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Ohne weitere Worte (vom 20. August)

Im Spätkapitalismus gerinnt alles zur Show. Und so ist aus dem Transfermarkt eine Bühne geworden, auf der die Empfehlung, dass man über Geld besser nicht spricht, nicht gilt. Im Gegenteil, das endlose Reden über Geld und Transfers entspricht heute dem alten Klatsch über die Königshochzeiten in den Schmachtblättern: Wer kriegt wen? (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung)
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Rummenigge sagt, er wünsche sich von Kovac, dass der FC Bayern einen Offensivfußball zelebriert wie einst unter Pep Guardiola. Wie hoch muss man eine Latte legen, damit ein Kandidat sie auf jeden Fall reißt? (ein Autorenteam im Spiegel)
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Rummenigge hat sich deutlich als Skeptiker positioniert, nicht ganz klar ist bislang, ob er mit der Arbeit von Kovac wirklich unzufrieden ist – oder ob es ihm darum geht, den Trainer zu schwächen, den Präsident Uli Hoeneß nach München geholt hat – und nicht er, Rummenigge. (Benedikt Warmbrunn in der SZ)
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Die Art und Weise, wie Rummenigge sich nicht hinter seinen Trainer stellte, wie er ihm stillschweigend eine öffentliche Danksagung für seinen Anteil am Titelgewinn und am Cup versagte, stellt selbst in diesem Gewerbe, das sich nicht immer um den guten Ton kümmert, eine Ausnahme dar. (Stefan Osterhaus in der Neuen Zürcher Zeitung)
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Die größte Stärke Kovac’ ist sein dickes Fell. (Spiegel)
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Thomas Müller (…) teilt (…) sich mit seinem früheren Kollegen Claudio Pizarro über die Besitzergemeinschaft »Gute Freunde« mehrere Rennpferde in England; darunter »Don Jupp«, benannt nach dem ehemaligen Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes, sowie »Mia san Triple«, die bisher erfolgreichste Stute der beiden. (»bwy« in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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In Freiburg gab es mal einen Schafbock, der nach dem damaligen SC-Torhüter getauft wurde: »Schmadtke«. Eines Tages bekam Schmadtke drei Lämmlein. Er war also nicht Bock, sondern ein Schaf. Will sagen: Es ist nicht ganz einfach zu sagen, wer Schmadtke wirklich ist. (Peter Unfried in der taz über den Manager des VfL Wolfsburg)
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Und damit sind wir bei seiner bisherigen Berufslaufbahn als Fußballmanager. Die Rezeption besteht aus zwei Worten: erfolgreich. Aber. (Unfried/taz)
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DAZN (…) hat mit Fritz von Thurn und Taxis (69) einen tollen Co-Kommentator reaktiviert. Eine Legende verlernt’s halt nicht. (…) Komm bald wieder, Fritz! (aus einer TV-Kritik von Bild)
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»Cacau am Ball! Und damit meine ich nicht das heiße Schokoladengetränk.« / »Also wenn sie dies nicht gesehen hätten, werden sie sich ärgern und sich denken: Hätte ich es doch gesehen!« / (Beim Spiel Italien gegen Südkorea:) »Vieri läuft den ganzen kleinen Blutsaugern davon!« (aus »Die besten Sprüche von Fritz von Thurn und Taxis«, gesammelt im Fußball-Magazin 11Freunde)

Wieviel kriegt das Finanzamt? – »Das kann ich erst sagen, wenn ich meine Steuererklärung (…) abgegeben habe. Da ich in Deutschland lebe und mich hier wohlfühle, zahle ich gerne Steuern – auch wenn mir das keiner glaubt.« (Poker-Weltmeister und Zehn-Millionen-Dollar-Gewinner Hossein Ensan im Spiegel-Interview)
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Die Zeiten, in denen man im öffentlichen Raum witzig sein durfte, ironisch oder provokant, neigen sich dem Ende zu. Irgendwer fühlt sich immer beleidigt und sieht rote Linien überschritten. Eine ganze Twitter-Gemeinde (…) wartet nur aufs Stichwort, um im Namen der Political-, Gender- und Minderheiten-Correctness Inquisition zu spielen. (»miha« in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Sie haben mal gesagt: »Mit zwanzig wollte ich den Männern gefallen, mit dreißig wollte ich besser sein als sie, mit vierzig waren sie mir wurscht.« Wie ist es jetzt mit 75? – »Sie sind mir noch wurschter!« (Renate Schmidt/SPD, ehemalige Familienministerin, im Interview des Zeit-Magazins) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)