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Sonntag, 8. April, 6.25 Uhr

Grinsend aufgewacht. Die Szene gestern am Teich wieder präsent. Das Gewimmel, und was der Anlass ist. Siehe Blog vom Freitag. Mit uns am Teich die Frauenbeauftragte der Stadt. Ehrlich! Eine Nachbarin. Großartige Frau. Wir freuen uns gemeinsam über die Rückkehr der Kröten. Letztes Jahr war ja noch fast tote Hose im Teich. Ich deute vorsichtig an, dass sei doch ein Fall für sie … doch an den beiden Frauen (meine KKKK ist auch dabei) geht meine Alberei vorbei. Meine Kindischkeit kennt Grenzen, ich vertiefe das Thema nicht, sondern beteilige mich am  gemeinsamen Natur-Erleben und den thematischen Erweiterungen über Bienen, Vögel, Artensterben usw.

Die Gründe dafür sind ja bekannt. Flurbereinigung & Co. Monokulturen, riesige Flächen. Aber wie war das damals in der Ostzone? SBZ. Sowjetisch besetzte Zone. „DDR“. DDR. Mehr Namen als die SED in ihrer Metamorphose. Oft nach Berlin geflogen, erst nach Tempelhof, dann nach Tegel. Die Zonengrenze von oben beeindruckend sichtbar: Im Westen ein Flickenteppich aus kleinsten Rechtecken, im Osten riesige einfarbige Flächen. Derart große Äcker, kilometerlange und -breite, freigerodete Monokulturen gibt es heute trotz aller agrarindustrieller Auswüchse (noch) nicht. Wie war das damals mit den Vögeln und Bienen in der DDR? Wir alten Bundesrepublikaner wissen es natürlich nicht, der Eiserne Vorhang hielt dicht. Aber alte Ossis müssten uns erzählen können, wie das damals war.

Zurück mit den Gedanken zum Geschehen am Teich, kehrt das Grinsen zurück, es gluckst und juxt in mir, denn eine Idee steigt auf. Zum E-Sport(s) und der neuen Sportart, die mir eingefallen ist. Weltweit unter Jugendlichen verbreitet, exzessiv betrieben, von Altvorderen verdammt (Schreber, Vieth!), aber mit viel größerem sportlichem Anspruch als im E-Sport. Hat unter den Aktiven viele Namen, nicht nur die offiziell anerkannten wie O. und M. Ob ich mich traue, das in den Montagsthemen auszubreiten? Ich hoffe, ja.

Dann würden aus den großen Themen nur Randthemchen: Bayern und Manchester, ihre Gemeinsamkeit als Meister (der City de facto auch schon ist, trotz der Derby-Klatsche), Hoeneß‘ wütender Widerstand gegen Playoff-Ideen, Gelb-Rot-Annulierung und die Folgen, Schlenker zum „Putsch-Dämon“, ebenfalls mit den Folgen … im Stein(es)bruch für die Kolumne liegen viele Steinchen und Felsblöcke herum. Aber am meisten lockt mich der Diamant dort unten. Zumal mir gerade einfällt, dass ich vor Urzeiten einmal den Vieth zitiert habe. Aus seinem „Versuch einer Encyklopädie der Leibesübungen“ von 1795. Ich greife nach hinten ins Regal, hole meine Ausgabe hervor, von 1930. Preis steht hinten drin: 4 Mark. Ob das heute eine bibliophile Kostbarkeit ist?

Frisch ans Werk, gelle, Herr Vieth? Aber erst KKKK. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle