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Blumenberg

Der Philosoph Hans Blumenberg wurde am 13. Juli vor 100 Jahren geboren, daher widmen ihm die Feuilletons große Artikel, zumal rechtzeitig neue Biographien erschienen sind.

Ich bekenne die Bildungslücke, bisher nichts von Blumenberg gelesen zu haben. Nach Lektüre der Elogen habe ich auch nicht vor, ihn zu lesen, zumal er sehr schwierig zu lesen sein soll, für mich als sinnsuchenden Dilettanten sicher zu schwierig.

Aber auch seine Lebensthemen, an denen er sich abgearbeitet hat, anscheinend fast manisch, reizen mich nicht (heute sagt man wohl „triggern“). Zeit seines Lebens beschäftigte er sich mit der scheinbar ungeheuren Kränkung des Menschen als Winzling in einem unermesslichen, an ihm uninteressierten Universum, sowie an der winzigen Zeitspanne seines Lebens im Vergleich zu dessen ebenso unermesslicher Zeitdauer.

Da verbringt dieser im Vergleich zu mir unermesslich kluge Mann sein Leben mit dieser „Kränkung“, die aber doch nur eine wäre, wenn das allzu offensichtliche Weltbild der Wissenschaft auch in der dem Menschen nicht zugänglichen Dimensionen, Religiöse nennen es Gott, richtig und gültig wäre.

Was mir, naiv wie ich bin, naiv vorkommt. Dann wäre die Welt eine Maschine ohne Sinn und Verstand, sich selbst vernichtend und wieder aufbauend (Urknall und so). Mein Credo bleibt, dass die Bild-Zeitung am Jüngsten Tag mit der Schlagzeile erscheint: „Alles ganz anders!“

Und dann schlägt Blumenberg, hoffentlich im Philosophen-Himmel, die Zeitung auf und erkennt, dass er sein Leben an ein Problem verschwendet hat, das keines ist.