Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Arno Baumgärtel: Scheinwerfer

… und ich dachte immer, nur Karl-Heinz Heimann hätte den „Scheinwerfer“ gedreht (für die Nachgeborenen: In der Zeitschrift „Kicker“). Anscheinend nicht.

Ich finde ja Ihre Einlassungen über den Alltag des Zeitungsredakteurs im Bleizeitalter, wo Metteure  noch Macht hatten,  wesentlich interessanter als diese 70 Jahre alte Fundsache.

„…als wäre es höchste Zeit, daß man diesem Treiben, das unseren Fußballsport so in Mißkredit bringt, rasch ein Ende setzt.“ Immer ist da eine Unterströmung, die einen idyllischen bzw. „naturgegebenen“ Urzustand beschwört, als alles noch in Butter war und wohin es lohnte zurückzukehren. Wunschdenken, konservative Kulturkritik.

Die zunehmende Kommerzialisierung des Sport und hier des Fußballs zu beklagen, ist wohlfeil. Dabei war Deutschland zu dem Zeitunkt ja noch gar nicht richtig betroffen, unmittelbar nach dem Krieg. Die Bundesliga entstand erst 1963, gerade aus dem Gedanken heraus, den deutschen Fußball wettbewerbsfähiger zu machen, letztlich auch über den Profistatus. Andere Länder waren da schon weiter. Ja, früher war alles anders, aber keinesfalls besser.  Immerhin, ohne diesen Artikel auch meine Zuschrift nicht. (Arno Baumgärtel/Gießen)