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Mark Eckerle: Jetzt muss ich Ihnen doch mal schreiben

Offenbar war ich als 56er Jahrgang (in Butzbach geboren, nach 3 Tagen und bis jetzt ein bekennender Nauheimer Bub) und mit Unterbrechungen letztlich doch regelmäßiger WZ-Leser bisher nicht „reif“ (bissi schleimig, ich weiß) für Ihre Ergüsse, aber seit ein paar Monaten sind sie für mich eine wirkliche Bereicherung. Das Schlimme ist,  … (weiter in der Rubrik rechts „Mailbox“)

Veröffentlicht von gw am 7. März 2021 .
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Mark Eckerle: Jetzt muss ich Ihnen doch mal schreiben

Offenbar war ich als 56er Jahrgang (in Butzbach geboren, nach 3 Tagen und bis jetzt ein bekennender Nauheimer Bub) und mit Unterbrechungen letztlich doch regelmäßiger WZ-Leser bisher nicht „reif“ (bissi schleimig, ich weiß) für Ihre Ergüsse, aber seit ein paar Monaten sind sie für mich eine wirkliche Bereicherung. Das Schlimme ist, dass ich festgestellt habe, dass ich mit Ihnen weitgehend übereinstimme in dem, was Sie so von sich geben. Als teilweise destruktiver und alberner Nachfolger der „68iger“ (meine Lehrer der Ernst-Ludwig-Schule konnten davon ein Liedchen singen – und dabei kam gar nicht alles raus) habe ich mir eine eine gewisse Renitenz bewahrt, die meine wohlgeratenen 4 Kinder manchmal sprachlos werden lässt. So bin ich bis heute ein Fan von „Ulle“ und werde es bleiben – bisher fühlte ich mich damit eigentlich alleine. Ach ja, in Gießen habe ich studiert, bin in einem kleinen Kellerloch am Schwanenteich für 100 Mark im Monat meinen juristischen Studien nachgegangen und fühlte mich 2x in der Woche genötigt, einem gewissen Assistenten namens Volker Bouffier  abends meine FAZ zu überlassen, bis ich die Rundschau abonniert hatte – das war damit dann erledigt. In 2004 habe ich der Stadt BN (und BM Rohde) mit meinem erfolgreichen Bürgerbegehren für die bis heute erhaltene Skiwiese doch ein paar Schwierigkeiten bereitet – soviel zur Aufmüpfigkeit.
Der eigentliche Anlass meiner Mail ist Ihre kürzliche Erwähnung der „Dubble Bubbles“, die für mich zusammen mit der 20 Pfennig „Einfach Eiscreme“ (Capri war mit 30 Pfennig zu teuer) von Langnese untrennbar mit meiner Kindheit verbunden sind. Ich habe mir tatsächlich eine Packung im Internet bestellt – ja, schon „e bissi Deschawüh, abber eebe doch nedd so schee, wie damals“. Gleichwohl würde ich Ihnen ja gerne ein paar Exemplare zukommen lassen, aber ich befürchte, dass sie Sie aus Risikogründen bei der GAZ/WZ nicht erreichen werden. Aber vielleicht ergibt sich ja mal ein direkter Kontakt und ich kann Ihnen „e paar zuschdegge“. Die sind dann in meiner Hosentasche (Sack zu sagen traue ich mich nicht) schön vorgewärmt und damit sehr nah am früheren Aroma. (Mark Eckerle/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 7. März 2021 .
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GenderI*nnen

 

Vielleicht lesen wir demnächst dann in Fußballlehrbüchern „Außen verteidigen die AußenverteidigerI*nnen, innen die InnenverteidigerInnen“.
Da macht jede Übersetzungssoftware die Grätsche!
Werden in Lappland feige LappI*nnen WaschlappI*nnen genannt? (Werner Haaser/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 7. März 2021 .
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The Gender Gap

Was früher der Atomkrieg im Vogelsberg ist heute das Gender-Scharmützel in Deutschland. Als Gesinnungspazifist beteilige ich mich nicht (mehr) an solchen kriegerischen Auseinandersetzungen, auch wenn sie nur absurder Art waren oder sind. Etwas viel Ältere erinnern sich an The Fulda Gap, der, die oder das Fulda-Lücke, derdiedas Englische nimmt das nicht so genau. Zum Fulda Gap gehörte auch der Vogelsberg, hier, in seinen unwegsamen Waldgebieten,  erwartete die Nato einen Panzerdurchstoß des Warschauer Paktes. Sollte der böse Feind wie einst Rommels Blitzkrieger trotz oberhessischer Partisanen durchstoßen, erwarteten  ihn auf unseren mittelhessischen Straßen Atomfallen. Wir fanden sie auch, scheinbar über Nacht aufgetauchte frisch asphaltierte Stellen, wir suchten sie akribisch ab und fanden … na ja, so viele, dass die darunter liegenden Atomsprengfallen die Erde pulverisiert hätten und den Mond dazu.

The Gender Gap. Die Lücke im Argumentations-Bollwerk der SprachaktivistI*nnen. Selbst diese haben noch nie einen vollständig und korrekt durchgegenderten Text geschrieben. Geht gar nicht. Versuchen Sie’s mal. Für jeden, ob Freund oder Feind des Sprachgenderns, absolut unlesbar. (Und was, wenn PETA die geschlechtliche Sprachdiskriminierung der Tiere aufgreift, liebe Säue, Eber und Ferkel?). Die Sprachgenderer wissen das auch und empfehlen, Texte nach eigenem Gusto zu gendern. Also willkürlich scheinbar ungefährliche Wörter ungegendert zu lassen.

Bei Übersetzungen kann derartige Willkür Texte verfälschen. Oft fällt es mir in übersetzten Interviews mit englischsprachigen Interviewpartnern auf. Da wird gegendert was das Zeug hält und was das „the“ nicht her gibt. Oder „the americans“, die in Obamas Erinnerungen (nebenbei: großartiges Buch, mit wachsendem Respekt und Sympathie für Obama gelesen) immer als „Amerikaner und Amerikanerinnen“ übersetzt werden. Was Obama selbst sicher okay findet (ich weiß auch nicht, ob im Original womöglich etwas anderes als „americans“ steht), aber was, wenn ein englischsprachiger Gegner des Sprachgenderns einen argumentativen englischen Text verfasst und er deutsch eingegendert wird? Un-willkürlich denkt man,  der gendere ja doch selbst.

Vorschlag zur Güte: Übernehmen wir das „the“ doch einfach als geschlechtsgenerelles „das“ ins Deutsche.

Obwohl: Wenn im Hessischen über „das Mensch“ geredet wird, ist immer nur die weibliche Form gemeint, und zwar sehr, sehr diskriminierend.

Deutsche Sprach schwere Sprach.

Ist The Gender Gap The Fulda Gap der SprachaktivistI*nnen?

Veröffentlicht von gw am 7. März 2021 .
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Die Vergangenheit der Zukunft („Mein progressiver Alttag vom 6. März 2021 im Gießener Seniorenjournal

Beim Aussortieren von Taschenbüchern aus den überquellenden Bücherregalen greife ich nach einem grünen Suhrkamp-Bändchen. Ach ja, der »Steppenwolf«. Vor langer Zeit gelesen und längst vergessen. Ob er heute noch Seelenfreund sein kann, wie damals für die Hippies? Ich lese und komme bis Seite 29: »Einer von diesen Tagen: maßvoll angenehm, durchaus erträgliche, leidliche, laue Tage eines älteren unzufriedenen Herrn, Tage ohne besondere Schmerzen, ohne besondere Sorgen, ohne eigentlichen Kummer, ohne Verzweiflung, Tage, an welchen selbst die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, dem Beispiele Adalbert Stifters zu folgen und beim Rasieren zu verunglücken, ohne Aufregung oder Angstgefühle sachlich und ruhig erwogen wird.«
*
Ist diese grauenvolle Beliebigkeit des späten Lebens die Zukunft meines progressiven Alttags? Um dann wie Stifter fresssüchtig und alkoholkrank … (weiter in der Rubrik rechts „Mein progressiver Alttag“) 

Veröffentlicht von gw am 5. März 2021 .
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