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Hummels

Zurück in die Nationalelf? Was spricht dafür, was dagegen? Im 1:1-Modus, wenn der Gegner nicht im Vollspeed an- und vobeigerauscht kommt, sowie in der sogenannten Spieleröffnung immer noch Weltklasse. Als Menschentyp auch und vor allem in der eigenen Mannschaft polarisierend, da zu schlau, eloquent, besserwisserisch und sozial abgehoben für und vom Gros der Mannschaft. Das hilft nicht (wie es oft fälschlich heißt, siehe Karl Adam und das Rudern im Team), jedenfalls nicht im Fußball, sondern schadet dem Teamspirit, vor allem, wenn dieser Typus Schwächen zeigt. Die legt das Gros gerne bloß, und sei es nur unterschwellig. Zum Beispiel – und jetzt kommt der Gegenspieler angerauscht – im Tempo-Defizit. Das könnte man ausgleichen, im Mannschaftgefüge, wie bei Beckenbauer, dessen diverse Schwächen, die er ja hatte, von seinen Schwarzenbecks gerne ausgebügelt wurden. Bei Hummels sieht man im Geiste im Kopf des einen und anderen Mitspielers die Genugtuung aufblitzen: Siehste!

Unter dem Strich: Punktgenaue Tacklings und genial öffnende Pässe machen potenzielle Dysharmonien im Mannschaftsgefüge und vor allem mangelnde Antrittsschnelligkeit nicht wett. Ersteres könnte Hummels ändern, klug dazu ist er, Letzteres nicht. Für Löw ist die Konsequenz einfach, er kann beobachtend abwarten. Für Favre nicht.