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Ohne weitere Worte (vom 18. Juni)


Mit der linken Fußspitze schob er den Ball zur Führung ein, bei einem Freistoß aus 20 Metern segelte der Ball gezielt ins Tor – wie ein Bonbon vom Fasnachtswagen in eine Kinderhand. In der 65. Minute wurde er ausgewechselt, eine außergewöhnliche Saison endete. Die Zuschauer in Mainz erhoben sich. (über Marco Reus in der Länderspiel-Einzelkritik der Süddeutschen Zeitung)
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Nun hat natürlich auch Hummels ein paar Schwächen, er ist zum Beispiel in den vergangenen drei Jahren nicht schneller geworden. Er ist ein Fußballer, der hohe Ansprüche an seine Mitspieler und seinen Trainer stellt, und zu diesen Ansprüchen gehört es auch, seine, also Hummels’ Fähigkeiten eher selten infrage zu stellen. (Lisa Sonnabend in der SZ)
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»Solange ein paar Tausend Dollar Preisgeld das Leben eines Athleten und seiner Familie auf einen Schlag ändern können, werden Kenianer versucht sein zu dopen. Kontrollen hin oder her.« (Japhter Rugut, Geschäftsführer der kenianischen Anti-Doping Agentur Adak, zitiert im Spiegel)
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Als einer der wenigen ist er als Experte und Unternehmer sympathischer geworden als er es je war. Er schaffte den Absprung aus der Vergangenheit. (…) Kahn wirkt locker, sympathisch, er verträgt sogar Witze auf seine Kosten (Anm.: als ZDF-Experte). Er schaffte den Wandel vom bissigen Vollblutprofi hin zum analytischen Fußballexperten und Geschäftsmann. (Felix Rathfelder im Fußball-Magazin 11Freunde zum 50. Geburtstag von Oliver Kahn)
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Beim WTA-Turnier in Filderstadt (Anm.: 1982, Steffi Graf war 13) unterlag sie der 20 Jahre alten Tracy Austin, einst selbst ein Wunderkind, 4:6 und 0:6. Die Niederlage veranlasste die Amerikanerin zu einer der größtmöglichen Fehleinschätzungen: In den Vereinigten Staaten gebe es Hunderte Mädchen mit denselben Fähigkeiten. (Peter Penders in der FAS)
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»Es war ein rauschendes Fest (Anm.: Feier eines Grand-Slam-Sieges in New York), das wie jeder Abend mit Steffi endete. Um Punkt 21 Uhr stand sie auf und ging zu Bett.« (Graf-Freund Otto Waalkes in der Bild-Zeitung)
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Von Boris Becker wird mehr in Erinnerung bleiben als ein Zinnteller. (…) Und mehr als die drei Statuen, die er sich mit seinen drei Wimbledon-Siegen erobert hat. (…) All dies, über 80 Stücke aus seinem Besitz, lassen die Londoner Treuhänder von Beckers Insolvenzmasse bald versteigern, um Geld für Gläubiger aufzutreiben. (Barbara Klimke in der SZ)
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Liebe Steffi, das größte Wunder ist, dass Sie zu Ihrem 50. Geburtstag so glücklich und schön sind. Die Zeit macht aus einer Weintraube eine runzelige Rosine. Sie sind eine Weintraube geblieben (Boris Becker ist eine Rosine geworden). (»Post von Wagner« in der Bild-Zeitung)
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Die Sentimentalitäten werden noch dadurch verstärkt, dass Steffi Graf just in dem Moment 50 Jahre alt geworden ist, in dem Beckers Blech unter den Hammer kommt. (Klimke/SZ)
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»Meinen Töchtern habe ich beigebracht, sich auf Reisen angemessen zu kleiden, damit sie keine Verbrecher anziehen und damit sie ernst genommen werden. Wenn sie ernst genommen werden wollen, können sie nicht im knappen rosa Kleidchen ankommen.« (Esther Wojcicki, Lehrerin und Mutter dreier erfolgreicher Töchter, darunter der aktuellen Youtube-Chefin, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Wir Schweizer verbinden Heimat nicht mit falsch montierten Armaturen (…) und Pubs, an deren Tresen noch Bier klebt, das Richard Löwenherz einst verschüttet hat. (…) Zuhause ist für uns dort, wo man auf der Suche nach einem freien Bahnabteil lieber durch zehn Waggons stolpert, bevor man sich zu einem Fremden setzt. (Christina Neuhaus in der Neuen Zürcher Zeitung)
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Mit der Heimat verhält es sich (…)  wie mit der Zeit. Wir wissen genau, was Heimat ist, solange wir sie nicht erklären müssen. (Neuhaus/NZZ)
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»Ich habe ein so exzessives Leben geführt, mit Alkohol, mit Drogen, Zigaretten und wunderbaren Frauen. Da ist der Rollstuhl jetzt die Strafe. Ich habe es 60 Jahre krachen lassen. Jetzt hat der liebe Gott entschieden, dass ich den Rest meines Lebens im Rollstuhl durch die Gegend fahre.« (Jan Fedder im Bild-am-Sonntag-Interview)
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Reinholds Gekreische zerfleischt die Luft über den ausgestellten Wagen des Autohauses wie eine Flex. (aus einer Konzertkritik im Delmenhorster Kreisblatt, gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)