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Ohne weitere Worte (vom 3. Dezember)


Immer noch beschäftigt Klinsmann, wenn es um Verhandlungen und Verträge geht, den Schweizer Anwalt André Gross (…), der vor mehr als 20 Jahren schon Uli Hoeneß Ärger bereitet (hatte), als der Stürmer Klinsmann zum FC Bayern wechselte (Hoeneß über Gross: »Der bietet dir nach fünf Minuten das Du an und nach zehn zieht er dich über den Tisch«). (Javier Cáceres und Philipp Selldorf in der Süddeutschen Zeitung)
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Fassungslosigkeit. (…) Noch so ein Schwabe in Berlin? Und warum tut sich das Klinsmann überhaupt an? (Volkan Agar in der taz)
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Seit rund elf Monaten reiht sich ein schlimmes Auswärtsspiel an das nächste. (…) Nicht alle wurden verloren, eines sogar gewonnen, aber in allen wirkte die Mannschaft fahrig, uninspiriert, mutlos. Wer diese Begegnungen gesehen hat, dem erscheint es wie Hohn, dass die erst im Sommer erschienene Favre-Biografie den Titel »Der Bessermacher« trägt. (Uli Hesse im Fußball-Magazin 11Freunde)
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Am Spielstil und am Auftritt einer Mannschaft erkennt man die Handschrift des Trainers. (…) Dortmund (…) fabriziert seit Wochen Unleserliches. Lucien Favre wird gehen müssen. (…) Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er am Ende dieser Woche noch Trainer des BVB ist. (Olaf Thon zu Beginn voriger Woche in seiner Kicker-Kolumne)
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Mit diesem Anspruch, sie wüssten doch, wie es zugeht, holt das ZDF ja gerne Ex-Spitzensportler. Es ist das große Unverständnis, was kritischer Sportjournalismus sein könnte. Als ob der aus einer möglichst großen Nähe zum Betrieb erwüchse. (…) Hoffen wir, dass Andrea Petkovic nicht das machen wird, was von ihr im ZDF erwartet wird: dass sie keine Nähe zu Sportlern herstellt, sondern schnell Distanz sucht. (Martin Krauss in der taz über die neue Moderatorin der »ZDF-Sportreportage«)
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Bekannt war bislang, dass Sie an einem Buch schreiben und nach Ihrer Tenniskarriere eigentlich Schriftstellerin werden wollten. Jetzt gehen Sie zum Fernsehen. Was ist denn da passiert? – »Ich fühle mich immer noch eher als Schriftstellerin.« (Andrea Petkovic im SZ-Interview)
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Wann hatten Sie zum ersten Mal das Gefühl, mächtig zu sein? – »Das wird wohl im Sportunterricht gewesen sein, wenn es mir gelungen ist, beim Fußball an jemandem vorbeizukommen.« (Campino im Politischen Fragebogen der Zeit)
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»Er (Anm.: Alberto Salazar vom Nike Oregon Project) ließ mich jede Woche wiegen, manchmal drei Tage hintereinander vor der ganzen Trainingsgruppe. Er sagte mir, dass ich zu fett sei (…), forderte, dass ich immer dünner werde und nur noch 52 Kilo wiege. Bei einer Größe von 1,70 Meter.« (Ex-Lauftalent Mary Cain, die sagt, »emotional und physisch missbraucht« worden zu sein, im Spiegel-Interview)
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Konstanze Klosterhalfen (…) schwärmte von den Trainingsbedingungen. (…) Kann es sein, dass Klosterhalfen eine andere Erfahrung gemacht hat als Sie? – »Gut möglich. (…) Zweifellos gab es dort klasse Trainer. Wobei ihr Coach Pete Julian nicht dazugehörte. (…) Er tat nichts gegen Albertos Drill und Optimierungswahn. Er war dessen rechte Hand.« (Cain/Spiegel)
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Ihr Mann ist Deutscher. Läuft’s gut? – (…) »Mein Mann ist so wunderbar, dass Sie mir nicht glauben würden, würde ich ihn beschreiben.« (Marina Weisbrand, Ex-Star der Piratenpartei, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.« (Die Vorbemerkung leitete in den ersten Jahren die »Ohne weitere Worte«-Rubrik ein. Später kam sie ohne die Einleitung aus. Heute kommt sie noch einmal zu Ehren, nicht als Einleitung, sondern als Abschied von dieser Rubrik. Und das ebenfalls ohne weitere Worte). (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)