Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

„Wer bin ich?“-Finale („Anstoß“ vom 3. Januar)

Thomas Hicks, Marathon-Olympiasieger von 2004, mit Strychnin gedopt? Der unbekannte Skandal, gestern in der Auflösung der letzten WBI-Runde aufgetaucht, ist keiner, sondern nur Ausdruck meines bekannten Aufmerksamkeits-Defizits beim Korrekturlesen des eigenen Textes. Hicks gewann 1904, es gab kein Doping, weil es keine Dopingregeln gab, und Hicks und sein Trainer, nach 2004-Maßstäben kriminelle Hochdoper, wurden 1904 als Helden gefeiert. Dass den Schreibfehler niemand beanstandet hat und er mir nur beim morgendlichen Zeitungs-Nachlesen mit der nackten Zahl ins Gesicht gesprungen ist, ist auch ein Indiz dafür, dass heute im Sport allen alles zugetraut wird.
*
Ich traue allen WBI-Spitzenkönnern zu, dass sie alle von mir in ausgetüftelten Texten versteckte Menschen ausfindig machen können. Manche sogar im Handumdrehen, wie Rüdiger Schlick. Der aktuelle Mit- und »ewige« Solo-Spitzenreiter war zudem immer unter den ersten Einsendern, oft sogar der erste, manchmal nur einen gefühlten Wimpernschlag nach der Veröffentlichung. Phänomenal. Wie er das macht, bleibt mir ein Rätsel. Ich verneige mich vor dem WBI-Großmeister. Im Schach würde er das ELO-Wertungssystem sprengen.
*
Gäbe es bei uns ein All-Star-Game, wäre der Norden unseres Verbreitungsgebietes mit Helmut Bender, Dieter Neil und Reinhardt Schmandt als Mit-Sieger 2018 noch gut vertreten. Die »ewige« Rangliste dagegen wird vom Süden dominiert, der mit sieben Assen in den Top 10 auftaucht. Wetterau vorn!
*
Naturgemäß tauchen in der »ewigen« Liste auch Namen von Mitspielern auf, die nicht mehr dabei sind, und manche, die aktuell weit vorne stehen, rangieren dort »nur« im Mittelfeld oder sind noch gar nicht vertreten, da erst später dazu gestoßen. Dann gibt es auch noch jene, die in den WBI-Sog kamen, fast schon abhängig wurden, bei jeder Runde viele Stunden lang auf Lösungssuche gingen, aber sich dann fest vornahmen, auf WBI zu verzichten, quasi auf Entziehungskur, um »clean« zu werden. Ich kann sie, ja, auch Sie!, gut verstehen.
*
Einige Teilnehmer leben nicht mehr. Ich kannte sie nicht persönlich, hatte aber mit manchem regen und vertrauten Mail-Austausch, nicht nur wegen WBI, sondern auch über Sport, Gott und die Welt. Ich werde sie nicht vergessen. Weder den Arzt, der zum Seelen-Fernverwandten wurde, noch den Jungen, der vor über 40 Jahren der erste Einsender bei einem gw-Rätsel war und meine Texte lebenslang begleitet hat.
*
Aus Anmerkungen schlossen einige Teilnehmer, dass »Wer bin ich?« mit der 2018-Runde enden soll. »Das wäre sehr bedauerlich«, findet Wolfgang Egerer, »denn durch die Aufgaben lernt man immer wieder äußerst interessante sportliche oder sportnahe Geschichten kennen«. Das meint auch Walther Roeber: »Ich fände es sehr schade, wenn es kein WBI mehr gäbe.« Daher: »Bitte machen Sie irgendwie mit den Rätseln weiter« (Ingrid Wittich), »finden Sie noch viele so schöne Aufgaben. Man lernt bei Ihnen ja immer dazu« (Manfred Stein).
*
Tja. Mir fiel es zuletzt immer schwerer, Texte zu formulieren, die alle Leser interessieren, informieren und amüsieren und gleichzeitig echte WBI-Profis fordern könnten. Mittlerweile denke ich an eine Kompromisslösung: WBI in der bisherigen Form wird nicht fortgesetzt. Aber wenn mir mal eine Frage einfällt, gut und anregend lesbar zu formulieren und dennoch auch mit Super-Suchmaschinen nicht leicht zu lösen, werde ich sie im »Sport-Stammtisch« oder in den »Montagsthemen« vorstellen. Kurz, knapp, en passant, ohne den großen WBI-Rahmen. Die Einsendungen werden weiter ausgewertet, auch mit Listen wie den folgenden, aber eben nur im kleineren, intimeren Format.

Gesamtwertung 2018 / Top 15
15 Punkte: Helmut Bender (Linden), Dieter Neil (Buseck), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Reinhard Schmandt (Pohlheim)
14 Punkte: Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-N.-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach)
13 Punkte: Walther Roeber (Bad Nauheim), Wolfram Spengler (Hüttenberg)
12 Punkte: Karola Schleiter (Florstadt)
11 Punkte: Thomas Buch (Friedberg), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal)
10 Punkte: Jens Roggenbuck (Mainzlar)
9 Punkte: Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Jost-Eckhard Armbrecht (Gr.-Buseck)

»Ewige« Bestenliste

Rüdiger Schlick (Reichelsheim) 129
Jochen Schneider, (Butzbach) 128
Walther Roeber (Bad Nauheim) 126
Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-N.-Ohmen) 120
Karola Schleiter (Florstadt) 116
Manfred Stein (Feldatal) 109
Prof. Peter Schubert (Friedberg) 91
Jost-Eckhard Armbrecht (Großen-Buseck) 84
Andreas Hofmann (Bad Nauheim) 84
Thomas Buch (Friedberg) 81
Dieter Neil (Großen-Buseck) 81

Dr. Paul Limberg (Linden) 79
Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim) 77
Doris Heyer (Staufenberg-Treis) 77
Dr. Sylvia Börgens (Geisenheim)      75
Reinhard Schmandt (Pohlheim) 72
Dr. Joachim Bille (Reiskirchen)   66
Jens Roggenbuck (Mainzlar) 66
Helmut Bender (Linden)  62
Klaus Philippi (Staufenberg-Treis) 60
Klaus-Dieter Willers (Hungen) 59
Ingrid Wittich (Mücke) 55
Beate Dachauer (Butzbach) 52
Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim) 52
Andreas u. Reinhold Kreiling (Gießen)  42
Peter Hett (Bad Nauheim)  40
Peter Storm (Wettenberg) 39
Uwe Paulus (Biebertal)  37
Ralf Kranich (Großen-Buseck) 34
Helmuth Born (Karben) 31
Ulrich Hermann (Friedberg) 28
Klaus Pradella (Heuchelheim) 28
Dr. Gerd-L. Fängewisch (Heuchelheim)  26
Detlef Hartig (Nidderau)    25
Horst-Günter Schmandt (Pohlheim) 25
Uwe Lemke (Wöllstadt) 24
Theo Nauheimer (Buseck) 21
Werner Trautmann (Friedberg-Dorheim) 20
(gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)