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Markus Lanz und Jesse Jackson

Same procedure as last week. Die Kolumne für morgen ist viel zu lang geraten für die Zeitung. Schon bevor ich die Rohfassung redigiere, „kille“ ich diese Absätze:

 

Schließlich noch ein Blick in die Literatur. Letzten Samstag zitierte ich aus Monika Marons aktuellem Roman »Markus Lanz«, über die »Ritterlichkeit«, die es heute nicht mal mehr Sport noch gebe. Das war zu Beginn des Romans. Mittlerweile nähere ich mich dem Ende und lese die – angeblich wahre – Geschichte von Jesse Jackson, »wie er nachts Schritte hinter sich gehört habe und wie er (…) »erleichtert gewesen sei, dass der Mann hinter ihm ein Weißer war.« Das Gefühl habe ihn beschämt. – Für Nachgeborene: Jackson war ein schwarzer Bürgerrechtler. Sind wir nicht alle ein bisschen … Jesse?
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Jackson war 1984 und 1988 Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, trat erst gegen, dann für das Recht auf Abtreibung ein, fiel mit antisemitischen Ausfällen auf und wollte Barack Obama 2008 »am liebsten die Eier abschneiden« (nach einem Interview war das Mikro noch eingeschaltet). Kurz danach hatte er bei Obamas Siegesrede Tränen der Rührung in den Augen.
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1968 behauptete er, Martin Luther King sei in seinen Armen gestorben (was nicht stimmte). Danach trat er mit einem blutbefleckten Pullover im Fernsehen auf (Fakten laut Wikipedia). Sind wir nicht alle ein bisschen …? Nein, bitte nicht.

 

Vielleicht übernehme ich die Sätze in die Kolumne für nächsten Samstag (wie heute den LA-Absatz von letzter Woche) … nee,  da ist ja Feiertag, die nächste schreibe ich erst in 14 Tagen. Bis dann!