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Haltung

Sonntag, halb sieben. Die vorhergesagte Abkühlung plus Regen ist ausgeblieben. Beim Gang zum Briefkasten (FAS noch nicht da) fallen ein paar dicke Tropfen. Beim Gang zurück versiegt es schon wieder.

Nicht versiegt, sondern verschoben sind eine Mail aus der Mailbox und ein Blog-Text. Verschoben von mir, in den „Papierkorb“. Es geht um das alte Doping-Thema und die Auseinandersetzungen verfeindeter Anti-Doping-Kämpfer. Sehr heikel. Da steht man mit jedem Satz mit einem Bein vor Gericht, teure Unterlassungsklagen drohen, auch mir als neutralem Beobachter, und das muss ich mir nicht antun. Lieber H. M., schön, dass Du das verstehst. Aber ich bleibe am Ball, von der Seitenlinie aus.

Haltung. Thema in der Martenstein-Kolumne im aktuellen Zeit-Magazin. Es geht um die Süddeutsche Zeitung, um „einseitigen Haltungsjournalismus“, der „das Gegenteil dessen erreicht, was er bezweckt“. Harald Martenstein: „Schuld und Unschuld sind eben nicht an der Hautfarbe oder der Meinung von vornherein zu erkennen.“ Tja. Das sehe ich natürlich auch so. Vor allem in der SZ geht diese Haltung um, nur die eigene Meinung gelten zu lassen, weil  sie die einzig moralisch richtige ist. Aber nicht nur in der SZ. Zum Beispiel  im Spiegel, wo „Relotius mit erfundenen, aber politisch erwünschten Geschichten zum Superstar der Reportage aufstieg“.

Martenstein würde allerdings auch im eigenen Blatt fündig. Das weiß er sicher am besten.

Ich bei mir auch. Aber ich versuche immer, mir selbst auf die Schliche zu kommen.