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Onecoin …O

Zugegeben, ich verstehe schon die Bitcoins nicht. Obwohl sie mir mein digitalaffiner Neffe geduldig zu verklickern  versuchte. Aber ich weiß: Finger davon! Ich könnte nur verlieren, Betonung auf „ich“. Dann gab es eine neue „Kryptowährung“. „Onecoin“, in die Welt gebracht von einer sagenumwobenen und mittlerweile spurlos verschwundenen Frau, der „Kryptoqueen“ Ruja Ignatova, einer „Juristin aus dem Schwarzwald“ (Zeit). Ein Milliardenbetrug, klar. Selbst schuld, wer mitgemacht und mit Dollarzeichen vor den Augen nicht durchgeblickt hat (das kann nur Dagobert Duck). Aber manche wollen gar nicht durchblicken.

Viele ziehen sich in eine Parallelwelt im Internet zurück, wo sie unter ihresgleichen sind. Die Anhänger von Onecoin haben eigene Popsongs und Sprachcodes und ein eigenes Handzeichen, an dem sie sich gegenseitig erkennen – ein O, gebildet aus Zeigefinger und Daumen. (Zeit)

Ein O, gebildet aus Zeigefinger und Daumen? Das kennen wir doch? Zumindest wir in Hessen. Aus dem Straßenverkehr. Denn Stinkefinger und ähnliche Beleidigungen sind strafbar, aber wenn mir einer die Vorfahrt nimmt und ich ihm das „O“ zeige, mit Daumen und Zeigefinger, das im üblichen Umgang ein Zeichen für „super gemacht“ ist, heißt das: „Dummes A…loch!“ Aber auch das „O“ sei in diesem Fall strafbar, sagte mir vor vielen Jahren  ein hochrangiger Richter aus dem engsten Familienkreis. Stimmt das? Noch?

Egal wie, das „O“ ist ein sehr apartes Zeichen, wenn es sich die verbliebenen Onecoin-Fans untereinander zeigen. Und die „Kryptoqueen“ zeigt es aus ihrem Schlupfloch allen. Falls das Schlupfloch nicht schon längst unter der Erde liegt …