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Sonntag, 22. April, 6.30 Uhr

Hat heute nicht H. Geburtstag, der F.? Nee, ich glaube, das war schon. Ist mir so was von egal, dass ich mir das Datum nie merke. Ich komme auch nur deswegen darauf, weil ich gestern meine aktuelle Buch-Lektüre abgeschlossen habe: „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger. Da ist auch immer nur von H. und F. die Rede. Nächstes Buch: „Keyserlings Geheimnis“ von Klaus Modick. Den lese ich seit „Der kretische Gast“ recht gerne. Zur Einstimmung hatte ich vor der Drachenwand Keyserlings „Wellen“ gelesen. Ungefähr 1oo Jahre alt. Immer noch gut zu lesen. Hat nur drei oder vier Euro gekostet, trotz Hardcover. Für Klassiker gibt es offenbar viele solcher günstigen Angebote.

Jetzt scheiden sich die Geister. Deutschland nimmt 10 000 Flüchtlinge auf, und die üblichen … nein, nicht Verdächtigen, sondern längst Überführten und ihre Geisteshaltung grimmig Präsentierenden …  schäumen vor Wut. Daher kommen die 10 000 zwar viel zu spät, aber genau richtig, um die in den selben Topf Geworfenen wieder fein säuberlich trennen zu können. Denn diese 10 000 sind sozusagen international zertifizierte Flüchtlinge, die Schwächsten unter ihnen, vorwiegend Frauen und Kinder, nach einem gerecht klingenden Schlüssel auf verschiedene  Nationen verteilt, und es sind gerade nicht die Jungen, Starken, Durchsetzungsfähigen, die mit Ellbogen und was auch immer durchgekommen sind, unter ihnen, was in der Natur der Sache und dem Survival der Fittesten liegt, viele Klein- und Mittelkriminelle sowie einige terroristisch potentiell oder sogar tatkräftig Aktive. Diese 10 000, die wir so herzlich begrüßen sollten wie die Begrüßungssüchtigen damals querbeet alle, machen auch noch einmal den katastrophalen Fehler von 2015 deutlich. Denn nach den Kriterien der 10 000 hätten wir heute nicht zwei Millionen, sondern vielleicht 100 000, höchstens 200 000 Flüchtlinge im Lande, denen wir gerne Fürsorge und Integrationsmöglichkeit bieten könnten und die unserem Land gut zu Gesicht stünden. Und nur die armseligen Tröpfe, die – heute? gestern? vorgestern? – H. und F. feierten, würden in ihren ekligen Ecken geifern.

Das würde ich gerne auch in den Montagsthemen unterbringen, um meine Ansichten deutlich zu machen, denn auch ich gehöre zu denen, die in jenen Topf geworfen werden. Aber wie soll ich das in einer Sportkolumne verwursten? Bisher nur auf dem Zettel: Schmelzer / Götze / Tabelle seit 2012 / Kovac und die Wahrheit / Bobic und die Haltung / Sancho und England / Pedelec und die Insekten.

Hübsch auch meine bevorzugte Meldung der Nacht: Südafrikas Expräsident Jacob Zuma, 76, hat seine siebte Frau geheiratet, 50 Jahre jünger und soeben erst Mutter geworden. Wohl gemerkt: Zuma ist mit den sieben Frauen gleichzeitig verheiratet. Da können  sich unsere Schröders und Joschkas ein paar Scheiben abschneiden. Zumal der Zulu Zuma 23 Kinder hat. Pro Ehe ein demographisch vernünftiger Schnitt, vorbildlich für unsere mitteleuropäischen Verhältnisse.

Zuma sieht aber im Vergleich zu den (mittlerweile wieder abgewanderten) Kröten in unserem Teich ziemlich alt aus, trotz sieben Frauen und 23 Kindern. Mancher Kröten-Macker bringt es auf  30, 40 Krötinnen und insgesamt fünf- vielleicht sogar sechsstellige Nachwuchs-Zahlen (wer zählt die Quappen, nennt die Namen der demnächst aus dem Teich fliehenden Kröten-Winzlinge?). Da fällt mir ein, dass eine Kollegin kürzlich eine Glosse geschrieben hat. Im Teich einer urlaubenden Nachbarin, bei der sie nach dem Rechten sieht, hat sie eine eklig aufgequollene Kröte gesehen, die von ein paar anderen Kröten als Floß benutzt wurde. Meinte sie. Wenn sie wüsste! Hätte sie meinen Blog gelesen, wäre ihr klar geworden, wozu die arme Krötenfrau benutzt wurde und dass sie deswegen tot und aufgequollen im Teich trieb.

Noch versteckt sich die Sonne hinter dem Burgberg. Sieht aber wieder nach einem schönen Sommertag ab. Inklusive abendlichem Hitzegewitter. Im April. Hoffentlich wird uns der Sommer-Sonne-Tag nicht im richtigen Sommer wieder abgezogen.

Baumhausbeichte - Novelle