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Ohne weitere Worte (vom 10. April)

Von allen Trainern der Welt ist Klopp der einzige, der wirklich gerne gegen Guardiola-Teams spielt. (…) Klopp mag keinen überzeugenden Plan B haben, aber Guardiolas Plan A ist eben genau der, den Klopp für seinen Plan A braucht. Eine Mannschaft, die sich über ein gepflegtes Aufbauspiel, über Offensive und Flachpässe definiert, verhält sich zu einem Team, das leidenschaftlich »gegenpresst«, wie Papier zu Schere. (Jörn Petersen/Kicker online)
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Tedesco (…) ist einer dieser »Laptop-Trainer«, über die (…) Mehmet Scholl vor einiger Zeit so geschimpft hat (…), (sie) ließen ihre Spieler Taktiken »rückwärtsfurzen«. Es entbrannte eine fußballphilosophische Diskussion. (…) Mittlerweile hat sich der Streit gelegt, und neben der hübschen Wortschöpfung »rückwärtsfurzen« wird vermutlich nur ein Gefühl bleiben. (…) Bundesligatrainer wirkte plötzlich wie eine Art Ausbildungsberuf, den man lernen kann. So wie Orthopäde oder Fliesenleger. (Juan Moreno im Spiegel)
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Und da stand er, weißglühend an der Seitenlinie, tief liegende Augen, fletschende Zähne, fuchtelte mit den Armen und schrie erkennbar wie am Spieß. (…) Für das Gerechtigkeitsempfinden Streichs wäre jetzt jede Art von Kapitalverbrechen bloß Notwehr gewesen. Weil, des isch ja a Wahnsinn, was ihm widerfährt. (Jörg Kramer in der Zeit)
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Domenico Tedesco unterscheidet eine weitere Eigenschaft von den meisten anderen in der Liga. (…) Er ist kein bisschen zynisch. (…) Vielleicht hat er noch nicht durchblickt, wie intrigant das Multimillionengeschäft Profifußball ist. Aber Tedesco erlebt gerade die beste Zeit seines Lebens. Er wirkt wie ein Fan, nicht wie ein Profi. Und es macht Spaß, ihm dabei zuzusehen. (Moreno/Spiegel)
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Streich (…) zetert und lärmt für eine bessere Welt. (…) Aber Streich ist Streich und darf deshalb Streich sein. Das ist der Wahnsinn. (Kramer/Zeit)
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Wenn man unbedingt ein Pavian sein müsste oder ein Pfau, um solche Tore zu schießen wie Zlatan Ibrahimovic oder Cristiano Ronaldo: Wie viel Leute würden sich wohl freiwillig in einen Pavian oder Pfau verwandeln? (Evi Simeoni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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So soll es in Europa fast 350 Millionen Amateur-E-Sportler (…) geben. (…) In Deutschland interessiert sich bereits ein Viertel der 14- bis 49-Jährigen für die professionelle digitale Ertüchtigung. (…) Bereits vor anderthalb Jahren polterte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, E-Sport sei »vielleicht modern. Aber ich finde das komplett scheiße.« (Sebastian Reuter in der FAZ)
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Sagen zu können wie Zlatan: »Ich bin auch nur ein Mensch. So, wie der weiße Hai auch nur ein Fisch ist.« Oder sich so gelackt nach Bewunderern umschauen zu können wie Ronaldo, ohne dass jemand es wagt, blöd zu lachen, weil man soeben einen Jahrtausend-Fallrückzieher in die Luft gesetzt hat wie ein mit Starkstrom aufgeladenes Schriftzeichen. (Simeoni/FAZ)
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Nach dem Osterfeuer steckte Burkhardt Bureck sein Handy mit in die Waschmaschine. Damit war der Trainer der Bezirksliga Frauen der Warendorfer SU telefonisch nicht erreichbar. (aus perlen-des-lokaljournalismus.de)
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»Das weiß nur Gott«, sagt Zlatan in solchen Fällen. Und wenn man dann einwendet, dass es schwer ist, mit Gott einen Interviewtermin zu kriegen, gibt er zurück: »Sie sprechen gerade mit ihm.« (Simeoni/FAZ)
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»Schwerelos – Franziska van Almsick springt für Bunte-Fotografin auf einem Trampolin, um ihr positives Lebensgefühl zum Ausdruck zu bringen. Eine Stunde geht alles gut, dann landet sie unglücklich und verletzt sich am linken Knie (Kreuzbandriss).« Das, Bunte, hat ja prima geklappt mit dem positiven Lebensgefühl. Und musstet ihr die arme van Almsick gleich eine Stunde herumhüpfen lassen? (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Gestern morgen schaffte sich Burek ein neues Telefon an, so dass er wieder erreichbar ist. (Perlen des Lokaljournalismus)
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»Alles ist im Arsch. Ich meine, guck dir die Welt an. Berlin ist doch genauso im Arsch. Hier leben Leute auf der Straße – und ich werd immer fetter.« (Jan »Monchi« Gorkow, ca. 150 kg, von der Band Feine Sahne Fischfilet im FAS-Interview)
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Allerdings hat der keine Nummern mehr auf der SIM-Karte, so dass er selbst noch auch Telefonnummern-Suche ist. (Perlen des Lokaljournalismus/Originalschreibweise)
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»Wenn man im Lebenskampf gute Gefährten und Genossen braucht, ist man mit Frauen besser dran.« (Pit Knorr, Titanic-Gründer und früher Pardon-Redakteur, im FAZ-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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