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Ohne weitere Worte (vom 15. Oktober)

»Schweigeminute. Alles war still…« – … bis jemand die deutsche Nationalhymne anstimmte. – »(…) Und da habe ich aus dem Bauch heraus gerufen: ›Halt die Fresse!‹ (…) Und im ersten Moment habe ich befürchtet, dass ich gerade richtig Mist gebaut habe.« – Warum? – »Na, weil ich ja die Schweigeminute gestört hatte! Das war mir unangenehm. Aber im nächsten Augenblick klatschten die Menschen um mich herum, (…) da dachte ich mir: Hast wohl doch den Nagel auf den Kopf getroffen.« (Jens – Nachname nicht genannt – im Interview des Fußballmagazins 11Freunde)
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Schweinsteiger ließ, als es ankam, den Schmerz an sich abprallen. Das machte ihn und seine Mannschaft zu Weltmeistern. Schweinsteiger war zwar nicht der Kapitän dieser goldenen Generation, aber er war ihr Anführer, ihr Herz. (Michael Horeni in der FAZ)
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Thomas Müller ist zu mächtig und zu anspruchsvoll, um sich wie einst Lukas Podolski beim DFB mit der Rolle eines Li-La-Laune-Bärs zu begnügen, der ab und zu mitkicken darf. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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»Müllers Leistungen reichen für die Bundesliga nicht mehr aus. Der Verein kann es sich deshalb nicht leisten, ihm noch eine Chance zu geben.« (Zitat aus dem SZ-Text / der Trainer, der damit die Karriere Müllers im Bayern-Trikot beendete, hieß Pal Csernai, Müllers Vorname war Gerd, das Datum der 3. Februar 1979)
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Hat es Sie beschäftigt, als Sie weggegangen sind, dass Sie in einer anderen Kultur leben würden? – »Am liebsten wäre mir gewesen, ich hätte daheim bleiben und trotzdem in der NBA spielen können. Ich bin eher schüchtern und zurückhaltend und nehme Neues nicht so gern gleich an.« (Dirk Nowitzki im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Dirk Nowitzki ist wie wir, nur viel, viel besser.« (Thomas Pletzinger, Autor von »The Great Nowitzki«, zitiert in der FAS)
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Den Nobelpreis für Medizin erhalten in diesem Jahr Forscher, die herausgefunden haben, wie menschliche Zellen auf Sauerstoffmangel reagieren. (…) Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse haben Pharmafirmen Tabletten entwickelt, die bei Blutarmut helfen. (…) Weil solche Tabletten gleichsam Ersatz für Höhentraining sind, ist zu befürchten, dass sich damit auch neue Möglichkeiten des Dopings ergeben. (Norbert Lossau in der Welt am Sonntag)
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Wie heutzutage bei allen wundersam anmutenden Ausdauerleistungen (…) beschleicht den Betrachter ein merkwürdiges Gefühl. (…) Die Versuchung in diesen Sportarten ist groß, weil beispielsweise das Blutdopingmittel Epo so viel bringt. Selbst Hobbysportler setzen sich in erschreckender Zahl diesen Experimenten aus. (Frank Hellmann in der Frankfurter Rundschau)
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Das NOP-Aus bietet Klosterhalfen da tatsächlich eine Chance: nämlich den Schaden zu kitten, den der Umzug in Salazars Schatten angerichtet hat. (Johannes Knuth in der SZ)
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»Der Körperkult ist heute extrem ausgeprägt(…) Jeder will gut gebaut sein, ein Sixpack haben, am liebsten sofort. Damit es schneller geht, hilft man gern mit Steroiden nach. (…) Zerstören wird man diese Märkte nie. Dafür sind sie zu lukrativ.« (Oberstaatsanwalt Kai Gräber im Spiegel-Interview)
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Die eigene Gesinnung ist nicht einfach nur eine mögliche Gesinnung neben anderen, sondern die einzig richtige, wahre und gute. Entsprechend erscheint sie als absoluter Maßstab für die Gesinnungen der anderen, die sich dabei nur allzu rasch als (…) gesinnungslose Gesellen erweisen. (Andreas Urs Sommer in einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung)
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Männerliteratur (…), deren Plot immer nur daraus zu bestehen scheint, dass ein Mann existiert und mehr als ein Gefühl auf einmal fühlt. (Sophie Passmann im Zeit-Magazin)
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Was stört Sie am Alter am meisten? – »Dass man nicht mehr jung ist.« (Liselotte Pulver, 90, im Hörzu-Interview) (gw)
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