Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Paul-Ulrich Lenz: Warum wirken alte Männer oft so griesgrämig?

Ich möchte Sie ein wenig „trösten!“ Über das Spiegelbild zum Erschrecken. Vielleicht ist griesgrämig ja doch das falsche Wort. Alte Gesichter sind gezeichnet. Junge Gesichter  sind einfach nur jung, noch nicht gezeichnet. Aber alten Gesichtern kann man die Lebensgeschichte ansehen. Gelegentlich Siege, gelegentlich Glück, gelegentlich tiefe Freude. Aber genauso auch den Schmerz. Die Sorgen. Die Niederlagen. Nicht die im Sport – die sind eher marginal. Genau wie die Gehaltszettel.

Was Gesichter prägt, zeichnet: Die Niederlagen in der Existenz. Gescheiterte Träume. Geplatzte Hoffnungen. Der Verlust an Kraft, an Vitalität. Sorge um die, die uns nahe stehen.

Das wird bei uns allzu oft kaschiert, verdeckt. Ich finde solche alten Gesichter, denen man die Spuren des Lebens ansehen kann, schön.  Auch und gerade dann, wenn man die Schmerzen und das Leid erkennen kann.

Manfred Germar – Sie wissen schon – lange her – hat einmal gesagt: „Alles haben sie uns gelehrt, nur nicht die Niederlagen.“

Ein Volk, das keine Niederlagen will, geht am Siegenwollen zugrunde. Das wissen kluge Leute wie Christa Wolff: „Wenn sie doch aufhören könnten zu siegen!

Schämen Sie sich Ihres zuweilen manchmal griesgrämigen Gesichtes wegen nicht. Es ist schön, weil es wahrhaftig ist. (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R./Schotten)