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Dienstag, 18. Juni, 10.00 Uhr

Gartenarbeit erledigt. Jetzt kann die Hitze kommen.  Bald schon Siesta. Mehr als südländisch lange. Rentner-Siesta.

Aber mit viel Lesen. Was natürlich keine Arbeit ist. Aus dem Regal „Allerhand Sprachdummheiten“ geholt. Uralter Schinken von 1920. Aus dem Nachlass eines entfernten Verwandten. Ich durfte, als ungefähr Zwölfter, mir ein paar von den Büchern aussuchen, die von den anderen verschmäht worden waren. Bevor sie zum Altpapier kommen …

Die „Sprachdummheiten“ waren darunter, auch ein paar andere exquisite übersehene oder missachtete Bücher wie einige „Zwiebelfisch“-Jahrbände.

Gleich am Anfang der „Sprachdummheiten“ werde ich etwas schlauer. „Frieden oder Friede? Namen oder Name?“ Was weiß denn ich? Das frage ich mich auch schon lange. Ebenso bei „Funke, Gedanke, Glaube, Same, Schade, Wille.“ „Diese Wörter bilden eine Mischform aus der starken und der schwachen Deklination auf ens (des Namens), sonst gehen sie nach der schwachen. Schade(n): die Schäden. Da hat sich nun unter dem Einflusse jener Mischform das en aus dem Dativ und dem Akkusativ auch in den Nominativ gedrängt.“

Aha! Geht also beides. Noch mal aha: „Die ältere Form auf e ist aber doch überall daneben noch lebendig und im Gebrauch (von Schade allerdings  fast nur noch in der Redensart: es ist schade).“

„Es ist schade“ kommt vom Schaden – wer hätte das gedacht.

In den „Sprachdummheiten“ werde ich weiter lesen. Da kommen sicher einige interessante Sachen wie „schade“ zur Sprache, die es nicht ins Internet geschafft haben.

Nicht ganz so alt wie das Buch ist Jürgen Habermas, der heute 90 wird. Zum Geburtstag schenkt er sich (und uns; aber ich schenke es mir wohl) 1700 Seiten in zwei Bänden über den „Diskurs von Glauben und Wissen“.

1700 Seiten! Mein altes „Ungetwittert“ („Atheisten glauben, dass sie wissen, Fromme wissen, dass sie glauben.“) genügt Habermas nicht. Ich möchte es verallgemeinern: Einige wissen, dass sie nur glauben, andere glauben nur, dass sie wissen.

Ich glaube, ich weiß jetzt, was ich tun muss. Blumenerde kaufen, auf Geheiß der Chefin. Danach … siehe oben.