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Paul-Ulrich Lenz: Ihre leichte Resignation (zum Blog vom 14. 6.)

Ich habe mit Sympathe Ihre Zeilen für den 14. Juni gelesen. Ich verstehe, was Sie meinen, wenn ich auch Ihre Einschätzung der Windräder nicht teile.
Nicht das Problem, aber ein Problem sehe ich bei Sätzen wie: Erst retten wir den Kontinent, dann die Welt. Oder so ähnlich: Wer die Welt retten will, muss mit dem Kontinenent anfangen. So landet man tendenziell entweder in der Überforderung mit nachfolgender Resignation oder in emotionaler Gewalttätigkeit, wie sie so manche doch sehr absolut klingende Frontfrau spüren lässt.
Ich fürchte, wir alle haben nicht das Zeug, die Welt zu retten. Da schlägt bei mir der textkundige Sänger durch: „Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue, freue dich, o Christenheit.“ Das sollte man nicht nur gefühlsselig am Heiligabend in einer vollen Kirche singen! Darüber nachdenken lohnt.
Im Ernst: Wir können die Welt nicht retten – jedenfalls nicht die große weite Welt. Wir können sie auch nicht wirklich wandeln – dafür ist die babylonische Sprachverwirrung – Sie wissen schon: 1. Mose 11 – zu groß. Was wir aber können: das kleine Stück Welt, das wir selbst sind, nach der Einsicht, die wir haben, verantwortlich gestalten. Ich erspare mir Aufzählungen – die haben Sie reichlich geliefert.
Umkehr fängt immer zu Hause an. Bei sich selbst.   (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R., Schotten)