Archiv für April 2018

Sonntag, 29. April, 6.35 Uhr

„HSV überrascht mehr als  Abba und Korea“, lese ich als erste Meldung der Nacht über  einem Bild-Online-Kommentar. Hirnrissig, mögen manche meinen. Für mich ist es die gute, alte Bild-Methode (es gibt auch die bösen alten und neuen), Unvereinbares überraschend vereinbart auf den Punkt zu bringen. Der Name des Kommentators flashbackt mich: Er, mittlerweile auf der Chefebene, hatte als fixer junger Bild-Sportreporter nach einem – mich wie so oft enttäuschenden – Wettkampf in Berlin meinen hilflosen Erklärungsversuch aufgeschnappt und, unsichtbar grinsend, als Zitat des Tages ins Blatt gebracht: „Wenn bei mir der Ausstoß nicht schnell genug ist, geht alles in die Hose.“

Auch bei dpa juxt sich offenbar in den Meldungen der Nacht ein engagierter junger Schlagzeilenkünstler aus: „Verkuppeltes Trauerschwan-Paar versteht sich prächtig.“ Na ja, ganz gut, aber noch etwas holprig und zu lang. Und hier: Dramatischer Sauerstoffmangel – Todeszone im Golf von Oman.“ Dito. Dann: „Menschen, die nach Luft schnappen.“ Zum Welt-Asthma-Tag. Zwar kurz, aber etwas zu empathielos.  Doch dann hat er sich warmgeschlagzeilt: „Hui auf dem Teller – Igitt auf dem Klo.“ Folgt die Erklärung, warum Urin nach Spargelessen stinkt. Bravo! Fürs Schlagzeilen, nicht fürs Stinken. Ich kenne es allerdings kaum. Spargel ist nicht mein Gemüse. Allerdings ist so gut wie kein Gemüse mein Gemüse.

Der achte Platz, den ich mal herbeigeunkt hatte, er rückt näher. Der siebte, der realistisch noch mögliche, wäre kaum besser. Er wäre … jetzt fällt mir das Wort für den Spieß nicht ein, den die Hilfs-Toreros dem Stier in den Nacken rammen, um ihn zu schwächen, bevor ihn der Matador austänzelt und zum Todesstoß ansetzt … also, er wäre das Dingens für die Eintracht, die schon vor der Saison durch Europa tingeln müsste. Wie heißt das Wort? Banderolen? Nee, die wickelt man um Zigarren. Bandoleros oder so? Wenn ich’s in die Montagsthemen übernehme, werde ich es noch rauskriegen, dank Google.

Stichworte für die Kolumne, gestern abend notiert, nach einem Klopp-Interviev auf Sky:

Zähne wie ein frisch gekalktes Haus auf einer griechischen Insel in der Ägäis / Fehlen nur die blauen Fensterläden / Lässt seine Mannschaften so spielen, wie er spricht / Überzeugt sie, dass Unmögliches möglich ist; dass der enttäuschende Punkt gegen Abstiegskandidat Stoke keine Enttäuschung ist, sondern ein guter Punkt; beinahe hätte ich ihm geglaubt.

Doch dann fiel  mir die Kürzestgeschichte von Hebel ein. Der Sohn, die Ohrfeige, die Mutter, der Vater. Mehr dazu vielleicht nachher in den Montagsthemen. Außerdem ein Heynckes-Zitat (Effizienz), die Bayern und Leopardi und mein Nanu-Erlebnis von gestern. Wäre, wäre Fahrradkette. Nach rechts unten geguckt: Wäre da nicht eine Fahrradkette, wenn alles mit rechten Dinge zuginge? War aber nicht. Ratlos stehe ich neben dem Rad. Zwei Radlerinnen, die ich gerade überholt hatte, kommen lächelnd näher. Eine hat die Kette in der Hand. Gerissen. Warum ist sie eigentlich immer rechts? Kommt auch in die Kolumne. Und Alex Meier und meine Vision. Und die Bayern jumping the shark. Und … nee, viel zu viel. Da muss noch gepflügt, geeggt, gesät und geerntet werden. Auf den Feldern sind sie erst beim Eggen, ich mach gleich alles auf einmal. Aber erst … Kaffee, Kuchen, Knicks und Kuss.

 

 

Veröffentlicht von gw am 29. April 2018 .
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Montag, 23. April, 18.35 Uhr

Mit 89,99 km nach Hause gekommen. Geht nicht. Lenker hoch, mal kurz am Vorderrad gedreht. 90,00. Gut so. Später Ehrgeiz selbst auf dem Pedelec.

Heute früh wieder viel Spaß an der Kolumne gehabt. Richtig gut ist sie geworden. Das würde ich nie von meinen anderen Kolumnen sagen (nicht mal denken), doch „Ohne weitere Worte“ (Link rechts „gw-Beiträge Anstoß“) besteht ja aus Blumen, die ich auf der Medienwiese nur gesammelt habe und nicht selbst habe wachsen lassen. Nur die Verteilung ist dann noch eigenkreativ. Zum Beispiel, an den Schluss zu stellen, dass Kovac „cool und robust im Abgang“ ist. Prima Gag der „Style“-Dame. Ist ihr wahrscheinlich gar nicht bewusst.

Veröffentlicht von gw am 23. April 2018 .
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Sonntag, 22. April, 12.15 Uhr

Erledigt. Montagsthemen online. Unter den Links rechts. Mit dem Flüchtlingsthema. Aber ohne die Müntes. Habe sie auch aus dem Blog weggekürzt, denn sie passen nicht zu den Schröders und Joschkas. Eigentlich wollte ich jetzt nach Laubach. Mit dem Rad. Zur Gartenausstellung. Die KKKK-Beste ist schon heute früh gefahren. Hat gemeldet: „Hier ist schon der Teufel los!“ Dann bleibe ich wohl lieber zu Hause.

Veröffentlicht von gw am 22. April 2018 .
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Sonntag, 22. April, 6.30 Uhr

Hat heute nicht H. Geburtstag, der F.? Nee, ich glaube, das war schon. Ist mir so was von egal, dass ich mir das Datum nie merke. Ich komme auch nur deswegen darauf, weil ich gestern meine aktuelle Buch-Lektüre abgeschlossen habe: „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger. Da ist auch immer nur von H. und F. die Rede. Nächstes Buch: „Keyserlings Geheimnis“ von Klaus Modick. Den lese ich seit „Der kretische Gast“ recht gerne. Zur Einstimmung hatte ich vor der Drachenwand Keyserlings „Wellen“ gelesen. Ungefähr 1oo Jahre alt. Immer noch gut zu lesen. Hat nur drei oder vier Euro gekostet, trotz Hardcover. Für Klassiker gibt es offenbar viele solcher günstigen Angebote.

Jetzt scheiden sich die Geister. Deutschland nimmt 10 000 Flüchtlinge auf, und die üblichen … nein, nicht Verdächtigen, sondern längst Überführten und ihre Geisteshaltung grimmig Präsentierenden …  schäumen vor Wut. Daher kommen die 10 000 zwar viel zu spät, aber genau richtig, um die in den selben Topf Geworfenen wieder fein säuberlich trennen zu können. Denn diese 10 000 sind sozusagen international zertifizierte Flüchtlinge, die Schwächsten unter ihnen, vorwiegend Frauen und Kinder, nach einem gerecht klingenden Schlüssel auf verschiedene  Nationen verteilt, und es sind gerade nicht die Jungen, Starken, Durchsetzungsfähigen, die mit Ellbogen und was auch immer durchgekommen sind, unter ihnen, was in der Natur der Sache und dem Survival der Fittesten liegt, viele Klein- und Mittelkriminelle sowie einige terroristisch potentiell oder sogar tatkräftig Aktive. Diese 10 000, die wir so herzlich begrüßen sollten wie die Begrüßungssüchtigen damals querbeet alle, machen auch noch einmal den katastrophalen Fehler von 2015 deutlich. Denn nach den Kriterien der 10 000 hätten wir heute nicht zwei Millionen, sondern vielleicht 100 000, höchstens 200 000 Flüchtlinge im Lande, denen wir gerne Fürsorge und Integrationsmöglichkeit bieten könnten und die unserem Land gut zu Gesicht stünden. Und nur die armseligen Tröpfe, die – heute? gestern? vorgestern? – H. und F. feierten, würden in ihren ekligen Ecken geifern.

Das würde ich gerne auch in den Montagsthemen unterbringen, um meine Ansichten deutlich zu machen, denn auch ich gehöre zu denen, die in jenen Topf geworfen werden. Aber wie soll ich das in einer Sportkolumne verwursten? Bisher nur auf dem Zettel: Schmelzer / Götze / Tabelle seit 2012 / Kovac und die Wahrheit / Bobic und die Haltung / Sancho und England / Pedelec und die Insekten.

Hübsch auch meine bevorzugte Meldung der Nacht: Südafrikas Expräsident Jacob Zuma, 76, hat seine siebte Frau geheiratet, 50 Jahre jünger und soeben erst Mutter geworden. Wohl gemerkt: Zuma ist mit den sieben Frauen gleichzeitig verheiratet. Da können  sich unsere Schröders und Joschkas ein paar Scheiben abschneiden. Zumal der Zulu Zuma 23 Kinder hat. Pro Ehe ein demographisch vernünftiger Schnitt, vorbildlich für unsere mitteleuropäischen Verhältnisse.

Zuma sieht aber im Vergleich zu den (mittlerweile wieder abgewanderten) Kröten in unserem Teich ziemlich alt aus, trotz sieben Frauen und 23 Kindern. Mancher Kröten-Macker bringt es auf  30, 40 Krötinnen und insgesamt fünf- vielleicht sogar sechsstellige Nachwuchs-Zahlen (wer zählt die Quappen, nennt die Namen der demnächst aus dem Teich fliehenden Kröten-Winzlinge?). Da fällt mir ein, dass eine Kollegin kürzlich eine Glosse geschrieben hat. Im Teich einer urlaubenden Nachbarin, bei der sie nach dem Rechten sieht, hat sie eine eklig aufgequollene Kröte gesehen, die von ein paar anderen Kröten als Floß benutzt wurde. Meinte sie. Wenn sie wüsste! Hätte sie meinen Blog gelesen, wäre ihr klar geworden, wozu die arme Krötenfrau benutzt wurde und dass sie deswegen tot und aufgequollen im Teich trieb.

Noch versteckt sich die Sonne hinter dem Burgberg. Sieht aber wieder nach einem schönen Sommertag ab. Inklusive abendlichem Hitzegewitter. Im April. Hoffentlich wird uns der Sommer-Sonne-Tag nicht im richtigen Sommer wieder abgezogen.

Veröffentlicht von gw am 22. April 2018 .
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Montag, 16. April, 18.50 Uhr

Zurück von einer 70-km-Runde mit gruseliger Besichtigung der für die Windräder platt gemachten Endbacher Platte macht mich ein Leser (siehe Mailbox) auf einen blöden Fehler aufmerksam. Danke. Ansonsten hat es niemand gemerkt bzw. angemerkt. Hoeneß‘ „überbordendes Unrechtsbewusstsein“ müsste natürlich ein fehlendes U. sein. Überbordend ist nur sein Unrechts-U. Oder so. Überbordend über Bord gegangen.
Auch mit seinem letzten Satz könnte Herr Neurath im Recht sein.

Veröffentlicht von gw am 16. April 2018 .
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