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Dr. Hans Jürgen Glaum: Im Handkäsland

Nach dem gestrigen Erstbesuch des Restaurants Miller-Haus in der Grünberger Straße und der heutigen Lektüre des „Sport-Stammtisch“ kamen mir eine Menge Erinnerungen an alte Handball-Erlebnisse bei meinem Verein TSV Langgöns im „Handkäsland“.
Dass es sich beim damals noch üblichen Feldhandball doch sehr oft um eine, wie Sie zitieren, „brutale Freizeitbeschäftigung für Grobmotoriker“ handelte, die „feste werfen“ müssen, muss ich heute rückblickend zugestehen und bestätigen.
Eine über die Runde immer wieder neu fabrizierte handtellergroße, ständig nässende Schürfwunde (die arme Bettwäsche !) an der linken Oberschenkelaußenseite, erlitten bei z.T. rücksichtslosen Angriff/Abwehr-Aktivitäten im grasfreien Bereich mitten vor dem gegnerischen Kreis, und eine offene Luxationsfraktur des rechten Daumens sind mir nach rund 60 Jahren noch in lebhafter Erinnerung.
Ihr „feste werfen“-Zitat belege ich damit, dass unser wuchtiger Stürmer-Kraftprotz Hugo Ohly bei einem Feldhandball-Heimspiel mit einem gewaltigen Wurf den gegnerischen Torquerbalken zertrümmerte.
Als wir gestern Abend im Restaurant Miller-Haus eintrafen, überkam mich eine weitere Erinnerung. In der ersten Hallenhandballrunde spielten wir in der Miller-Hall ein Endspiel gegen Bieber, in dem mir ein Gegenspieler ohne Absicht das Nasenbein zertrümmerte.
Da ich nicht sofort das Spielfeld verließ, weil ich noch einen „Siebenmeter“ verwandeln wollte, bildete sich auf dem Parkettboden ( ! ) eine ansehnliche Blutlache, die dazu führte, dass der Hausmeister der Miller-Hall mich unter Androhung von Gewalt brutal vom Spielfeld jagte. Ich wurde dann in die Chirurgische Univ.-Klinik gebracht. Die Nase wurde mit einer Inaktin-Kurznarkose gerichtet. Dieses Mittel – der Name ist noch präsent – hatte eine Doppelwirkung: ich wurde während der Narkose ständig von Panzern überrollt und nach der Narkose musste man mich davon abhalten, die OP-Schwester unsittlich anzugehen – peinlich, peinlich.
Es waren wunderbare Jahre, denn wir hatten ja auch noch die dritte Halbzeit, nicht nur mit Bier/Bluna-Gemisch, beim Wissich im Gambrinus. (Hans Glaum)