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Dienstag, 12. März, 11.35 Uhr

Als ich noch täglich in die Redaktion fuhr, drehte ich zuvor meine kurze Radrunde im Hinterland. Um neun ging’s los. Gegen halb zehn kam ich regelmäßig an einer kleinen Frauenrunde vorbei. Fast immer in derselben Kurve unterhalb ihres Dorfes im Feld. Einmal unterhielt ich mich kurz mit ihnen. Sie gingen hier, sagte eine, jeden Morgen zwischen Frühstück, Saubermachen  und Mittagessen  ihre Spazierrunde nach und vor der Hausarbeit (Ha! Balsam auf die wundgescheuerten Seelen alter weißer Männer!). Heute fahre ich nach sieben Jahren erstmals zur damaligen Zeit diese Strecke. Kurz nach halb zehn, in der Kurve … tatsächlich, meine alten Bekannten. Zwar nur zwei (von damals drei bis vier; nach dem Verbleib der anderen habe ich lieber nicht gefragt). Kurzer Plausch, weitergefahren. Und gedacht: In unserer wahnwitzigen Zeit ist seitdem so viel passiert, von Flüchtlingen, AfD, Brexit, Meinungsterror, Shitstürmen und Konsorten bis zum totalen Irrsinn in den USA (dass einer wie Trump wichtigster Weltenlenker sein soll, übersteigt immer noch meine sonst so rege Phantasie), aber manches ändert sich nie.

Ich habe versprochen, die Damen in sieben Jahren noch einmal zur gleichen Zeit in der Kurve treffen zu wollen.