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Ohne weitere Worte (vom 4. April)

»Unser oberstes Ziel ist es, die Gemeinnützigkeit von E-Sports zu erstreiten und damit die Gleichstellung zum traditionellen Sport, damit man auf Augenhöhe ins Gespräch kommen kann.« (Hans Jagnow, Präsident des E-Sports Bundes Deutschland/ESBD, im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Ein Thema sind ja auch immer Ballerspiele wie Counterstrike oder Battlefield. – »(…) Das gibt es auch in anderen Sportarten. In einigen Disziplinen von Kampfsport oder Motorsport darf man auch nicht teilnehmen, wenn man eine gewisse Reife nicht erreicht hat.« (Jagnow/FR)
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»Ich kenne einige der Menschen, die unsere Welt gestalten, ich bin mit Mark Zuckerberg zur High School gegangen, (…) ein Elite-Internat. (…)Ein anderer Junge, mit dem ich mein Zimmer teilte, ist jetzt Sicherheitschef bei Microsoft. (…) Einige der schlauen Leute auf unserer Schule waren kaum in der Lage, mit anderen Schülern zu reden. Sie taten sich schwer mit ganz normalen Gesprächen über Fußball oder Mädchen. Und das sind diejenigen, die heute bestimmen, wie unsere Welt aussieht.« (Win Butler von der Band Arcade Fire im Interview des SZ-Magazins)
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Insofern war es klassischer Komödienstoff, den Mercedes in Australien bot. Das Team (…) stolperte über einen Missstand unserer Zeit. Die um sich greifende Digitalisierung. Oder: Die Verdigitalisierung aller Vorgänge, die auch analog funktionieren. (Philipp Schneider in der Süddeutschen Zeitung über die Panne beim Formel-I-Auftakt, die Lewis Hamilton den Sieg kostete)
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Wenn ein Fußballer in einem Spiel vier Tore erzielt, sagt er im Interview: »Ich möchte zunächst mal der Mannschaft ein großes Kompliment machen.« (…) Das ist ein ungeschriebenes und reichlich nervtötendes Gesetz. Es wird so weit kommen, dass sich der Schachweltmeister nach der Partie bei seinem Team bedankt: »Die Bauern haben fantastisch gearbeitet, und ohne den übermenschlichen Einsatz der Läufer hätte ich nicht gewinnen können.« (aus »Zipperts TV-Welt« in der HörZu)
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Es wird erwartet, dass in diesem Jahr das Bruttoinlandsprodukt in der Schweiz schon deshalb um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte steigen wird, weil Olympische Winterspiele stattgefunden haben und die Fußball-Weltmeisterschaft noch abgehalten wird. Weil die damit verbundenen Einnahmen des Internationalen Olympischen Komitees (in Lausanne) und des Fußball-Weltverbandes (in Zürich) der Schweiz zugeschlagen werden. (…) Andere Volkswirtschaften machen es umgekehrt und ruinieren sich durch Sport-Großereignisse. (Evi Simeoni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Ich glaube, dass die Bedeutung von 1968 für das Leben in Deutschland maßlos überschätzt wird. Aber was hilft es, das zu sagen? Je mehr man sich an der Studentenbewegung abarbeitet, desto mehr bestätigt man sie in der Wahrnehmung, die wichtigste Generation aller Zeiten gewesen zu sein. (aus der Spiegel-Kolumne »Der schwarze Kanal« von Jan Fleischhauer)
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»Jeder Bock hat da seine Art. Es gibt ganz zärtliche, die sehr erfolgreich sind, ohne viel zu laufen. Einer hat den ganzen Tag bloß auf der Wiese rumgestanden und gefressen und zack hatte er sie. Und es gibt die etwas rüpelhaften, die rennen ständig hinter den Mädels her. (…) Da kriegen die Mädels halt Schiss und bleiben nicht stehen.« (der Wanderschäfer Sven de Vries im SZ-Interview über die sogenannte »Rittzeit«)
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Hört man, wie die Band diese Zeile singt (Anm.: It must’ve been something you said), klingt sie (…) für deutsche Hörer wie Du musst besoffen bestellen. (…) Dies gehört also in die Kategorie der Oma-fiel-ins-Klo-Lieder, deren Titel wiederum auf Oh, my feelings grow in Midnight Lady von Chris Norman zurückgeht. (aus »Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)
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Was halten Sie von Deutschlands Gärten? – »Zu über 90 Prozent sind das Psychopathengärten mit runtergehobeltem Psychopathenrasen.« (Vogelkundler Prof. Peter Berthold im chrismon-Interview)
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Wenn Sport eine gesellschaftliche Verpflichtung hat, ist es wahrscheinlich der Fairness-Gedanke. Aber mit dem habe ich nichts zu tun, weil ich mich selber besiege und nicht andere. (Wigald Boning, Komiker und extremer Amateur-Individualsportler, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Walder mach die Dür zu! (hessisch herausgehörte Zeile im alten Hit »Wooly Bully« von »Sam the Sham & the Pharaos«)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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