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Ohne weitere Worte (vom 8. Mai)

Es werden viele Herzen gebrochen in deutschen Talentakademien. (Gerhard Pfeil/Antje Windmann im Spiegel über die Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten)
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»Wenn du mit 15 nicht auf der Höhe bist, wirst du aussortiert.« (Per Mertesacker im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Der ehemalige Profifußballer Uwe Harttgen, der nach seiner Karriere Psychologie studierte (…), fragte die Spieler, wie sie reagieren würden, wenn sie es nicht schaffen würden. Es kamen Antworten wie (…) »dann hat das Leben keinen Sinn«. (Pfeil/Windmann/Spiegel)
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Im September werden Sie Nachwuchs-Chef bei Arsenal (…). – »Die Nachwuchsspieler bei Arsenal sehen nun, da wird einer Akademieleiter, der auch seine Ängste hatte. Bei dem kann ich mich anlehnen, der versteht mich.« (Mertesacker/FAS)
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2014 kam es in einem Nachwuchsleistungszentrum in Süddeutschland zu einer Katastrophe, ein Spieler nahm sich das Leben, kurz nachdem die Trainer ihm gesagt hatten, dass es für ihn in der Akademie nicht weitergehen werde. (Pfeil/Windmann/Spiegel)
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»Es müsste irgendwann die wahre ›Hall of Fame‹ der Akademie sein, die Ruhmeshalle derer, die es nicht zum Fußballprofi brachten, die aber in anderen Berufen erfolgreich und glücklich geworden sind. (Mertesacker/Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Indem er (Anm.: Bentaleb) Stindl gegen die Stirn tatscht, wie es Kleinkinder mit ihren Patschehändchen gern bei Papi tun. Es ist fast ein Streicheln (…) – bis Stindl nach kurzem Nachdenken plötzlich die Augen verdreht und umfällt wie ein von der Axt gefällter Baum. (…) Folgsam wirft Osmers den Schalker vom Platz – und Stindl rappelt sich wieder auf und gibt kurz danach, bei vollem Bewusstsein, den Pass zur Führung der Gladbacher. (Oskar Beck in der Welt)
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Schalkes Manager Christian Heidel bescheinigt ihm beeindruckt: »Ich habe Lars mal im Winter im Flugzeug getroffen. Das ist ein klasse Typ.« Aber offenbar ist es ein Unterschied, ob man Stindl im Winter im Flugzeug begegnet oder im Frühjahr auf dem Platz. (Beck/Welt/Stindl verletzt sich in diesem Spiel und fällt für die WM aus)
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Das IOC hat Cheerleading in die Liste der Demonstrationssportarten (…) aufgenommen, für Kritiker aber ist diese Form der Bewegung nichts anderes als eine Erotikshow. (…) Bailey Davis, die drei Jahre im Bikini (…) über das Spielfeld in der NFL tanzte (…), machte danach auf die Diskriminierung von Cheerleaderinnen aufmerksam, die Anleitungen zur Genitalpflege bekommen. (Michael Wittershagen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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»Meine Uni wurde in meinem ersten Jahr zu der Uni mit den heißesten Frauen in Amerika gewählt. Ich musste also mit 5000 Frauen konkurrieren, die (…) umwerfend aussahen, so als ob sie Cheerleaders bei den Dallas Cowboys wären.« (Amy Schumer, US-Comedy-Star, im FAS-Interview)
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Und nun geraten die Washington Redskins in die Schlagzeilen, die ihre Cheerleader 2013 zu Escort-Dienstleistungen gezwungen haben sollen. Die »MeToo«-Debatte ist noch lange nicht zu Ende. (Wittershagen/FAZ)
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Die neuen Gurus der hippen Gemeinde (…), die »Influencer«, (…) sind das Gluten der Gesellschaft. Gestern noch unbekannt, heute die neue Pest. (Michael Herl in seiner Kolumne in der Frankfurter Rundschau)
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Altmann: »Mein Vater war in der SA und in der SS. (…) Vielleicht wäre auch ich ein Arschloch geworden, mit den Genen, in der Umgebung.« – Roehler: »Du bist doch vielleicht so auch ein Arschloch geworden.« – Altmann: »Genau. Aber kein so großes.« – Roehler: »Ich glaube, du bist eine ganz arme Sau, genau wie ich.« (aus einem Interview im SZ-Magazin mit dem Autor Andreas Altmann und dem Regisseur Oskar Roehler)
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Sind Sie sparsam? – »Das ist mein Charakter. (…) Ich habe ein schönes Haus auf Mallorca und zwei in der Schweiz. Und eine Motoryacht, meiner Frau zuliebe. (…) Aber übertriebener Luxus ist nicht unsere Welt.« (der Hamburger Milliardär und HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne in der SZ-Interviewreihe »Reden wir über Geld«)
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»Es ist schwer zu merken, wie arrogant man selbst rüberkommt, wenn das ganze Umfeld arrogant ist.« (Lando, 17, aus Blankenese in einem Zeit-Interview mit Schülern aus dem Hamburger Nobelvorort und aus dem sozialen Brennpunkt Billstedt)
(gw)
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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