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Notizblog

Den Einstieg in die Montagsthemen hab ich also schon (Masken des Schweigens/Installation). Dazu passt, was ich soeben in der SZ vom Freitag lese: Der FC Seoul setzte mangels echter Zuschauer Sexpuppen auf die Tribüne. Nach Sexismus-Beschwerden von Südkoreanerinnen erhielt der Klub eine Geldstrafe von rund 74000 Euro. Diese Installation ging also in die Hose.

Und noch eine Installation, keine eher intime, versponnene a la Masken des Schweigens, sondern ein Mammut-Werk im Sinne von Christo. 12000 Zuschauer in Mönchengladbach, aus Pappe, also Attrappe. Darauf konnten sich Gladbach-Fans  mit ihrem Foto verewigen, für 19 Euro. Ja, verewigen, denn diese Bilder bleiben ewig in den Archiven und werden noch in tausend Jahren, wenn es dann noch Fußball gibt, Rückblicke auf historische Zeiten begleiten.  Um ja keinen Kalauer auszulassen: Auch zu bekleiden.

In Mönchengladbach bekommt die Installation sogar eine hintersinnig surrealistische Variante, denn auch einige Gladbacher Spieler zierten die Pappkameraden, sahen sich also selbst beim Fußballspielen zu. Ob das die Zukunft des Fußballs nach Platzen der Blase ist? Nur noch sich selbst beim Kicken zusehen?

Über die allmähliche Verfertigung der Kolumne beim Notizblogschreiben: Ich merke, das muss alles in die Montagsthemen. Die Sexpuppen von Seoul könnten über Sexismus zu Rassismus in Zeiten von Corona führen, mit einer irren Logik, die beim Wrestling endet und der Witwe von Owen Hart. Ach ja, und Toleranz soll auch noch rein. Viel Stoff, schwerer Stoff. Na dann, bis dann.