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Ohne weitere Worte (vom 17. April)

Dieser ehrliche, schlagfertige, schnörkellose, angriffslustige Typ passt nach Liverpool tatsächlich »wie Arsch und Eimer«, wie es bei Bekanntwerden seines Wechsels schon kommentiert wurde. Das gilt kulturell wie fußballerisch, also: fußballkulturell. (Jörg Jakob/Karlheinz Wild im Kicker)
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Es sollte viel mehr Menschen geben wie Jürgen Klopp. (…) Warum auch immer und wo auch immer (…) schafft es dieser Mensch, in seinen Leuten ungeahnte Möglichkeiten zu wecken und ihnen in verschworenen Teams zu kollektiven Sternstunden zu verhelfen. (…) Wahrscheinlich ganz gut, dass er ein Fußballtrainer ist und kein Volkstribun. Oder gar der Rattenfänger von Hameln. (Evi Simeoni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Er hätte eine Legende werden können. Ein Denkmal hätten sie ihm eines Tages gebaut. (…) Doch ausgerechnet dieser Mann hat nun der Eintracht-Seele einen irreparablen Schaden zugefügt. Denn er hat Werte, die er selbst gepredigt hat, von jetzt auf gleich über den Haufen geworfen. (Daniel Schleidt in der Rhein-Main-Zeitung der FAZ über Niko Kovac)
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»Ma vai a cacare«, schnaubte der 40 Jahre alte Italiener (Anm.: Gigi Buffon) dem sieben Jahre jüngeren Briten (Anm.: Schiedsrichter Michael Oliver) ins Gesicht, eine vermutlich auch international verständliche Einladung zur unverzüglichen Darmentleerung. (Birgit Schönau in der Süddeutschen Zeitung)
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»Ich habe derzeit einfach ein konstant hohes Level und das Glück, schon lange verletzungsfrei zu sein. (…) Die Saison verläuft bisher so gut wie perfekt.« (Tim Katnawatos im Sport-Bild-Interview)
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Später, als er sich etwas abgekühlt hatte (…): »Um so etwas zu machen, muss man anstelle des Herzens einen Mülleimer eingepflanzt haben. (…) Setz dich auf die Tribüne (…) und iss eine Tüte Chips!« (Schönau/SZ)
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»Dass ich nach einem Jahr schon so viele Erfolge feiern konnte, hätte ich selber nicht für möglich gehalten.« (Katnawatos/Sport-Bild)
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Mit dieser Tirade, liebe Kinder, hat Buffon natürlich seine Vorbildfunktion nicht erfüllt. So etwas sagt man nicht, schon gar nicht über Schiedsrichter, und Chips sind sehr, sehr ungesund. (Schönau/SZ)
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»Ich spiele gerne mit ihm, da er eine sehr enge Ballbehandlung hat. (…) Aber für den Online-Modus ist er zu langsam. Deswegen sitzt Messi bei mir auf der Bank.« (Katnawatos, E-Sport-Bundesliga-Meister/Sport-Bild)
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Die Vorwürfe, die IBU halte schützend ihre Hand über manche Athleten, stand schon länger im Raum. (…) Doping-Fälle landen gegen Bezahlung unter dem Tisch. Aber (…) wenn das bei den Russen funktioniert, warum sollte es nicht auch bei anderen Nationen klappen? Und wenn das in der Leichtathletik und im Biathlon so ist, warum soll es in anderen Verbänden nicht ähnlich zugehen? (Claus Dieterle in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Wollen wir das wirklich? Soll unser Kind in die Mühle des Leistungssports geraten, wo der kindliche Wille und der Spaß (…) kleingemahlen werden? (…) Leistungssport (…) ist nichts anderes als ein Extremismus des Körpers und des Willens. (Markus Völker in der taz)
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Joschka Fischer (…), rügt Bunte, ist längst wieder »deutlich übergewichtig« und geht nicht mehr joggen. (…) Fischers einstigem Lauftrainer Herbert Steffny bereitet das Verdruss: »Sein Anblick tut mir weh. Joschka Fischer hat in seinem Buch geschrieben, dass er nie mehr ein dicker Mops wird, das hat er nicht durchgehalten.« (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS)
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Der beste Kauf Ihres Lebens? – »Meine Speedy-Bag von Louis Vuitton.« (…) – Wie viele Taschen haben Sie denn? – »Ich kaufe nicht mal eine pro Monat.« (Sylvie Meis, Model, Moderatorin und Ex-Spielerfrau, in der SZ-Interviewserie »Reden wir über Geld«)
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Auf sonderbare Weise steht hierzulande noch der widerwärtigste Scheiß unter dem Gesinnungsschutz der vermeintlichen Kunstfreiheit, wenn er von Gangstarappern mit Migrationshintergrund kommt. (Zeit-Autor Jens Balzer in der taz über den »Echo«-Preis  für das »HipHop-Album des Jahres«)
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Trumps politische Ausflüge in die weite Welt jenseits seiner Golfplätze und Spielcasinos gleichen einer Mischung aus Geister- und Achterbahnfahren mit Mehrfachloopings. (Berthold Kohler in der FAS)
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»Aber es bringt nichts, Trumps Verrücktheit in den Mittelpunkt zu rücken und unsere eigene zu ignorieren. Nicht Trump ist verrückt, wir sind es!« (Allen Frances, US-Psychiater, im Interview der Frankfurter Rundschau) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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