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Burkhard Wellenkötter: Cindy, oh Cindy

Während der Talkshow  “Anne Will” gestern Abend musste ich an Sie denken und zwar auf folgende verwinkelte Weise: die neue Hoffnungsträgerin der SPD, die ich bei mir selbst Margot Eskens nenne (der Name klingt so ähnlich, sonst finde ich wenig Ähnlichkeiten mit der Sängerin) erinnerte mich an ihre Kolumne unlängst, in der Sie ihre Fähigkeit, alte Schlagertexte zu reproduzieren, an manchen Beispielen belegen.
So werden Sie sicher Margot Eskens kennen. “Cindy, oh Cindy, Dein Herz muss traurig sein/ der Mann, den Du geliebt, ließ Dich allein” usw usf.
Wie von Geisterhand arrangiert kam mir der Text plötzlich wieder in Erinnerung und die Melodie geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Sinn.
Und wissen Sie, was mich dabei ärgert: dass kaum noch jemand weiß, wer das war, keiner mehr “Tiritomba Tiritomba” wenigstens summen kann.
Meine Schüler haben sich früher oft amüsiert, wenn ich bekannte, die Musikgruppen, deren Fans sie waren, nicht mal dem Namen nach zu kennen. Ich hab sie dann verblüfft: Na und, wisst Ihr denn, wer Willy Hagara ist (Eine Kutsche voller Mädels), kennt Ihr Conny Francis oder eben die von Ihnen zitierten Zeilen aus “Heißer Sand” ?
Sie haben nicht mal die Selbstironie gespürt, einer hat mal den Namen Freddy Quinn auf dem Smartphone herauf beschworen, konnte aber gar nichts sagen dazu. “Brennend heißer Wüstensand” war schon zu unserer Zeit zu “Brennend heißer Würstchenstand” entstellt, und Willy Hagara triefte nur so vor Schmalz, aber dass man gar nichts mehr weiß, nicht mal die Parodie noch lebendig geblieben ist,das fand ich schon traurig.
Die Stars unserer Eltern habe ich dagegen durchaus noch hören können, Zarah Leander fand ich toll, auch wenn sie da schon (d.h. in den 50er Jahren) uralt war und NS – belastet.
Ich freue mich auf einen weiteren herzerwärmenden Rückblick von Ihnen!
(Burkhard Wellenkötter)