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Ohne weitere Worte (vom 10. September)

Matthijs de Ligt und Virgil van Dijk auf der einen Seite im Abwehrzentrum, Matthias Ginter, Niklas Süle und Jonathan Tah auf der anderen – man muss es schon sehr gut mit den Deutschen meinen, um da keine Qualitätsunterschiede erkennen zu wollen. (Peter Penders in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Was will er eigentlich beim AC Mailand? Die spielen in dieser Saison nicht international, wo, bitte schön, ist da die sportliche Herausforderung? (…) Ihm ging es einfach nur darum, so schnell wie möglich von Eintracht weg zu gehen. Da musste er eben nehmen, was übrig bleibt. (…) Aber dann noch schnell vorher das Wappen küssen. (Thomas Berthold in einem Gastbeitrag für Bild über den Rebic-Weggang)
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Im Amateurfußball ist Spielen unter falschere Identität Alltag. (…) Bezirksligaabwärts wird im deutschen Fußball gemogelt, getäuscht und gefälscht. Je mehr die gepflegten Doppelpässe in den unteren Ligen auf dem Platz abnehmen, desto verlässlicher steigen sie in den Datenbänken der Vereine. (Lutz Wöckener in der Welt)
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»Es gibt Spieler, die am Wochenende vier Mal auf dem Platz stehen für vier verschiedene Vereine.« (Ralph-Uwe Schaffert, Verbandssportgerichtsvorsitzender in Niedersachsen, zitiert in der Welt)
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Lukaku wurde von einer Ultra-Gruppe des eigenen Vereins (…) aufgeklärt, dass die Gorilla-Geräusche nicht rassistisch gemeint seien. Die Fans von Cagliari hätten nur ihrem Team »helfen« wollen. Und er könne damit rechnen, dass auch sie, die Inter-Fans, versuchen würden, dunkelhäutige Spieler gegnerischer Mannschaften mit Affenlauten aus dem Konzept zu bringen. Das sei keine Diskriminierung. Das sei ein Zeichen von Respekt. (Evi Simeoni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Respekt? Wer Affenlaute von sich gibt, um andere zu verletzen, hat nicht einmal vor sich selbst Respekt. (Simeoni/FAZ)
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Die Geschichte, wie aus Nowitzki der große Nowitzki wurde, (…) ist die eines jungen Lehrlings und eines alten Meisters, der tatsächlich etwas rätselhaften, faszinierenden Figur Holger Geschwindner, Nowitzkis sportlichem Mentor seit Jugendtagen. (…) Auch Geschwindner, der selbst ein fantastischer Basketballer war (…), hatte als junger Mann einen Mentor, einen Afroamerikaner namens Ernie Butler. (…) Der mittlerweile 85-jährige Butler ist Saxofonist, und in seinem früheren Leben spielte er Basketball für den MTV 1846 Gießen. »Ball is Jazz«, hat er seinem einstigen Eleven Geschwindner beigebracht, es ist die hohe Kunst der Improvisation zwischen den fünf Leuten einer Mannschaft auf dem Basketballcourt. (aus einer Rezension der Biografie »The Great Nowitzki«/Autor: Thomas Pletzinger von Dirk Peitz in der Zeit)
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»Wir haben das beste Team, das Deutschland je hatte. (…) Ich glaube, diese Generation könnte sich noch länger an der europäischen Spitze halten als das Team um Dirk Nowitzki, das 2005 noch einmal Silber bei der EM gewann.« (Bundestrainer Henrik Rödl vor der WM im Spiegel-Interview)
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Selbst Oliver Pocher hat sich gegen die AfD positioniert. (…) Man kann so das eigene Schaffen veredeln. (…) Die Pose des Widerstandskämpfers ist gerade unter Satirikern sehr beliebt. Dazu hat der großartige Kabarettist Josef Hader in seiner Filmrolle als Stefan Zweig das Nötige gesagt: »Jede Widerstandsgeste ohne Risiko ist nichts als Geltungssucht.« (Timo Frasch in der FAZ über »saftlose Humoristen«)
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»Es gibt ja Frauen, die sonnen sich in der Anerkennung. Aber bei mir funktioniert das nur bei jemandem, den ich auch als Sonne akzeptiere.« (Autorin Ildiko von Kürthy im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Moderatorin Laura Karasek: »(…) Frauen sind die neuen Männer!« Wenn nun Frauen die neuen Männer sind, was sind dann die alten Männer? Die neuen Frauen? Oder gar die alten? (aus »Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS)
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Ist männliche Stärke nicht attraktiv? – »(…) Man sagt, der Mann muss Schwäche zeigen können, aber dann hast du einen mit Arthrose, der weint bei Moby Dick, den willst du dann auch nicht.« (von Kürthy/SZ) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)