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Montagsthemen (vom 14. Mai)

Dass Durchstechen des Kovac-Wechsels, seit dem Frankfurt schwächelte, der gedrosselte Siegeswille gegen Stuttgart – die Bayern arbeiten an ihren »Sympathie«werten in Frankfurt. Ganz anders Schalke, dem widerwillig Respekt gezollt werden muss. Hätte Stuttgart dort gespielt, hätte, hätte … wäre Fahrradkette.
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Also, siehe »Sport-Stammtisch« vom Samstag, statt Wonne (6.) oder Schleudersitz (7.) die Tonne für Platz acht. Nächste Woche, Brüder, doch noch zur Sonne, zur Wonne? Aber ob die Bayern ausgerechnet im Pokalfinale den Tempomat auf »Stuttgart« stellen? Fürs »Eintel«?
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Eintracht Frankfurt würde sofort die Tüttelchen ihrer Bayern-»Sympathie« ersatzlos streichen. Geht ja schnell mit der Sympathie. Deutschlandweit hatte der HSV monate-, ja jahrelang ganz miese Werte, jetzt steigt er »endlich« ab, und das sportlich beeindruckende letzte Aufbäumen steilt sofort die Sympathiekurve an. Come back!
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Für seine Idioten kann der HSV nichts. Diese Pickel plagen jeden Klub. Ekelhaft, wenn die Eiterbeulen platzen. Was geht bloß in den Köpfen vor? Beginnend mit dem schwachsinnigen »Wir woll’n euch kämpfen seh’n«, fortgesetzt mit dem auch grammatisch bedenklichen »Wir sind … , ihr nicht« bis hin zu todernsten Todesdrohungen. Sie fühlen sich persönlich beleidigt, wenn ihr Klub absteigt. Weil Versager auf ihn ihre Gewinner-Fantasien projizieren? Allmachtswahn der Armseligen?
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Unbestritten bleibt, dass die sportliche Attraktivität der Liga schwindet. Also, so die Logik, müssen wenigstens die Zuschauerzahlen wachsen, um geldwerte Rekorde vorweisen zu können.  Die DFL verknackt daher Holstein Kiel im Fall der Aufstiegsfälle zu 34 Auswärtsspielen. Unendliches Wachstum, dieser Fetisch von schnöselbürschlingsglatten Flachseelen des Neo-Liberalismus, zeigt sich im Profifußball idealtypisch, weil unverschämt und unverfälscht.
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Bis die Blase platzt. Beziehungsweise die Raupe. Wenn sie von Baculoviren befallen wird, muss sie als Zombie-Raupe in einen Baumwipfel krabbeln und fressen, fressen, fressen. Dann platzt ihr Körper, ein Baculoviren-Platzregen fällt nieder und infiziert neue Opfer. – Die Raupe Nimmersatt und das Dogma Wachstum. Nicht fußballendemisch, sondern globalisiert epidemisch.
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Bevor »Hoppenheim«-Verächter falschen Beifall klatschen: Der Hopp-Klub passt nicht in dieses Raster. Nicht nur wegen des Milliardärs, der Mäzen im besten Sinne ist, auch wegen des attraktiven Fußballs, den Hoffenheim spielt, den attraktivsten der Liga (außer Bayern und BVB in bester Spiellaune). Womit Julian Nagelsmann die These vom grundsätzlich langweiligen Fußball und dessen blass verkopften Laptop-Trainern gleich doppelt widerlegt.
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Auch Jerome-Bruder Kevin widerlegt, aber sich selbst. In einem Spiegel-Interview sagt Boateng intelligente Sätze, betont seinen Wandel vom »Bad Boy« zum abgeklärten Prince, bis er auf Jürgen Klopp zu sprechen kommt, für ihn »der beste Trainer, mit dem ich zusammengearbeitet habe«. Der habe sich aber doch, so der Spiegel, »über Sie lustig gemacht, als Sie einmal mit froschgrünen Fußballschuhen kamen.« Boateng: »Ja, er meinte da nur: ›Zeig mal her die Schuhe.‹ Dann hat er gefurzt und meinte nur: ›Geil, deine Schuhe machen ja auch Geräusche.‹« – Doch nicht intelligent? Oder doch noch Bad Boy? Will er Klopp, in Lob verpackt, einen reinwürgen? Das ist ihm gelungen. Denn Boateng muss wissen, dass so etwas (ob es stimmt oder nicht) in Klopps Kleidern hängen bleiben wird. Wie ein übler Geruch. Salomon der Weise spricht, … solche Worte in der Kabine müssen in der Kabine bleiben.
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Auch ich muss mich widerlegen (lassen). Am Samstag habe ich behauptet, Didi Hamann sei als Nauheim-Fan schon bei Heimspielen gesichtet worden. Doch »ich muss mal ausnahmsweise den Anstoß korrigieren. Didi war noch nicht in Bad Nauheim, sondern nur in Kaufbeuren bei einem Spiel der Teufel. Er hat sich angesagt für einem Besuch in Bad Nauheim. Wenn es soweit ist, gebe ich Info mit eventuellem Fotobeweis.« (Andreas Kautz/Danke!)
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Und da wäre noch Jessica Kastrop, Hamanns Sky-Kollegin, die ich einmal hochachtungsvoll mit Monica Lierhaus verglichen habe, der Unerreichten. Kastrops neue Liebe scheint ein Gedicht von einem Mann zu sein, denn im Bunte-Interview sagt sie: »Manchmal, wenn ich aufwache, liegt ein Gedicht neben meinem Bett, wie wunderschön ist das denn?«
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Ehrliche Antwort: überhaupt nicht. Denn da stellen sich meine Nackenhaare allergisch auf. Nicht, weil das Gedicht (von einem Mann?) neben und nicht in ihrem Bett liegt. Männer springen nun mal ab wie die Tiger und landen als Bettvorleger. Mich schüttelt’s nur wegen des beknackt verdeutschten Anglizismus »Wie … ist das denn«, meist mit »geil« zusätzlich verunstaltet. Wie blöd ist das denn? (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle