bandenunwesen und Terroristen die Einladung nicht zweimal sagen lassen würde. Leidtragende sind Migranten, die schon lange hier sind, sich zu integrieren versuchen oder es bereits sind, und die jetzt unter dem Wahnsinn leiden, den die Politik angerichtet hat.

Erst auch die Un-Kultur einladen, dann überrascht sein, dass sie ist, wie sie ist, und nun am liebsten alles abschieben, was sich abschieben lässt. Das werden oft genug die Falschen sein bzw. die Richtigen, die unser Land brauchen könnte.

Der Mob der Un-Kultur ist clever und flexibel genug, um Abschiebung weniger fürchten zu müssen als zum Beispiel eine integrationswillige Familie mit Schulkindern.

Am schlimmsten wird es für Kinder, die hier zur Schule gehen, gut integriert sind, das Land lieben und deutscher sind als mancher deutsche Hartzvierer, jetzt aber mehr denn je von Abschiebung bedroht sind.

Die Sache ist von Grund auf schiefgelaufen.

Wir schaffen das nicht.

 

Besser weiß ich es auch heute noch nicht.

Das Textfragment über die Lügenpresse habe ich dann auch noch gefunden:

Es gibt keine »Lügenpresse«, sie steckt auch nicht mit der Politik unter einer Decke. Nur: In all den Jahren hat sich eine privilegierte Gemeinschaft der Gleichgesinnten formiert, die das Recht der Bevormundung auf ihrer Seite wähnt. Nun mucken die Bevormundeten auf, mal dumpf, mal gescheit, mal empört, mal ängstlich, mal alles zusammen.

Daran erinnert habe ich mich beim Lesen eines SZ-Interviews vom Freitag mit Jay Rosen, einem Journalismus-Professor aus New York, der den Sommer in Deutschland verbracht hat, um hier die Medienlandschaft zu beobachten. Frage: Was fiel Ihnen auf? Antwort: „In Deutschland begegnete mir natürlich häufig der Begriff Lügenpresse. (…) Spannender fand ich aber den Begriff der Systempresse (…) – die Überzeugung, dass mediale und politische Eliten  ein- und dasselbe sind und gemeinsame Sache machen. Und mein Eindruck war, dass dieser Vorwurf  nicht ganz aus der Luft gegriffen ist.“

Meiner auch. Ich brauchte dafür aber nicht einen Sommer, sondern fast 50 Jahre Berufserfahrung in Deutschland. Und was Rosen nicht wissen kann: Das gilt nicht nur für den Hauptstadt-Journalismus, sondern auch für den regionalen. Was keine Anklage ist, nur die unbeteiligte Beobachtung der Erdlinge vom Weltall aus. Meist ist es auch keine bewusste Kungelei, sondern, wie in der Flüchtlings-Causa, vermeintlich vom Wohle des Landes motiviert.

Von hinter dem Mond beobachtet? Nee, da wohnt ja keiner, wissen wir jetzt.

Na ja, wohl kaum als Textbausteinchen für die „Montagsthemen“ verwendbar. Zu komplex. Oder?

Auch dieses Gelesene (online bei SZ oder Zeit, weiß nicht mehr, wo) wird es wohl nicht in die Kolumne schaffen: Eine Journalistin beklagt sich, dass sie immer auf ihren großen, offenbar sehr großen Busen reduziert wird. Kann ich, obwohl Mann, gut verstehen. Aber die Dame geht ins Extrem. Sinngemäß: Eine großbusige Frau habe das Recht, auch mit einem Dekollete bis zum Nabel von interessierten männlichen Blicken auf ihren Busen verschont zu bleiben.

Tja. Was soll man (mann und frau)  dazu sagen? Am besten gar nix.

Da fällt mir ein, dass gestern ein Mann (71) Opfer von weiblichem Sexismus wurde. „Was hast du noch für einen schönen Popo!“, sagte ihm eine Frau ins Gesicht und klopfte auf die entsprechende Stelle. Empörend! Nicht wegen Wort und Tat, sondern wegen des altersdiskriminierenden „noch“ im sexistischen Satz.

Zusatz des Alien vom Mars: Das ist weder sexistisch noch altersdiskriminierend, sondern der realitätsverzerrende Blick einer liebevollen Frau nach 35 Jahren, in denen der Zahn der Zeit auch am Popo genagt hat.

Was man so alles am frühen Morgen im noch duselnden Kopf dahin schreibt … Zusammengerissen! Was liegt an? Aufmacher in der FAS: „Politiker fordern mehr Schutz.“ Ach ja, der Datendiebstahl. Ich weiß, wie alarmiert man sein müsste. Lässt mich trotzdem kalt. Hübsche kleine Überschrift: „Lindners Fall und Habecks Aufstieg.“ Klingt ein bisschen nach John Irving („Gottes Werk und Teufels Beitrag“). Am schönsten aber diese Überschrift zum Wetter:  „Es ist Winter. Es schneit.“

So, jetzt aber Gedanken sammeln und auf Stichworte für die Kolumne konzentrieren. Hand/Tricksen, Ronaldo/Statue, Gewichtsklassen/Skispringen, Gebäck/meins ist weg und natürlich: Ribery und das goldene Steak. Mit dem vierfachen Asterisk beim F****, den „…icke“ im Blog nicht brauche, und mit dem wunderhübschen Fluch „Ihr seid nicht mehr als die Kieselsteine in meinen Socken!“

Aber jetzt kommt erst mal die Sonne in meinem Herzen. KKKK.

 

 

Veröffentlicht von gw am 6. Januar 2019 .
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Baumhausbeichte - Novelle