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Ohne weitere Worte (vom 27. März)

Die Bundesliga ist (…) zum Schauplatz eines verkopften Schlaubergerfußballs geworden. (…) Im Ergebnis wird gar nicht mehr das Tor des Gegner angegriffen, sondern zum Beispiel dessen Stärke im Anlaufverhalten auf der linken Außenbahn. (…) Löw meint, dass Lionel Messi (…) in manchen Bundesligateams keine zehn Tore in der Saison schaffen würde. Weil diese Mannschaften ihn nicht in Position bringen würden. (Jörg Kramer in der Zeit)
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»Das ist mein Traum: Bayern München kommt um die Ecke und sagt: Wir wollen den Spieler von euch haben. Und ich kann antworten: Nein, den geben wir nicht ab! Wir sind jedoch Realisten. So schnell wird das nicht gehen. (Eintracht Frankfurts Sportchef Fredi Bobic im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Bei Barcelona und Real Madrid sehe ich als mitgliedergeführte Vereine auch keine komplette Erfolglosigkeit. Und ganz generell sei gesagt, wir sollten uns mehr um einen spannenden Wettbewerb bemühen, als um das Rattenrennen um den potentesten Investor.« (St. Paulis Präsident Oke Göttlich im taz-Interview über das Festhalten an der 50+1-Regel)
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»Es wurde ein emotionales und populistisches Spektakel von Rettig (Anm.: Geschäftsführer des FC St. Pauli). Das ist das eigentlich Unglaubliche an diesem Ergebnis. (…) Es befremdet mich, dass ein Zweitligist, der nach meinem Kenntnisstand noch nie in einem europäischen Wettbewerb mitgespielt hat, auf einmal nicht nur eine so prominente, sondern auch dominierende Rolle einnimmt.« (Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im Kicker über den Einfluss von St. Pauli auf die 50+1-Abstimmung)
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Was haben Usain Bolt und Mario Götze gemeinsam? Schon klar, der Speed verbindet die beiden nicht. (…) Am Freitagvormittag standen beide gemeinsam auf dem Trainingsplatz in Brackel. In der vierten Minute des Abschlussspiels köpfte Bolt den Ball ins Tor, die Flanke kam von Götze. (Michael Wittershagen in der »Schluss für heute«-Kolumne der FAS)
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Der Videobeweis (…) könnte die Geste der Zukunft auf den Straßen Moskaus werden: der mit ausgestreckten Armen und erhobenen Zeigefingern empört in die Luft gemalte Bildschirm. Mit dem die kleinen Leute den Mächtigen sagen: Stopp, das glauben wir nicht. Das wollen wir uns noch mal anschauen. (Peter Kümmel in der Zeit)
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Im Schnitt gucken sich durchgängig fast drei Millionen die weiße Pracht auf ARD und ZDF an. Sie können gar nicht genug bekommen von der Dauerwerbesendung mit angeschlossenem Sportbetrieb, von all dem zweckfreien Geloipel, Geschieße und Gespringe, das so eine herrlich sedierende Wirkung entfaltet. (Markus Völker in der taz)
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Ihr Song Seven Nation Army (…) ist auch eine Hymne, die europaweit in Fußballstadien gesungen wird. In München dröhnt der Song nach jedem Tor des FC Bayern aus den Lautsprechern. Bekommen Sie da jedes Mal Geld? – »Wenn die Fans den Song singen, nicht. Wenn er über die Lautsprecher abgespielt wird, dann schon.« (Jack White, »Erneuerer der Rockmusik«, im Interview des SZ-Magazins)
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Sie selbst haben es meist geschafft, Ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, anders als andere deutsche Sportgrößen wie Boris Becker oder Franz Beckenbauer. Wie ist Ihnen das gelungen? – »(…) Vielleicht war mein Leben zu langweilig. Wenn ich mal verreist bin, war ich oft mit Holger (Anm.: Geschwindner) unterwegs – wirklich aufregend ist das wohl nicht für Paparazzi, mich mit dem alten Mann in Australien beim Bergsteigen zu fotografieren.« (Dirk Nowitzki im Spiegel-Interview)
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Herzlich gratulieren möchten wir Marika Kilius, die am Samstag fünfundsiebzig wurde und allerlei Privates verrät. »Ich bin Single, bin aber offen für die Liebe«, erzählt sie Bild. »Aber ich würde heute nicht mehr jeden Mann nehmen.« Was sie dann früher offenbar getan hat. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS)
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»Jeder mag, wenn es ihm wohltut, so fremdenfreundlich sein, wie er will. Es gibt aber keine Pflicht zur Fremdenfreundlichkeit, sondern die Pflicht zur Hilfsbereitschaft und zur wechselseitigen Höflichkeit, vor allem aber die Pflicht, das Maß der Verträglichkeit zu bedenken.« (der Publizist und Philosoph Rüdiger Safranski im Spiegel-Interview)
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Germany’s Next Topmodel macht nicht etwa harmlose Unterhaltung, sondern verbreitet eine politische Botschaft: Das Ideal ist Unmündigkeit, die totale Unterwerfung unter eine Autorität. (Kerstin Hermelink in der FAS über »Heidis Regiment«) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle