Sport-Stammtisch (vom 21. Juli)

Flashback. Kaum ist die WM vorbei und verdrängt, da taucht eine doppelseitige Anzeige im Stern auf und blitzt uns zurück. »Best Never Rest«, fünf der rastlosen Ex-Besten stürmen hinter zwei neuen C-Klassen auf uns zu, und in Stuttgart raufen sie sich die Haare. Weil solche Anzeigen Vorlaufzeit haben und kaum storniert werden können, bekommen wir noch einmal die volle Dröhnung der abgehobenen, überheblichen und oberpeinlichen DFB-Expedition ab. Neue Mercedes-Modelle, beworben mit im Hochmut gefallenen WM-Versagern – Daimler-Boss Zetsche soll sogar seinen stattlichen Schnauzer ausgerauft haben.
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Schmerzhaft auch dieser Flashback: »Davie Selke ist nach seiner schweren Verletzung operiert worden. Selke hatte sich bei einem Zusammenprall einen Pneumothorax zugezogen. Dabei sammelt sich Luft im Brustkorb an, was zum Zusammenfallen eines Lungenflügels führt.« Schon bekomme ich keine Luft, da schwer vom Rad gestürzt. In der Klinik wird mir bei vollem Bewusstsein die Seite aufgebohrt und mit einem eklig an den Rippen schabenden Geräusch ein Schlauch in die implodierende Lunge geführt. Damals dachte ich nur: Wie blöd, wie lästig, und das ausgerechnet mitten in der WM 2002. Dass ich schwer verletzt war, kam mir nicht in den Sinn und flashbackt jetzt dank Selke. Und in der Ferne höre ich mit Grausen die Rippenbohrmaschine sausen.
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Noch weiter zurück blitzt es, als ich im Spiegel die ulkige Story von Stefan Kuzmany lese, der vor 14 Jahren als taz-Redakteur in einer Satire über zu erwartende Aktionen des CSU-Nachwuchspolitikers Markus Söder gejuxt hatte, Söder wolle alle Grünen zum Drogentest schicken und Eltern, die ihren Kindern deutsche Namen geben (»Klaus statt Kevin«) das Kindergeld erhöhen. Den gewollten Quatsch klaubte erst die Süddeutsche aus dem Archiv, in dem die Satire verstaubt und zur staubtrockenen Tatsache herangereift war. Jetzt erschien in der New York Times ein Söder-Porträt, und, Sie ahnen es: … mit Kevin und dem Drogentest.
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Noch’n Flashback: Als ich 1990 erfuhr, dass ein Leichtathlet die Dopingkontrollen ad absurdum führte, indem er die schriftliche Aufforderung, zum Test zu kommen (so ging das damals), ebenfalls schriftlich ablehnte, schrieb ich: »Höflich, aber bestimmt antwortete der Sportler, er habe keine Zeit.« Dreimal habe er auf diese Art Dopingtests vermieden, ergänzte ich, obwohl ich die genaue Zahl nicht wusste. Kurz danach berichtete auch der Spiegel von drei Weigerungen. Hatte ich per Zufall die richtige Zahl getroffen, die kritisch-investigative Journalisten penibelst recherchiert hatten? Möglich. Aber der nächste Satz lautete »Höflich, aber bestimmt erwiderte der Athlet, er habe keine Zeit.« Auch das Zufall und der Plagiats-Vorwurf nur die fixe Idee eines Provinzjournalisten mit Minderwertigkeitskomplex? Nein, der Beweis, dass das Nachrichtenmagazin von mir abgeschrieben hat, ist ebenso zwingend wie peinlich, denn sowohl die Form (»höflich, aber bestimmt«) als auch den Grund (»habe keine Zeit«) der Ablehnung . . . hatte ich mir einfach nur ausgedacht.
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Kein Ruhmesblatt, ich weiß. Erst recht nicht für den Spiegel. Damals kein Wort zu der Peinlichkeit, heute, nach meinem feixenden Hinweis, ebenfalls keine Reaktion. Sei’s drum. Wahrscheinlich stehen sie beim Spiegel mehr unter Druck als wir in der Provinz und können sich Selbstveralberung weniger leisten.
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Apropos Spiegel und »unter Druck«. In »Ohne weitere Worte« vom Dienstag wurde auch der russische Nationaltrainer Tschertschessew zitiert, der auf die Frage, ob er unter Druck stehe, antwortete: »Darf ich fragen, was Deutsche immer mit dem Druck haben? Das ist euer Lieblingswort, oder?« – »Ja! Ja!! Ja!!!«, jubilierte da unser Marburger Leser Dieter Metz, der in den letzten Jahren »Druck«-Schlagzeilen gesammelt hat (auch bei uns). »Zur Kontrolle habe ich es verglichen mit der Häufigkeit anderer wohlfeiler Schlagzeilenbegriffe wie ›Empörung‹ und ›Hetze‹. Der ›Druck‹ ist konkurrenzlos. Wie soll es auch anders sein in einem Land, in dem ein Torwart zum Titan wird, weil er von nichts anderem reden kann als vom Druck und sich dabei so gepresst artikuliert, als säße er ständig auf Klo und drückt und drückt, und raus kommt …« – Die »Druck«-Sammlung ist im Blog »Sport, Gott & die Welt« (dort in der »Mailbox«) nachlesbar.
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Wie auch ein altes Interview mit Matthias Beltz. Denn im Zusammenhang mit dem »68er«-Jubiläum gab es Nachfragen. Vor Jahren sei ein tolles Beltz-Interview erschienen, in der Überschrift sei es um Dutschke und die Szene-Disco Scarabee gegangen, im Netz sei es aber nicht zu finden. Stimmt, ich hatte versäumt, das Interview von 2001 online zu stellen. Das ist jetzt nachgeholt. Ich war und bin froh und stolz, dass Matthias Beltz nicht nur dieses Interview zu einem Ereignis gemacht hat, sondern sich im Lauf der Jahre für viele – zumindest für mich – unvergessliche Zeitungsprojekte (wie unsere »Jahresendzeitkolumnen«) gerne und übrigens ohne jedes Honorar bereit erklärt hatte. Wer das Interview nicht kennt, möge reinklicken: »Das Attentat auf Dutschke und die Durchsage im Scarabee«. Es lohnt sich.
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Für Selbstbeweihräucherung alter 68er taugt das Interview allerdings nicht. »Der Traum war eigentlich nicht großrevolutionär, sondern eine tolle Frau zu haben. (…) Es gab nicht das Gefühl, wir Linken sind die Besseren, sondern: Die anderen schaffen es besser mit ihrem Leben umzugehen, und ich bin zu doof dazu. (…) Dass wir gemerkt haben: Wenn wir aus den Frankfurter Spontikreisen die Macht hätten, dann wird’s mit Sicherheit nicht besser werden, denn die eigene Qualifikation, das haben wir an der Organisation des Privatlebens gemerkt, ist ja nicht gerade bedeutend gewesen.«
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Das tut manchen APO-Opas und -Omas richtig weh. Und der folgende »echte Beltz« würde heute nicht bei dem Herzens-Kommunisten verortet, sondern ganz anderswo: »Der Philosemitismus oder die Verherrlichung von Ausländern ist vollkommen bescheuert. Ausländer haben genauso das Recht, Arschlöcher zu sein wie wir Deutsche, und sie sind’s ja auch oft genug.«
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Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, kam in einem SZ-Interview vom letzten Samstag »ein Klassiker-Zitat in den Sinn: Ach wär doch Größe immer gut und Güte immer groß.« Wie bei Matthias Beltz, unserem unvergessenen Hessen im Himmel. (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Geschrieben von gw am 20. Juli 2018. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Das Attentat auf Dutschke und die Durchsage im Scarabee (Matthias-Beltz-Interview vom 9. Februar 2001 / Komplett-Fassung bisher nicht im Netz, auf mehrfachen Leserwunsch nachgereicht am 19. Juli 2018)

 

Mit Matthias Beltz im Gespräch über Gießener Wurzeln und Frankfurter Sponti-Zeiten

Das Attentat auf Dutschke und die Durchsage im Scarabee

In der Wilhelmstraße: »Ich habe mir ausgemalt, wie es wäre, in diesen schönen Häusern zu wohnen« – Die Demo-Szene, das Glücksgefühl und die Frauen

 

In den Diskussionen der vergangenen Wochen ging es scheinbar um Aufklärung und Sühne von Straftaten, mit denen einige – heute an prominenter Stelle staatstragende – Politiker aus der ominösen 68er-Generation in Verbindung gebracht werden oder wurden. Doch in Wahrheit spielen Schuldzuweisungen, Parteipolitik, linke Nostalgie und späte Rechthaberei die Hauptrolle. Wir beide, Matthias Beltz und Gerhard Steines (gw), wollen in unserem Gespräch andere Schwerpunkte setzen. Wir sind annähernd gleich alt (Jahrgang 45 bzw. 47), kommen aus kleinbürgerlichem Milieu und haben unsere Kindheit zum Teil in der selben Gießener Vorstadtgegend verbracht (ohne uns damals kennen gelernt zu haben). Wir wollen versuchen, uns an die eigene Befindlichkeit zu erinnern, die ähnlich gewesen sein muss, aber in unterschiedliche Lebenswege mündete. (gw)

 

gw: »Sie sagten kürzlich in einem Interview, im Vergleich zu den Hunderttausend, die zur Love-Parade kommen, seien die paar tausend Demonstranten damals eine kleine Minderheit gewesen. Ich habe da eine andere Erinnerung: Links denkende und vor allem links fühlende Jugendliche waren für mich Mitte der 60er Jahre keine Minderheit, sondern die Regel. Auch fühlten wir uns nicht vom Staat drangsaliert, sondern von Eltern und Lehrern. Und unter den Lehrern dominierten nicht die alten Nazis, sondern junge bis mittelalte Pädagogen, einige mit idealistischem Antrieb, manche ganz ohne Antrieb, andere mit autoritärem Gehabe und/oder ganz >normalem< Sadismus. Die Nazi-Altlasten der Schule gab es, sie wurden aber nur als Einzelexemplare und Sonderlinge angesehen und auch so behandelt.«

Beltz: »Ich habe das ganz anders in Erinnerung. Ich habe 1964 Abitur gemacht, war an der Herderschule, und mein Bruder und ich waren als Kriegsdienstgegner dort die absolute Minderheit. Auch beim Ostermarsch waren wir die einzigen von unserer Schule, vielleicht war noch einer vom LLG oder der Liebigschule dabei, jedenfalls gehörten wir zu einer absoluten Minderheit, was Linksorientierung betrifft. Wo das Rebellische herauskam, das war die Musik. Stones oder Beatles, das haben die Eltern natürlich nicht gemocht, >Negermusik<, insoweit stimmt die Konfrontation mit den Eltern kulturell, aber das habe ich politisch als >links< überhaupt nicht wahrgenommen. Ich kann mich auch erinnern, dass einer in der Schule zu mir gesagt hat, ich sei ein Kryptokommunist – da musste ich erst mal nachgucken, was das ist. Die anderen waren alle hundertprozentig gegen den Kommunismus.«

gw: »Merkwürdig, diese unterschiedlichen Empfindungen. Zu der Zeit ging ich nicht mehr auf die Herderschule in Gießen, sondern in Wetzlar auf die Goetheschule. 15 Kilometer Luftlinie – und schon völlig andere Verhältnisse? Oder trügt die Erinnerung. Sie? Mich? Uns beide?«

Beltz: »Weiß der Kuckuck. Ich erinnere mich, dass ich `68, am Gründonnerstag, in den Scarabee gegangen bin, den Jugend-Schuppen, das war nach dem Attentat auf Rudi Dutschke. Ich habe eine Durchsage machen wollen, dass wir jetzt demonstrieren. Das mit der Durchsage haben sie gerade noch erlaubt, aber eigentlich waren sie muffig, und die Musik wurde auch gleich wieder angedreht. Aber es kann sein, dass der Unterschied darin liegt, dass Gießen mehr Dienstleistungsstadt und Wetzlar mehr von Industrie geprägt war.«

gw: »Wir in Wetzlar jedenfalls fühlten uns fast alle als >Linke<, nicht aus theoretisch abgesicherter Überzeugung, sondern weil man als Jugendlicher eben links zu sein hatte. Aber es stimmt, das war eher eine kulturelle als eine politische Revolte. So bestand meine größte >revolutionäre Tat< nur darin, beim Einmarsch für die Bundesjugendspiele als einziger aus unserer Klasse den Marschtritt – übrigens zum Radetzkymarsch – zu verweigern. Ich fühlte schon damals, gab es vor mir selbst aber nicht zu, dass ich in Wahrheit keine politischen, sondern rein persönliche Gründe hatte. Ich bin kein Mitmarschierer, erst recht kein Voranmarschierer, egal für welchen Zweck. Mir war später auch klar, dass der Grund, mich niemals zur Bundeswehr einziehen zu lassen, kein pazifistischer war, sondern ein egoistischer. Aber Pazifismus war das überzeugendere Argument, auch mir selbst gegenüber.«

Beltz: »Ich habe den Kriegsdienst verweigert, und ich hatte auch Angst vor dem Atomkrieg, aber das Hauptmotiv war wahrscheinlich die Angst vor dem Kasernenhofton, vor dieser etwas brutalisierenden Männergemeinschaft. Und das hat sich dann bei mir ähnlich gemischt, dass der Pazifismus, den man ja auch nachweisen musste, diese Angst überlagert hat.«

gw: »Ich bin nie mitmarschiert, weder bei Demos noch beim Bund – dennoch fühlte ich mich ausgeschlossen und hätte gerne dazugehört. Ein Gefühl, das sich ein paar Jahre später wiederholte: Notstandsgesetze. Erste große Demo in Gießen, von der ich erfuhr. Ich saß in einem Politik-Proseminar, hatte gerade Jaspers‘ >Wohin treibt die Bundesrepublik?< durchgearbeitet und war daher sehr empört. Ich bin hingegangen zur Demo, wollte mitmachen, habe aber dann doch nur zugeguckt. Die alte Mitmarschierhemmung. Sie dagegen sind wohl marschiert, wahrscheinlich vorne weg. Mich interessiert dabei nicht, ob Sie Worte, Tomaten oder Steine geworfen haben, erst in Gießen und später in Frankfurt, sondern: Wie fühlt sich das an, mitzumarschieren? Gibt das ein heimeliges Zusammengehörigkeitsgefühl? Kameradschaft an vorderster Front? Kürzlich las ich vom >umfassenden Glücksgefühl<, wenn man zur Demo-Szene gehörte, was auch mit den Frauen der Szene zu tun haben sollte …«

Beltz: »Zunächst mal: 1965 haben wir in Marburg eine Kundgebung gegen Notstandsgesetze gemacht, die wurde dann gestört durch rechte Verbindungsstudenten mit der Parole: Wer gegen die Notstandsgesetze ist, unterstützt Ulbricht. Und das wiederum führte dazu, dass Professor Abendroth auf diese Studenten losstürzte und rief: >Geben Sie mir Ihren Ausweis, ich möchte wissen, wer Sie sind, ich bin hier Professor.< Was sehr witzig war, denn die Antiautoritären waren damals die rechten Studenten, die haben damit angefangen, Veranstaltungen zu sprengen. Aber ich habe mich weder in Marburg noch am Anfang in Frankfurt als dazugehörig verstanden. In Marburg, in Ockershausen, hab‘ ich mit anderen Leuten zusammengesessen und mein Bier getrunken, die waren zum Teil eher rechts oder konservativ orientiert, aber mit denen bin ich besser zurechtgekommen. In Frankfurt hat es dann zwei Jahre, bis 1968, gedauert, bis ein Gemeinschaftsgefühl entstanden ist auf Demonstrationen, was auch mit diesen etwas archaischen Ritualen zu tun hat, dass man Ketten bildet, sich einhängt und durch die Gegend rennt wie blöd. Und dieses euphorische Glücksgefühl . . . also, das Mitreißenlassen macht ein Gefühl, das ja auch von allen Massenpsychologen geschildert wird, wenn am Bewusstsein etwas aussetzt und man zum Kollektivkörper wird. Wobei dieses körperliche Element auch durchaus etwas mit Frauen zu tun hatte, denen man in solchen Situationen als Mann möglicherweise wie eine Schutzfigur vorkommt. Insoweit hat diese bewegende Masse etwas Erotisierendes, das stimmt.«

gw: »Das Herz schlägt links, das gehörte sich so für Jugendliche, die aus kleinbürgerlichem Milieu kamen und ein gewisses Bewusstseinsniveau hatten. Ich erinnere mich an ein Gefühl, das mich einmal in einer Wetzlarer Villengegend überfiel. Ich schwänzte die Schule, streunte herum, sah mir diese fremde Welt an, blickte grimmig über die Zäune und dachte: Scheiß-Millionäre! Das dachte ich sozusagen an der Oberfläche. Insgeheim aber dachte ich, wie toll es wäre, reich zu sein, hierher zu gehören, dazuzugehören. Und ich fragte mich: Wenn ich hinter diesen Zäunen leben würde – hätte ich dann trotzdem mein entschiedenes Links-Gefühl? Und wie bescheuert müsste ein Junge sein, der hinter dem Zaun im Wohlstand lebt und dennoch nach der Diktatur des Proletariats ruft? Oder hätte solch ein Junge nur einen übermenschlichen Gerechtigkeitssinn? Oder wäre es auch bei ihm, im manchmal ausweglos scheinenden Unglücklichsein auf dem Weg ins Erwachsenenleben, nur ein blindes Anrennen gegen die verhassten Normen, die die Erwachsenen, die Eltern vorgeben, egal welche Normen das sind?«

Beltz: »Dieses Erlebnis kenne ich auch. Bei mir ist es in Gießen die Wilhelmstraße gewesen, da bin ich oft durchgegangen und habe mir ausgemalt, wie es wäre, in diesen schönen Häusern zu wohnen – weil es bei uns zu Hause ja auch arg eng war. Aber dann habe ich mir auch ausgedacht, dass man sich da vor Einbrechern schützen muss, anders als in einem Mietshaus, und dass es Isolation bedeutet, wenn man sich schützen muss. Ich habe mir aber trotzdem immer solche Gebäude ausgemalt und habe als Kind Bilder von Schlössern betrachtet und mich da hineinphantasiert. Dass die Diktatur des Proletariats für mich als Jugendlicher eine größere Rolle gespielt hat, daran kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Das kam später mal vorbeigehuscht, so in den Siebzigern. Ich habe mich auch nicht besser gefühlt als andere, sondern eher . . . blöder. Der ganze Zorn kam auch daher, dass es mit den Mädels nicht so richtig geklappt hat. Und der Traum war eigentlich nicht großrevolutionär, sondern eine tolle Frau zu haben und eine Familie zu gründen. Was dann, aus heutiger Sicht, Gott sei Dank nicht geklappt hat, sondern erst später. Aber es gab nicht das Gefühl, die anderen sind alles Schweine und ich bin der Bessere, oder wir Linken sind die Besseren, sondern: Die anderen schaffen es besser mit ihrem Leben umzugehen, und ich bin zu doof dazu.«

gw: »Unsere Generation war dann aber nach langer Zeit die erste, die Zeit und Gelegenheit hatte, den Konflikt mit der Eltern-Generation auszukämpfen. Es war ja auch so schön gefahrlos, Revoluzzer zu sein – jedenfalls, wenn man die Situation mit echten revolutionären Zeiten vergleicht. War das Linkssein nur der Mittel zum Zweck, nur die überhöhte Legitimation für das Ausleben stinknormaler persönlicher Probleme?«

Beltz: »Es gibt einen schönen Satz von Merleau-Ponty in dem Buch >Humanismus und Terror<: >Zum Revolutionär wird man nicht durch Wissenschaft, sondern durch Empörung.< Das sind ja immer sehr individuelle, egozentrische Erfahrungen. Das finde ich auch nicht schlimm. Die Frage ist nur, was daraus wird. Und noch was: In die Theorie kann man ja auch hineinfliehen wie in Literatur, das gibt ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit, und ich glaube schon, dass man den Marxismus heimgesucht hat wie eine Wahlverwandtschaft. Das muss man nicht diffamieren. Das Entscheidende ist, ob man dann aufhört zu denken und sich darin einrichtet, wie man es in einer Familie hätte machen sollen. Wenn es aufhört, das Weiterdenken, dann ist es blöd. Aber wenn es nicht aufhört, ist es schon in Ordnung.«

gw: »Die letzte Generation vor uns, die in einer ähnlich privilegierten Lage war (also nicht durch Krieg oder Nachkriegszeit anderweitig existenziell ausgelastet), hat sich, die schwachen, verweichlichten Verlierer-Eltern verachtend, zu begeisterten, strammen Nazis entwickelt. Sebastian Haffner hat dies in seiner frühen Autobiographie eindrucksvoll beschrieben. Nun wird die erste Generation aus der linken Ex-DDR, die Zeit und Gelegenheit hat, ihre persönliche Problematik in ein übergeordnetes Umfeld zu verlagern, mehrheitlich ausländerfeindlich und in Minderheiten neonazistisch – so wie die >68er< mehrheitlich links und in Minderheiten terroristisch waren. Müssen solche Zwangsläufigkeiten zum Menschheitspessimismus führen?«

Beltz: »Dazu weiß man doch viel zu wenig und kennt auch viel zu wenige Leute, um sich eine solche Haltung anzumaßen. Pessimismus, Optimismus – das sind Grundeinstellungen, die ja auch wechseln. Skeptisch sein dagegen, das ist vernünftig. Zum Pessimismus kommt es oft, wenn man vorher ein vollkommen unberechtigtes Vorurteil gehabt hat – alle Menschen sind gut, und nur die Verhältnisse und die Regierung verhindern es ihnen, dies auch zu zeigen. Wenn man diese Haltung aufgibt, braucht man auch den Pessimismus nicht als Rache an seinem eigenen etwas beschränkten Optimismus. Und die DDR – ich weiß nicht, wie die Lage in den deutschen Ostgebieten wirklich ist. Zum Beispiel nimmt ja dort die rechte Gewalt wieder ab, und im Westen nimmt sie wieder zu, gerade in Nordrhein-Westfalen. Das sind Bewegungen, die man gerne für sich selbst zurechtdefiniert. Ich bin mir da überhaupt unsicher, was solche Perspektiven betrifft. Das Einzige, was man halt merkt, wenn man älter wird, ist, dass man sich in dieser Welt immer weniger zurechtfindet.«

gw: »Wie leicht ließ man sich früher von dem korrumpieren, was man bekämpfen wollte! Mein Sportverein hatte einmal einen Wettkampf mit einer Wetzlarer Bundeswehreinheit vereinbart. Ich war 17 und ein aufrechter, unerschütterlicher Pazifist. Der Wettkampf fand auf dem Kasernengelände statt, und ich nahm mir vor, den Soldaten unmissverständlich meine ganze Verachtung zu zeigen. Trotzig ging ich hin, fühlte mich wie in Feindesland, blickte alle furchtbar böse an – und die blickten freundlich zurück. Ich gewann als Jugendlicher einige Disziplinen gegen die älteren Soldaten, was deren Vorgesetzte auf mich aufmerksam machte. Ich wurde hofiert, sie waren alle unglaublich nett zu mir – und ich konnte nicht anders, ich, der große Pazifist, fühlte mich wohl im Offizierskasino. Als ich dann als Siegespreis auch noch ein Buch bekam, mit Widmung vom Kommandeur, und das Buch war nicht von Ernst Jünger, sondern von meinem damaligen Lieblingsschriftsteller Erich Maria Remarque, fühlte ich alarmierende Risse im Panzer meiner Selbstgerechtigkeit.«

Beltz: »Das ist ein schönes Beispiel für das, worum es einem mindestens zur Hälfte gegangen ist: um Anerkennung. Ich war ja auch im Studentenparlament, und da habe ich mich teilweise auch mit dem RCDS gut verstanden, und ich fand das auch erfreulich. Und wenn man dann auch noch Remarque von der Bundeswehr geschenkt kriegt, dann kann ja gar nichts mehr schief gehen.«

Teil 2

»Die Erkenntnis, dass das mit dem Linkssein nicht mehr so richtig hinhaut…«

» . . . aber trotzdem gibt es diesen diffusen Traum«

gw: »Meine ganz persönliche Revolution war dann der Sport, und der Sport war gleichzeitig das Schlüsselerlebnis, das Linksseinwollen aufzugeben. Denn gerade die Linken waren es jetzt, die mir den Leistungssport vermiesen wollten. Ich sah nicht ein, dass ein Sportler, der sich anstrengt und besser wird, ein moralisch schlechterer Sportler sein soll als jener Sportler, der sich weniger anstrengt und daher weniger Leistung bringt. Das war mein ganz persönlicher, unideologischer Bruch mit meinem Linksseinwollen. Bei anderen wird dieser Bruch überhöht, zum Beispiel mit dem Entebbe-Syndrom (was übrigens ziemlich spät gewesen wäre). Hatten Sie auch ein Schlüsselerlebnis? Etwa die Zeit bei Opel?«

Beltz: »Das erste Schlüsselerlebnis war, dass ich unsportlich war und deswegen bestimmte Probleme hatte, mit der Gesellschaft klarzukommen. Ich habe auch nicht so viel Angst vor dem Erwachsensein gehabt, weil ich dachte, wenn ich älter werde, fällt das gar nicht mehr so auf, dass man unsportlich ist. Dieser jugendliche Wettbewerb findet dann nicht mehr statt. Das andere, die Erkenntnis, dass das mit dem Linkssein nicht mehr so richtig hinhaut – Entebbe war da gar nicht mehr so wichtig, weil wir uns von denen schon getrennt hatten -, das ergab sich durch die Beobachtungen, die man selber gemacht hat: Wie man Sitzungen manipuliert, wie man dummes Zeug schwätzt, wie man auf öffentlichen Debatten, ich hab‘ da auch viel rumgeredet, Hass sät, wie man bescheuert-emotionale Politik macht, das hat mir nicht mehr gefallen, da bin ich aus dem politischen Interventionsbereich ausgezogen und hab‘ gesagt, ich muss noch was anderes erledigen.«

gw: »Die Frankfurter Szene, in die Sie sich hinein entwickelt haben, war angeblich stark machomäßig geprägt. Hat man in den Frauen der Szene mehr gesehen als potenzielle Skalps am Sponti-Gürtel?«

Beltz: »Also, das mit den Machos, das ist Halbe-Halbe. In den siebziger Jahren gab es diesen Aufstand der Frauen, es gab bei uns im RK das Frankfurter Frauenpapier, die haben sich dann politisch selbständig gemacht, und in unserer Wohngemeinschaft hatten wir mal ein Bild an der Wand hängen, einen Rückenakt, der wurde dann von erregten Damen von der Wand gerissen – nackte Frauenärsche, Schweinerei. Ihr reduziert uns auf Körperteile – und es gab andauernd Streit und Putz, der gar nicht so lustig war, wobei zugegebenermaßen dann wieder die feministischsten und aggressivsten Frauen natürlich auf die autoritärsten Männer abgefahren sind. Das ist die ewige historische Dialektik. Ich war kein großer Mitmarschierer, wie gesagt, ich war nicht sehr sportlich, aber ich habe immer gerne geredet, da hat sich das Bühnenelement des Redenschwingens schon durchgesetzt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass man zu den Mitführenden zählt. Ich war auch immer bei den Diskussionen dabei, hab‘ viel gelesen, viel gemacht, viel mit den Leuten diskutiert, und da passiert es schon mal schneller, dass man als einer der Sprecher gilt. Und diese Macho-Geschichte, ach, ich glaube, die stimmt nicht so richtig. Es gab auch unglaublich viel Elend, wie das bei jungen Menschen oft der Fall ist, wenn das mit den Beziehungen nicht klappt. Ich erinnere mich an Szenen, wenn man in der Kneipe sitzt, und dann klagt einer, mit mir klappt das ja eh nicht mit den Frauen. Oder der Jammer, wenn einer den Partner verlässt. Ich saß mal `ne ganze Nacht mit einer Frau im Zimmer, die hat ununterbrochen Bobby McGee von Janis Joplin aufgelegt, mindestens hundertmal die Nacht, und ich hab‘ jedesmal mitgeheult, sonst wär sie aus dem Fenster gesprungen. Oder die furchtbaren Sitzungen in Wohngemeinschaften, wenn die Freundin mit einem anderen davon war. Also – das reine Glücksleben war’s nicht. Es ging halt auf und ab. Und das mit dem Macho, das habe ich nicht in der Erinnerung, dass das so stimmt. Das war viel widersprüchlicher. Die Frauen waren viel stärker, auch in der Präsentation nach außen hin. Erst in den achtziger Jahren, als die Szene sich auflöste, sind sie witzigerweise mehr in den Hintergrund getreten.«

gw: »Heute sind Sie Ihren Idealen von allen mir bekannten und bekannt gewordenen Menschen am treuesten geblieben. Sie lassen sich nicht vom Staat aushalten, haben den Marsch durch die Institutionen nicht mitgemacht, sind also auch nicht auf irgendeinem gut dotierten Staatsposten hängengeblieben. Sie verdienen Ihr Geld als Einzelkämpfer, besitzen kein Auto und sind im Herzen Kommunist geblieben – für sich ganz persönlich, nicht mehr für die Weltrevolution, das wäre im Moment gar zu albern. Was ist alles falsch an diesen Vorurteilen?«

Beltz: »Mit dem Kommunist im Herzen, das ist schwierig, das hatte mit Kommunismus gar nicht so viel zu tun, eher mit Utopismus, mit Träumen von einer anderen Welt. Den Absolutheitsanspruch habe ich dann bald überwunden. Ein großer Vorteil war mein Jurastudium, dadurch kommt man ein bisschen an den Realismus ran. Denn dieser Traum, dass alle alles freiwillig machen – das weiß man als Jurist eher, dass das nicht funktioniert, weil es dann automatisch wieder neue Regeln gibt, die teilweise autoritärer sind, als wenn sie im Gesetz festgelegt und kontrolliert werden. Aber trotzdem gibt es diesen diffusen Traum, und der verflüchtigt sich immer mehr im Lauf der Jahre, von der Verwirklichung im politischen Bereich hin zur Literatur. Das heißt, dass ich einfach in dem Moment, in dem ich lese, in die Welt von Romanen einsteige und die Welt dort fühle, oder durch Kunst allgemein, dadurch, dass ich ins Theater latsche. Die andere Geschichte ist, dass wir gemerkt haben: Wenn wir aus den Frankfurter Spontikreisen und die anderen, die links waren, die Macht hätten, dann wird’s mit Sicherheit nicht besser werden, denn die eigene Qualifikation, das haben wir an der Organisation des Privatlebens gemerkt, ist ja nicht gerade bedeutend gewesen.«

gw: »Damit erübrigt sich auch die Frage, welchen Staat, auch von der Wirtschaftsform her, Sie eigentlich an die Stelle des alten Staates setzen wollten und wie er hätte funktionieren sollen …«

Beltz: »Ja, klugerweise haben wir auch gewusst, dass dies eine prozessuale Angelegenheit ist, dass erst etwas entstehen kann, wenn eine Mehrheit von Bevölkerung mitmacht. Ich habe nie so gedacht wie Rudi Dutschke und Rabehl, die haben im Kursbuch mal eine furchtbare Utopie entwickelt, 67 glaube ich, grauenhaft – die Arbeiter wohnen jetzt in der Fabrik und so’n Zeug. So furchtbare Vorstellungen habe ich nie gehabt.«

gw: »Haben Sie den Staat je gehasst? Haben Sie sich geschämt, Deutscher zu sein? Sie sind vaterlos aufgewachsen. Küchenpsychologisch ausgedrückt: Könnte es sein, dass Sie den nicht möglichen Hass auf den Vater auf den Staat übertragen haben? Oder ist das gar zu primitiv gedacht?«

Beltz: »Vielleicht war’s ja so primitiv, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Weil – alle Männer in unserer Familie waren entweder tot oder von etwas schwächlicher Figur. Zum Beispiel mein Onkel, der ist aus Gießen, der war bei der Gestapo gewesen, später bei der Gesundheitspolizei – aber der hatte halt in der Familie nichts zu sagen, meine Tante war viel kräftiger. Und insoweit hat sich der Hass nicht gegen die Familie gerichtet, sondern gegen die Nazis in der Regierung. Das Sichschämen, Deutscher zu sein, kenne ich vor allem aus dem Urlaub, wenn man in Italien oder Frankreich auf Teufel komm raus versucht hat, Englisch zu sprechen, und wenn man sich fürs Autoschild geschämt hat, das stimmt schon. Vor allem in Frankreich – aber … die haben’s grad nötig! -, hat man doch eine antideutsche Stimmung gespürt. Wenn man dann noch Filme gesehen hat mit Original-Bildern vom KZ, das hat einen schon ganz schön mitgenommen, dass Lehrer, Eltern, wer auch immer, das mehr oder weniger mitgemacht haben.«

gw: »Sind Sie ausländerfreundlich? Philosemitisch? Ich glaube, dass generelle Ausländer- und/oder Judenfreundlichkeit genauso krank und potenziell gemeingefährlich ist wie Ausländerfeindlichkeit oder Antisemitismus.«

Beltz: »Ich habe im letzten Herbst bei einer DKP-Veranstaltung in Gießen gesagt, man könnte ruhig mal im Ton ruppiger sein, wenn man zu jemandem >Türkensau< sagt, muss das nicht von Hause aus faschistisch sein. Da reagierten die teilweise sehr stinkig. Aber es gibt einfach Situationen, das kenne ich aus Frankfurt, dass eine Bande von jugendlichen Türken sich wie die Schweine benimmt, und man sagt nix, damit man von denen keine auf die Fratze kriegt. Doch das ist nur taktisch. Aber auch inhaltlich kann man das bestätigen. Ich weiß auch von meiner Herkunft her, als deutscher Protestant, dass ich antisemitisches Erbe in mir trage. Das ist alles nicht schlimm, denn ich mähe ja keine Leute um. Schlimm wird es nur, wenn man so tut, als wär‘ es nicht so, und von daher gebe ich Ihnen Recht: Der Philosemitismus oder die Verherrlichung von Ausländern ist vollkommen bescheuert. Ausländer haben genauso das Recht, Arschlöcher zu sein wie wir Deutsche, und sie sind’s ja auch oft genug.«

gw: »Haben Sie heutzutage bessere Laune als früher? Hätten Sie heute als Jugendlicher gute Laune, zum Beispiel im Osten?«

Beltz: »Die Geschichte mit der guten Laune – das ist halt teilweise mit Arbeit verbunden. Ich habe auch in Gießen gute Laune gehabt, habe dort Schönes erlebt, wir haben wunderbare Partys gefeiert, oder ich bin ins Theater gegangen und habe mir was angeguckt, was mir besonders gefallen hat. Wenn Gott die Stimmung nicht besser macht, muss man’s halt selber versuchen, ob das jetzt in der Ex-DDR ist oder sonstwo. So furchtbar schlecht geht’s denen auch nicht. Die müssen sich selbst um ihre gute Laune kümmern. Aber sie machen’s ja auch.«

gw: »Man sollte ja Lehren aus früherem Erleben ziehen. Zum Beispiel, die eigene Einstellung nicht zur moralischen Richtschnur zu machen, an der man andere misst. Es gibt nicht die gute Gewalt früher gegen Polizisten und die böse heute gegen Ausländer, sondern nur Gewalt. Vielleicht mit einem kleinen Unterschied: Wenn einer gegen alle kämpft, ist das wenigstens mutige Gewalt, aber alle gegen einen, das ist feige. Sollte man daher die in aller Regel unterlegene Demo-Gewalt vielleicht doch nicht mit neonazistischen Horden vergleichen, die Jagd auf Einzelne machen?«

Beltz: »Ich habe ein wunderbares Buch, das heißt >Randalierende Jugend<, und da geht es um Halbstarkenkrawalle in den fünfziger Jahren. Es gibt bei jugendlichen Rebellen immer ein randalierendes Element, ob das die Rock’n’Roll-Fans waren oder jetzt die rechten Jugendlichen. Es gibt eine Art der Diskussion – Jetzt haben wir die Schweine wieder definiert, das sind die Glatzköpfe -, die mir nicht gefällt, da mach‘ ich nicht mit. Da muss man differenzieren. Da gibt’s ein paar, die fahren auf Rechts ab, das ist auch nicht so tragisch, das ist noch lange nicht der tobende Faschismus. Und bei den anderen, ja, da muss die Polizei ihre Pflicht erfüllen, wie sie’s gegen uns auch gemacht hat. Mit dem Moralisieren, da gebe ich Ihnen grundsätzlich Recht. Moral ist `ne Geschichte, die ist sehr individuell, die muss man auch mit sich selbst austragen. Es gibt genügend politische und rechtliche Kriterien für das öffentliche Leben. Immer, wenn man mit Moralisieren anfängt, wird es eng und auch sehr . . . dumpf.«

gw: »Wir haben uns damals zu wichtig genommen, uns als Erfinder der Jugendlichkeit, der Menschlichkeit, des politischen Bewusstseins, der Moral angesehen, des richtigen eigenen Lebens im falschen Leben der anderen. Aber nicht diese alte Gesinnung sollte man bereuen, finde ich, sondern mal die alte, neue Selbstgerechtigkeit, dieses Sichallzuwichtignehmen hinterfragen, was auch heute noch vorherrscht.«

Beltz: »Bereuen tu ich gar nix, wenn’s um früher geht. Das, was Sie eben geschildert haben, ist eine Krankheit der Jugend, für die es aber ein Recht gibt. Man muss sich in dieser Welt – für einen selbst beginnt ja alles neu – erst mal mit den Normen auseinander setzen, das geht nur auf eine selbstgerechte Weise, sonst unterwirft man sich sofort. Wenn man diesen Gestus aber mit über 30 noch hat – dann wird’s reaktionär.«

gw: »Ich hatte schon zuvor die Vermutung, dass Sie nicht nur in dieser Beziehung eine Ausnahme unter der 68er-Regel sind. Auch deswegen hatte ich das Gespräch mit Ihnen gesucht. Ich glaube, ich habe mich nicht getäuscht.«

Beltz: »Danke für die Ausnahme. Jetzt bin ich wieder da, wo ich am Anfang war. Ich wollte doch nur dazugehören. Jetzt ham‘ wir den Salat. (gw)

 

 

Geschrieben von gw am 19. Juli 2018. Abgelegt unter gw-Beiträge Kultur.

Sport, Gott & die Welt („Rück-Blog“ vom 19. Juli)

»Sport, Gott & die Welt« begleitet und ergänzt im Internet die Zeitungs-Kolumnen von »gw«. Ab und an veröffentlichen wir Auszüge, stark gekürzt und leicht bearbeitet, zuletzt vor mehr als einem Vierteljahr – es wird also wieder Zeit für den »Rück-Blog«. Wer mehr davon lesen will: Bitte klicken Sie rein.
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Freitag, 6. April: E-Bike in Reparatur. Also aufs alte Treckingrad. Ganz schön happig am Berg, wenn man es nicht mehr gewohnt ist. Immerhin: Ich komme noch hoch, auch die letzte 15-Prozent-Steigung. Der Nachbar, der leicht amüsiert zuschaut, wenn ich mit dem Pedelec fahre, sieht mich heute nicht. Ich würde ihm gerne zurufen: Siehste, ich kann’s noch! – Kommentar meiner Nächsten: Armer Wicht!
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Sonntag, 8. April. Bienen, Vögel, Artensterben usw. Die Gründe sind ja bekannt. Flurbereinigung & Co. Monokulturen, riesige Flächen. Aber wie war das früher in der Ostzone? Damals oft nach Berlin geflogen, erst Tempelhof, dann Tegel. Die Zonengrenze von oben beeindruckend sichtbar: Im Westen ein Flickenteppich aus kleinsten Rechtecken, im Osten riesige einfarbige Flächen. Kilometerlange und -breite Monokulturen. Wie war das dort mit den Vögeln und Bienen? Wir alten BRDler wussten es nicht, der Eiserne Vorhang hielt dicht. Aber alte Ossis müssten es uns erzählen können.
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Montag, 9. April. Irgendwer hat irgendwann einmal einen »Doppelpack geschnürt«, seitdem geistert der Geschnürte in jedem Spielbericht herum, in dem ein Spieler mehr als ein Tor geschossen hat. Wer schnürt wirklich? Ich weiß es natürlich, denn mein erster Berufswunsch war Förster (nach Verschlingen der Schneider-Buchreihe »Horst wird Förster«, »Horst und das Raubwild« usw.). Danach erst sattelte ich auf Schlagersänger um. Und wer schnürt? Der die Gans gestohlen hat.
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Donnerstag, 12. April. Politikerin. MdB. Sportpolitisch aktiv. Doping-Bekämpferin. Auf Facebook postet sie, was sie alles treibt. Vor allem, in der Welt herumfliegen. Gute Gespräche führen mit Gleichgesinnten. Ich sehe mir die Posts an und habe ein zwiespältiges Gefühl. Ich kann es nicht benennen. Nein, ich will es nicht.
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Montag, 23. April. Mit 89,99 km nach Hause gekommen. Geht nicht. Lenker hoch, mal kurz am Vorderrad gedreht. 90,00. Gut so. Später Ehrgeiz selbst auf dem Pedelec.
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Montag, 21. Mai. Es brodelt in der Gesellschaft, viel mehr, als öffentlich bekannt wird. Ich höre es auch, wenn ich mal in der Gruppe mit dem Rad unterwegs bin. Menschen meines Alters, mit ähnlichem Lebensweg, beruflich erfolgreich, materiell abgesichert, oft Akademiker, oft ehemals erfolgreiche Sportler, alles andere als Dumpfbacken – aber wenn ich höre, was sie jetzt zur Lage der Nation, der Gesellschaft, der etablierten Politik, Europa, den Flüchtlingen usw. sagen, was aus ihnen herausbricht … Hauptthema: Weidel und ihre »ganz großartige« Rede. Ich habe sie weder gehört noch nachgelesen. Ich hoffe zu meinen Gunsten, ich wäre entsetzt. Ich fürchte zu meinen Ungunsten, ich könnte manchem zustimmen.
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Sonntag, 10. Juni. Geknallt hat es diesmal bei uns nicht. Die Gewitter zogen am Berg vorbei. H., der mich nachher zur viertägigen Radtour an der Weinstraße abholt, sagte mir gestern, dass bei ihm in A., nur Luftlinie ca. 12 km entfernt, alle Starkregen vorbeigezogen sind und sein Nussbaum zu vertrocknen droht. Das Wetter wie die Welt. Fast überall kracht es, nicht jeden trifft es, aber nirgendwo dräut es nicht, und allen wird mulmig. Fataler Unterschied: Wetter ist Wetter, Welt ist Klima.
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Sonntag, 24. Juni. Das Mitleid, das Erbarmen mit den Schwächsten, davon habe ich schon oft im Blog geschrieben, über die Allerschwächsten, die ohne Mitleid und Erbarmen weckende Kameras auf dem Weg durch Afrika oder Asien elendiglich verrecken, weil sie dem Ruf der Kanzlerin gefolgt sind. Das ganze Dilemma steckt auch in den westlichen Rettern, den unfreiwilligen Geschäftspartnern der Schlepper. Was sollten sie aber tun? Die Menschen, die es bis ans Ufer des Mittelmeers geschafft haben, verrecken lassen, um viele andere vom Weg ins Verderben abzuhalten? Zum Glück schreibe ich nur eine Sportkolumne.
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Sonntag, 8. Juli. Gelesen, Leica produziere in Wetzlar, meiner halben Heimatstadt, jetzt auch Leica-Uhren. Mechanische, mit Glasabdeckung, so dass man das Uhrwerk sehen kann. Das könnte mir gefallen, denke ich, ich bin zwar kein Uhrenfan, aber, für solch eine würde ich sogar um die 200 Euro ausgeben. Preise werden in dem Artikel nicht angegeben, also googele ich. Und damit ist die Sache für mich erledigt. »Die Uhr ist ab 10 000 Euro zu haben.«
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Sonntag, 15. Juli. Text von Michael Horeni in der FAS, Titel: »Selbst-Knockout«, darüber, »wie der DFB im Fall Özil seine Glaubwürdigkeit verspielt und der Bundestrainer den Verband hängenlässt«. Klingt nach harter Aburteilung. Aber bitte keine Todesstrafe! Ich bin für mediale Prügelstrafe für den DFB und Freispruch für Löw, aber mit Kontaktverbot bei der Nationalelf und ohne Bewährung als Bundestrainer. (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Geschrieben von gw am 18. Juli 2018. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Ohne weitere Worte (vom 17. Juli)

Frankreich gegen Kroatien, das ist der französische Stabilitätsansatz des Generals Deschamps gegen leidenschaftlichen Guerillafußball, der sich manchmal eine Halbzeit lang im Gebüsch versteckt, ehe er wie ein Naturereignis über den Gegner hereinbricht. (Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung)
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Was heißt »schön« im Fußball? (…) Die Ästhetik des Zirkus ist für den Fußball nicht maßgebend. Wer nur über die Unterscheidung von »Feuerwerk« und »glanzlos« verfügt, betrachtet unerwachsen. (Jürgen Kaube in der WM-Kolumne »Nachgetreten« im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Sie haben 1996 die Fußballweisheit von den Deutschen geprägt, die am Ende doch irgendwie gewinnen. Wie erklären Sie sich das Versagen des Weltmeisters? – »(…) Ich habe noch nie eine deutsche Mannschaft gesehen, die taktisch so konfus agierte wie gegen Mexiko: wie eine Schülermannschaft! Das war schon schockierend.« (Gary Lineker im Spiegel-Interview)
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»Eigentlich standen immer elf Spieler auf dem Feld, die gegen die anderen elf hätten gewinnen müssen. An den fußballerischen Qualitäten kann es also nicht gelegen haben. Außer es waren alle nicht in Form.« (Philipp Lahm im Zeit-Interview)
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De facto kann Löw (…) sich nur selbst entlassen. Nur: Warum sollte er, wenn es sich doch so gut leben lässt als Bundestrainer? Die viele Freizeit, das fürstliche Honorar, der gelegentliche Plausch mit der Kanzlerin bei Cordon-bleu und Bratkartoffeln …« (Autoren-Team im Kicker)
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Millionen Deutsche starten in diesen Tagen in ihren wohlverdienten Urlaub. Aber was heißt eigentlich wohlverdient? (…) »Manuel Neuer tankt Kraft an der Adria«, schreibt Frau im Spiegel. Nur: Wo hat er sie verbraucht? In den drei WM-Spielen? Bei aufwendigen Werbedrehs für koffeinhaltige Limonade? (…) Wir aber stellen uns vor, eines unserer Kinder wäre sitzengeblieben. Hätten wir da nicht gesagt: nix Mykonos! Ferien auf Balkonien und schön für die neue Saison lernen!« (»Herzblatt-Geschichten« von Anke Schepp in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Hätten Sie jemals damit gerechnet, einmal im hellsten Rampenlicht des Weltfußballs zu stehen? – »Ich habe doch früher bei Spartak gespielt, bin hier und da Meister geworden.« – Aber diesen Druck, den Sie aushalten mussten … – »… darf ich fragen, was Deutsche immer mit dem Druck haben? Das ist euer Lieblingswort, oder?« (Russlands WM-Trainer Stanislaw Tschertschessow im Spiegel-Interview)
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Perisic (…) Schuss aus 15 Metern landete statt im Tor in der empfindlichsten Körperregion von Kyle Walker – dem bei der längeren Behandlung, die nötig war, die gute alte viktorianische Empfehlung geholfen haben dürfte: »Schließ die Augen und denke an England.« (Christian Eichler/FAZ online)
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Gehört hat er (Anm.: Paul Pogba) auch auf seinen Mitspieler Samuel Umtiti: »Ich habe immer gesagt: Paul, wenn du erwachsen werden willst, dann ändere deine Frisur!« Gesagt, getan. (Jean Mikhail in der Welt)
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Er hat keine Tattoos, ist aber schon Vater und hat zwei Hunde. (dpa über Harry Kane)
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… der Dissens zu den gesammelten Idiotien der ARD-ZDF-Reporter (…), die auch von den meist klarsichtigeren Studioexperten nur diskret korrigiert werden können, weil man den Trottel nicht so nennen darf, wenn er ein Kollege ist. (Peter Körte in der FAS)
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Infantino (…) bewies mal wieder Schlitzohrigkeit und lud die Kinder (Anm.: die thailändischen Kinder in der Höhle) zum Endspiel (…) ein. Schließlich sind die Eingeschlossenen ein Fußballteam. (…) Fehlt nur noch, dass – um die Ekelhaftigkeit dieses Falls auf die Spitze zu treiben – McDonalds noch einen Frittengutschein draufpackt und Coca Cola einen Liter Fanta. (Michael Herl in seiner Kolumne in der Frankfurter Rundschau)
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Die Szene (Anm.: Infantino bei Putin) erinnerte an die Kabinettssitzung von Donald Trump, bei der auch jeder erst mal sagen sollte (…), wie großartig Trump sei. Der Unterschied: Trump sah man die Genugtuung an, der Sabber der Selbstliebe lief ihm zu beiden Hosenbeinen raus. Putin schien die vorsätzliche Arschkriecherei seiner Gäste unangenehm zu sein. (Holger Gertz in der SZ)
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Die Weltmeisterschaft geht zu Ende. (…) Gewonnen hat längst Putin. (…) Und in der Nachspielzeit trifft Wladimir Putin sich mit Donald Trump, der für ihn kein Gegner ist. (Gertz/SZ)
(gw)
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Geschrieben von gw am 16. Juli 2018. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Montagsthemen (vom 16. Juli)

Habemus Weltmeister. Drei von ihnen  wurden gestern gekürt. Zum Endspielsieger kommen der Vize- und der neue Exweltmeister. Die einen feiern ausgelassen, die anderen weinen stolz – und Deutschland leckt immer noch seine Wunden, verbissen und wehklagend.
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Noch verbissener und wehklagender als 1994, als Deutschland ebenso favorisiert und ebenso bräsig ausschied. Immerhin erst im Viertelfinale. Damals war ich, lachen Sie bitte nicht, ein IT-Pionier, der eine FAX-Zeitung interessierten Lesern nachts um vier Uhr auf den häuslichen Drucker schickte. Ist das die Zukunft der Zeitung?, fragten elektrisierte Medien aus ganz Deutschland. Nein, denn ich wusste, ahnte zumindest, was kommen würde. Das soll keine späte Selbstbeweihräucherung sein, sondern hat direkten Bezug auf den deutschen Fußball 2018. Denn Löws bräsiger Ballbesitzfußball ist ebenso »out« wie meine Eintagsfliege FAX-Zeitung. Nur: Ich wusste es. Weiß Löw es auch? Will er etwa weiter faxen?
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Bräsig. Schönes altes deutsches Wort für eine hässliche neue deutsche Fußball-Untugend. In Wörterbüchern und Internet suche ich Synonyme und finde »behäbig«, »schwerfällig«, »ohne Schwung« und »unflexibel«. »Bräsig« kommt aus dem Niederdeutschen, stand für »wohlgenährt«, »stolz«, »übermütig« und hatte die Unterbedeutung von »prahlerisch, protzig« und auch »wirr im Kopf«. Zusammenzufassen im aktuellen Synonym »DFB-Fußball 2018«.
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Für Deutschland war es eine WM des schlechten Fußballs. Wer aber spielte in Russland »schönen« Fußball? »Die Ansichten klaffen immer weiter auseinander«, stellt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung   fest. Kein Wunder, denn »schöner« Fußball kontra »Ergebnisfußball«, diese Diskussion kann nur im Fußball geführt werden. Selbst der größte Romantiker spräche nicht vom »schönen Fußball«, wenn dieser Sport messbar wäre wie Leichtathletik oder Schwimmen. Dort gibt es keine »schönen« Leistungen, nur gute (und schlechte).
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Und der Gewinner heißt … Wladimir Putin. Perfekt organisiert, gute Stimmung unter den Fans aus aller Welt, keinerlei Ausschreitungen. Da bleibt den Kritikern nur der Verweis auf Berlin 1936. Da soll es ähnlich gewesen sein. Ob der Vergleich zulässig ist oder hilfloser Ausdruck der Enttäuschung, dass Putin es nicht vermasselt hat, will ich nicht beurteilen.
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Oder höchstens indirekt. Laut einer Umfrage, die dpa gestern veröffentlicht hat, glauben zwei Drittel der Deutschen, Trump sei für den Weltfrieden gefährlicher als Putin. Wie?! NUR zwei Drittel?! Wenn die Weltpolitik ein großes Kriegsschiff im ständigen Manöver ist, wird es zwar von Putin mehr oder weniger grimmig und aggressiv auf seinen Kurs gebracht – aber an Deck schlingert Trump als »loose cannon« herum, unkalkulierbar und brandgefährlich.
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Angenehmeres Thema: Angelique Kerber. Wie sehr ihr der Wimbledon-Triumph zu gönnen ist! Von unten zur Nummer eins, wieder nach unten, jetzt der ultimative Erfolg, der sie sportlich unsterblich macht. Erinnert mich an die große Ulrike Meyfarth mit Gold 1972 und 1984 und der langen Krise dazwischen, als sie als »springende Seekuh« verunglimpft wurde.
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Aber Skandal, Skandal! Schon wieder taucht ein Gündogan-Foto auf. Selfie mit zwei, wahrscheinlich auch noch türkischstämmigen, Freunden in Wimbledon, mit Twitter-Glückwunsch an Angelique Kerber. Die mit dem französischen Vornamen und polnischen Wurzeln. Aber mal im Ernst: Özils Foto (da spielt der schlauere Gündogan gar keine Rolle mehr), ist für Dumpfbacken der  Grund, warum Deutschland nicht Weltmeister wurde. Dabei gab es ähnliche Fotos mit Erdogan und Özil schon »2011, 2012 und 2016, und in jedem dieser Jahre wurde Özil von den deutschen Fans zum Nationalspieler des Jahres gewählt« (Kicker). Und dann gab es noch das Foto mit Angela Merkel in der Kabine, das damals als übergriffig von der Kanzlerin gewertet wurde und heute eher als Unverschämtheit Özils, ihr mit nacktem Oberkörper zu begegnen.
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Ob Erdogan und Merkel eine »Bikini-Bridge« haben, wollen wir gar nicht wissen. Özil könnte eine vorzeigen. »Die Bikini-Bridge ist das neue Schönheitsideal«, lese ich samt Beweisfoto in der FAS. Für eine Bikini-Bridge müssen bei man bzw. frau auf dem Rücken liegend die Hüftknochen so weit vor stehen, dass sich zwischen Bauch und Höschen eine Lücke bildet.
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Dazu fällt man, also Jeder-Mann, erstens ein, dass sich bei ihm zwischen Höschen (welch eine  Verniedlichung!) und Bauch keine Lücke, sondern eine massive Brücke bildet, und dass er, sollte am Strand sein Blick über eine Bikini-Bridge schweifen, sofort nach MeToo-Gesetzbuch in den Wellen ersäuft wird. Also Vorsicht im Urlaub! Aber das ist ein anderes Thema. (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Geschrieben von gw am 15. Juli 2018. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Baumhausbeichte - Novelle