Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 20. März)

Die (…) Bayern glauben an keine übergeordnete sportliche Idee, außer jener, dass die besten Fußballer schon irgendwie den besten Fußball zustande bringen werden; die (…) Leipziger glauben (…) militant an eine sportliche Idee (Tempo, Pressing, Toptalente). (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
*
Das Einzige, was gefühlt noch fehlt, ist die Zustimmung von Uli Hoeneß. (…) Hoeneß steht wie kein anderer für das »Mia san mia« des Rekordmeisters. Tuchel dagegen hat in seiner letzten Zeit beim BVB eher eine »Mia-san-ich«-Mentalität gezeigt. (Henning Feindt in Sport-Bild über Spekulationen um Tuchel)
*
»Eine hohe Anspannung schließt ja Glücksmomente nicht aus. Ich bin mir sicher, dass er auch Spaß beim Fußballspiel hatte.« (Ewald Lienen, sein Ex-Trainer in Hannover, im Spiegel-Interview über Per Mertesackers »Druck«-Bekenntnisse)
*
»Ich bin sicherlich nicht anfällig, dass mich ein wichtiges Spiel nervös machen würde. (…) Wenn ich mich selbst einschätzen müsste, würde ich sagen: Druck-Resistenz ist meine Stärke.« (Thomas Müller im Sport-Bild-Interview)
*
»Und er konnte damit seine Familie ernähren. Bruce Springsteen litt unter ähnlichen Symptomen, und er hat trotzdem immer weitergemacht, weil er Musik liebt.« (Lienen/Spiegel)
*

Wann werden Sie eigentlich nervös? – »Beim Golf, beim Drei-Meter-Put zum Par. Und wenn meine Frau Lisa reitet und ich zusehen, geht mir auch die Düse.« (Müller/Sport-Bild)
*
In einer Mischung aus Selbstüberschätzung (Jones) und grandioser Naivität (DFB) kam es zu dieser wohl unglückseligsten Konstellation im deutschen Fußball. (Michael Rosentritt im Berliner Tagesspiegel zur Entlassung von Bundestrainerin Steffi Jones)
*
»Ich war (…) beim Fifa Interactive World Cup in London. (…) Es ist unglaublich. Sieben Millionen Spieler haben versucht, sich zu qualifizieren. Und die Besten unter ihnen haben einen Trainer, einen Masseur, einen Manager, E-Sports ist die Wirklichkeit.« (Hollands  Fußball-Legende Ruud Gullit, der ein E-Sport-Team gegründet hat, im Welt-Interview)
*
Als ich dreißig Jahre später mit Bernd Hölzenbein (…) zusammensaß (…), einigten wir uns schließlich auf die Formulierung, dass er sich (…) nicht gegen die Schwerkraft gewehrt hatte. Holz hätte die schönste Schwalbe, die Fußball-Deutschland je gesehen hat, natürlich auch dreißig Jahr später niemals zugegeben. Aber er grinste dabei so herrlich, wie es Ronald Biggs nach seinem legendären Postraubzug bestimmt auch getan hatte. (FAZ-Vorabdruck aus Michael Horenis Buch »Gebrauchsanweisung für die Fußball-Nationalmannschaft«)
*
Aber der Kommentator: große Klasse! Nie haben wir einen ähnlich schöngefärbten Satz gehört wie seinen, als ein Leipziger dem russischen Gegenspieler beim Kopfballduell den Ellbogen formvollendet ins Gesicht rammte: »Er hat den Arm nicht als Schlaginstrument eingesetzt«, sagte der Mann am Mikrofon, »sondern eher als Stoßdämpfer«. (…) Als Stoßdämpfer! Großartig. Uns erschien es fast schon als Wattebausch. (Michael Eder in der »Schluss für heute«-Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
*

Am Strand gab es FKK, in der DDR war das ja ein Ideal, eine richtige Bewegung, aber mir war das peinlich. (…) Manchmal (musste ich) am Volleyballfeld vorbei. (…) Ich fand die hochfliegenden Brüste und Pimmel verstörend. (der Dichter Durs Grünbein im »Fotoalbum« der SZ)
*
Wenn die Genossen »Wann wir schreiten Seit’ an Seit’« singen, erinnern sie mich an Harald Juhnke, der versucht, Frank Sinatra zu sein. Wie Juhnke verzweifeln auch die Sozialdemokraten an ihren Vorbildern. (Alexander Osang in seiner Spiegel-Kolumne)
*
China war, für Industrieabfälle, der gelbe Sack der Welt. (…) Man könnte auch sagen: Cloaca Maxima. Es war ein großes Abkoten in Richtung Morgenröte. (Alexander Smoltczyk im Spiegel über das Recycling von Plastik, dessen Import China jetzt verbietet)
*
Die beiden jungen Frauen in ihren Stöckelschuhen bewegten sich langsam über die breite Kreuzung – Gebrechliche der Schönheit, die einander zu stützen schienen. (»Laufende Ermittlungen« von Andreas Bernard im Zeit-Magazin)
*
Der Schaffner stolperte souveräner als die Fahrgäste, als der Zug ruckartig bremste. (Bernard/Zeit-Magazin) (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle