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Ohne weitere Worte (vom 13. August)

»Fragen Sie mich, was Sie wollen. Ihre Meinung haben Sie ja sowieso schon.« (Beginn eines Interviews in der Süddeutschen Zeitung mit Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner)
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Guardiola steht schon wieder vor Klopp (Schlagzeile in Bild am Sonntag nach dem ersten Spieltag in England)
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Gäbe es da nicht auch noch eine Option, die ablösefrei mit einem einzigen Anruf auf dem kurzen Dienstweg zu finden und binnen weniger Stunden einsatzbereit an der Säbener Straße zur Stelle wäre? (…) Franck Ribery (…) hält sich fit, lebt in München und ist noch nicht anderweitig verpflichtet. (…) Und der neue Ribery heißt … Ribery? (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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So wuchtig, so herb, so urbayerisch, so konzessionslos, so bayrischböse und so grandios ist dieser Auftritt. Die Mattes nimmt sich hier mit einem grandiosen Hang zur ungeschminkten Altershässlichkeit wie ein Vulkan aus im gestriegelten Fanshop des FC Bayern. (aus einer Filmkritik von Bernhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung)
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»Früher gab es die Regel: Im Zweifel für den Angreifer – die galt aber immer nur dann, wenn der Stürmer einen Vorteil daraus ziehen konnte. Die Verteidiger haben das niemals gesagt, für die war der Stürmer immer im Abseits.« (Schiedsrichter Deniz Aytekin in der Welt über einen Vorteil des objektiven Videosentscheids)
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Woher hatten Sie das Geld, um hier zu investieren? – »Ich war auch mal Fußballer, oder?« (Unterhachings Präsident Manfred »Manni« Schwabl, ehemaliger Fußball-Nationalspieler, der mehr als 700 000 Euro in den börsennotierten Drittligisten gesteckt hat, im SZ-Interview)
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»Mit fremdem Geld kann man sich immer schön wichtig machen, das macht Spaß, wie in der Politik oft zu sehen. Aber wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, dann haben die meisten plötzlich keine Zeit.« (Schwabl)

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»Natürlich gibt es Momente, in denen mich alles nervt und ich gern gegen was treten möchte – aber ha, geht ja nicht.« (die querschnittgelähmte Bahnradfahrerin Kristina Vogel in der chrismon-Serie »Fragen an das Leben«)
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»Was soll ich mich über Sachen ärgern, die ich nicht ändern kann? Je länger ich mich bedauere, desto länger bin ich darin gefangen. (…) – Welchen Traum möchten Sie sich unbedingt erfüllen? – »Wenn ich sterbe, würde ich gern auf ein glückliches Leben zurückschauen. Ich möchte an jedem Tag gelacht haben.« (Vogel)
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Warum machen Sie keinen Sport? – »Was habe ich Ihnen angetan, dass Sie mir so eine Frage stellen? Habe ich Ihre Mutter in der Öffentlichkeit vergewaltigt? Nein, im Ernst, mein einziger Sport ist Surfen im Internet.« (der Philosoph Slavoj Zizek im Interview des SZ-Magazins)
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»Ich hätte auch niemals einen Trainerschein gemacht. (…) Die Jugend in Holzkirchen zu trainieren, das war Höchststrafe für mich. Die haben mich so genervt, die Jungs.« (Schwabl)
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»Ich bin (…) öffentlich obszön und privat extrem bieder. (…) Ich empfinde ein viel tieferes Glück, wenn ich eine schwierige Hegel-Passage durchdrungen habe, als wenn ich dabei zuschaue, wie eine Frau gevögelt wird.« (Zizek)
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»Hegel sagt: Wenn man die Welt vernünftig ansieht, schaut sie vernünftig zurück. (…) Philosophen verzweifeln nicht. Man hat noch nie einen Philosophen verzweifeln sehen, mit Ausnahme Schopenhauers, der kein guter Philosoph war.« (aus einem FAZ-Interview mit Agnes Heller, nach dem Tod der ungarischen Philosophin erschienen)
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Schämen Sie sich für Artikel, die Sie geschrieben haben? – »Schämen nützt nichts, geschrieben ist geschrieben.« (Wagner) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)