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Notizblog

Gedächtnisstütze zwischen zwei Abwesenheiten. Danach zu streichen oder für die Kolumne aufzubereiten.

 

Trump und  die AfD. Ihr Erfolg ist nicht ihr Erfolg, sondern der erbärmliche Zustand der Demokraten dort und der demokratischen Parteien hier. Westliche Nomenklatura, verbandelt, verbunden, zerstritten, uneins, aber immer unter sich netzwerkend. Worte auf der Zunge, nichts in der Hand, hilflos den Bedrängnissen der Zeit ausgeliefert und weiter am Wachstum hängend, dem drängendsten Problem. Dennoch dürfen Trump dort und AfD hier keine Alternative sein. Eine Sache der Ehre.

 

Missbrauch. Neuer Fall bewegt Frankreich. 15-Jährige outet sich bzw. den Trainer nach Jahrzehnten. Trainer gibt es zu. Insider wissen, dass noch viel unter dem Teppich liegt. Auch bei uns. Der Fall meines Bruders: Als Richter hatte er den Fall des Mehrfach-Päderasten aus dem Sportverein. Die Sache war klar, das Urteil, so gut wie geschrieben. Der Angeklagte hatte sich auf seinen pädagogischen Eros berufen, die alten Griechen  bemüht, trat selbstbewusst auf und hatte null Schuldgefühle. Doch die Sachlage war klar. Bis die  Eltern ihre Aussagen  zurückzogen. Sie brauchten den Mann, ohne ihn  bräche der Kinder- und Jugendsport in ihrem Verein zusammen. Freispruch mit Wut im Bauch. der Mann trieb noch Jahrzehnte lang sein Unwesen, unbehelligt.

 

Rassismus. Dass in der Sache etwas fürchterlich falsch läuft, zeigen auch neue Fälle wie auf Schalke. Dass dunkelhäutige Spieler weinen, wenn ein brummsdummer  Weißer auf der Tribüne Affenlaute ausstößt und sich unter den Armen kratzt, ist nur angemessen, wenn der Spieler sehr empathisch ist und über die Dummheit des Idioten weinen muss, weil er fühlt, welch ein armseliger Kerl dieser Typ ist. Aber weinen aus Gekränktsein? Das ist ja fast eine Kapitulation vor dem Rassismus und schlimmer noch, ein Indiz für einen schwarzen Minderwertigkeitskomplex. Das Rassismus-Thema im Stadion ist erst beendet, wenn selbst der dümmste Krakeeler merkt, dass er nur sich selbst beleidigt und armseliger Abschaum ist … wie der Exhibitionist bei Hannes Wader, der sich Kindern in schamverletzender Weise zeigt, die ihn aber verhöhnen, er möge sich mit seinem blaugeäderten Unding wegscheren … und der sich nun zu Hause im Bett vergräbt und schämt und schämt.

 

Aus einem letzten Interview mit Gudrun Pausewang: Für sie bestand die größte Bedrohung unserer Zeit „aus ungezügeltem Materialismus und Medienkonsum“.

Beides gehört zusammen. Würde man diese Bedrohung ernsthaft angehen, wäre es als Nebeneffekt die beste – einzige? – Möglichkeit, den menschlich verursachten Anteil am Klimawandel zu minimieren.

Schönen Schreibfehler korrigiert: Aus „Berohung“ „Bedrohung“ gemacht. Ungezügelter Materialismus und ebensolcher Medienkonsum sind aber  auch eine Berohung, eine sehr bedrohliche.