Archiv für März 2018

Karfreitag, 30. März, 12.10 Uhr

Sport-Stammtisch eingestellt. Nein, nicht für immer beendet, sondern online gestellt. Schwierig, die Sache mit den Wörtern. Im ersten Satz stand zuerst „Spanien schwellt die Brust“. Beim Nachlesen darüber gestolpert, zu „schwillt“ korrigiert. Gefiel mir aber nicht, noch einmal geändert, zu stolzgeschwellter Brust. Weiterführende (oder weiter führende) Verunsicherungen lasse ich verunsichert: stolzgeschwellter … stolz geschwellter … Stolz geschwellter… ist mir doch egal. Falls Korrektoren heute Dienst haben, mögen sie zur korrekten Tat schreiten.

Im hinteren Bereich zur absurden Multimillionen-Frage, ob Armstrong seinen Sponsor betrogen habe, schrieb ich zunächst: Wenn keinen, dann ihn! Nachgelesen, unsicher geworden: Müsste es logisch nicht heißen: Wenn keinen, dann ihn nicht? Entschieden habe ich mich für: Wenn einen nicht, dann ihn! „Wenn keinen, dann ihn!“ gefällt mir besser. Wäre aber falsch, oder? Ich fürchte, mir sind die Magen-Darm-Drecksäcke in den Kopf gestiegen, die mir vorne und hinten so viel Erleichterung verschafft haben, dass ich in einer Nacht drei Kilo leichter wurde. Jetzt verunreinigen sie den Kopf. Hoffentlich haben sie nicht auch noch den Sport-Stammtisch verunreinigt. Schnelle Leser, bitte für Zeitungs-Korrektur melden!

Ach so, ja: Frohe Ostern!

Veröffentlicht von gw am 30. März 2018 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Karfreitag, 30. März, 12.10 Uhr

Sonntag, 25. März, 7.00 Uhr

Uhr eine Stunde vorgestellt und dennoch eine Stunde früher wach geworden. Verschärfte senile Bettflucht. Aber trotzig liegen geblieben und der Sommerzeit nur eine habe Stunde Tribut gezollt. Die hole ich im Laufe des Tages ein, das war’s dann mit der Zeitumstellung. Das Gefasel vom Jet Lag ähnelt der gewollten Überempfindlichkeit in anderen Umweltdingen. Nur echte Gewohnheitstiere, also Haustiere, leiden wirklich. Kühe zum Beispiel, die ihre Melkzeiten gewohnt sind. Hunde eher weniger. Zwar möchte unserer pünktlich gefüttert werden, nach seiner inneren Uhr, das heißt aber: IMMER!

Ich bin sowieso ein Fan der Sommerzeit. Einziger Nachteil des länger hell seins. Des Längerhellseins? Des länger Hellseins? Des länger hell Seins? Zu kompliziert für diese frühe Stunde. Einziger Nachteil für mich am Seins des längeren Hellen: Ich kann nur im Dunklen fernsehen. Filme, Dokus usw. Nur wichtigen Sport gucke ich auch im Hellen. Großen Fußball oder Leichtathletik. Das heißt also Fußball, denn Leichtathletik existiert im Fernsehen ja kaum noch.

Warum sehe ich nur im Dunklen/Dunkeln fern? Habe ich doch sicher schon mal bekakelt. Müsste im gw-Archiv nachschauen. Auch über Dunklen/Dunklen, das hatte ich auch schon. Im Dunklen lässt sich gut munklen?

Alberner Quatsch. Was wiederum ein weißer Schimmel des Pleonasmus ist.

Titel-Schlagzeile der FAS: „Deal mit Trump möglich“ Nein, ist er nicht. Mit Trump ist kein Deal möglich. Seit ein paar Monaten fällt mir auf, dass Trump weniger als monströse Unmöglichkeit unserer Zeit aufgefasst wird, sondern als ein fast schon kalkulierbarer Politiker, rationaler als Erdogan, der Nordkoreaner oder Putin. Obwohl Putin der rationalste von allen ist, rationaler jedenfalls als jemand, der sich einen derart fatalen Ausraster geleistet hat, der noch in Generationen nachwirken wird, wie unsere … ach nee, lass es, gw.

Also Trump. Wenn er uns Zölle androht, ist er böser Clown, wenn er uns davon ausnimmt, loben wir ihn und atmen auf. Für mich ist Trump aber kein politisches Problem, sondern ein menschliches. Er strahlt alles das aus, was mir widerwärtig ist. Wie er den EU-Europäer (hab vergessen, wer es war) zur Seite schubst, wie er triumphierend in die Kamera schaut, überhaupt, wie er guckt, mit welcher kranken Gestik er Gesetze unterschreibt, und dann diese Unterschrift. Und dann noch: Wie er Frauen behandelt, wie er über sie spricht – dass er nicht von einer großen weiblichen Weltkoalition weggefegt wird, dass sogar Frauen in seine Nähe drängen, sich von ihm einstellen lassen … ich verstehe es nicht. Hauptsache, Ihr wacht über das Binnen-I!

Falls ich mich gerade um Kopf (Kragen habe ich nicht) schreibe, bitte ich um Entschuldigung. Die Zeitumstellung! Dieser Jet Lag bringt mich noch um! Zumindest macht er mich zurechnungsunfähig, begnadigt mich also bitte.

Montagsthemen-Zettel: Klasse Spiel, Playstation, aber kein WM-Indiz / Rad-Saison, Start mit und ohne Akku, 28 Prozent, Stickoxid usw. / Übergang zur Formel 1, 80 Prozent, Selbstüberschätzung / Eishockey, Hamann, Andreas Kautz / Pfarrer Lenz und die Eingebung von ganz oben, WBI / Trikot, Geldschneiderei der übelsten Art, mit Kindern als Nötigung / March Madness und die Märzhasen.

Dunkel ist der Stichworte Sinn. Nachher helle ich das dunkle Dunkel auf. Das Dunkeldunkle. Auf dass die Montagsthemen nicht das werden, was ein Typograph in der FAZ über die DFB-/Adidas-Trikots sagt: „Das ist nur eckige Scheiße.“

Veröffentlicht von gw am 25. März 2018 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Sonntag, 25. März, 7.00 Uhr

Donnerstag, 22. März, 18.50 Uhr

„Was ist heute konservativ?“, fragt die Zeit heute in der Schlagzeile zu ihrer Titelgeschichte. Ich frage mich das auch. Schon immer, nicht nur heute. Denn mit links und rechts kann ich etwas anfangen, aber nicht mit progressiv und konservativ. Banal gesagt: Linke sind Internationalisten, Rechte Nationalisten. Gleichzeitig gelten aber progressiv und konservativ als Synonyme für Linke und Rechte, Internationalisten und Nationalisten.

Links oder rechts, internationalistisch oder nationalistisch kann man permanent sein. Doch kein Mensch, der nicht völlig bescheuert ist, kann permanent progressiv oder konservativ sein. Progressiv, also voranschreitend ist, wer das Neue dem Alten vorzieht.  Konservativ, also bewahrend, wer das Alte dem Neuen vorzieht.

Im Sinne des Wortes zieht ein generell Konservativer das Alte dem Neuen vor, auch wenn das Neue erkennbar besser ist, und ein generell Progressiver zieht das Neue dem Alten vor, auch wenn das Neue erkennbar schlechter ist.

So doof kann niemand sein. Oder? Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Vielleicht klärt mich die Zeit in ihrer Titelgeschichte auf. Muss sie nur noch lesen. Morgen. Nach der Kolumne.

Veröffentlicht von gw am 22. März 2018 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Donnerstag, 22. März, 18.50 Uhr

Sonntag, 18. März, 6.40 Uhr

Draußen frische Schneedecke, es schneit und ist saukalt. Gehe gar nicht erst zum Briefkasten, der motorisierte FAS-Bote war noch nicht da. Kommt auch sicher so schnell nicht. Nur eine winzige Spur zu sehen, sie führt zur Katzenklappe. Zurück von der Jagd. Oder Jagd abgebrochen. Fallen heute die regionalen Fußballspiele aus? Ich wollte/will doch erstmals seit Jahren live dabei sein, Derby meiner beiden Heimatstädte. Gießen gegen Wetzlar, kein Verhältnis wie Frankfurt/Offenbach, sondern gar kein Verhältnis. Als trennte beide ein eiserner Vorhang.

Ich durchforste die Meldungen der Nacht. Bei Bild online schlafen sie wohl noch, sonst ließen sie Putin die Russenpeitsche schwingen und uns mit Schneekanonen beschießen. Dafür die hübsche Schlagzeile, dass Gladbachs Manager Eberl den Hoffenheimer Trainer Nagelsmann beschimpft: „Du kleiner Pisser.“ Eberl ist 1,74 m, Nagelsmann 1,90.

Bei dpa wird ein Theologe 90 und in Passau ein Dackelmuseum eröffnet. Dieser Satz ist, glaube ich,  ein Zeugma. Ein Joch, unter das ein Verb zwei Objekte zwingt.

Bei dem Kirchenmann, früher Freund, danach Gegner vom deutschen Papa Benedikt, denke ich immer an die Geschichte, dass er einmal rückwärts auf der Autobahn gefahren sein soll, weil er eine Ausfahrt verpasst hatte. Polizisten, die ihn stoppten, soll er ohne Unrechtsbewusstsein gesagt haben, er müsse zu einem wichtigen Termin. Gottes Wille bricht StVO.

Paralympics enden. Ich warte auf den behinderten Sportler, der das sagt, was ich gerne sagen würde. So in die Richtung: Abwertung durch Überbewertung. Ähnlich wie der „positive Rassismus“, von dem eine schwarze deutsche Hochspringerin sprach, die sich in der Schule Dinge leisten konnte, für die andere bestraft oder schlecht benotet wurden, was sich die Lehrer bei ihr nicht trauten. Weil  befangen. Angst vor Rassismus-Vorwurf.

Auch der Anti-Rassismus-Spieltag in der Bundesliga gehört zum Befangenheits-Komplex. Worte, nichts als Worte, die denen, die sie aussprechen, wohltun und die, an die sie gerichtet sind, nicht erreichen. Wohlfeile Worte. Kein Vergleich zur schwarzen Faust von Tommie Smith. Die fällt mir ein, weil er kürzlich in Dresden einen Preis bekommen hat. Kaum jemand hat’s mitbekommen. Smith und Carlos hatten es nach ihrer Aktion in den USA schwer. Ach, da fällt mir …

Nein, Breaking News: Der Streuwagen rauscht vorüber. Bravo, Jungs! Sind ja wohl Jungs. So weit geht die Emanzipation nun doch nicht

… Jesse Owens ein. Seine Kritik an den beiden, wie von einem weißen alten Redneck. Oder das Transparent am Gießener Stadttheater: „Garantiert ausländerfreundlich“. Oder die Vorgäner-Aktion in der Bundesliga, fünf Minuten ohne Rechtsaußen zu spielen. Was sehr apart war, denn es folgten 85 Minuten mit Rechtsaußen. Conclusio von Matthias Beltz: „Auch der Ausländer hat ein Recht darauf, ein Arschloch zu sein.“

Vor ein paar Tagen schrieb ich im Blog über den ersten Storch der Saison, den ich in der Lahnaue gesehen habe. Der arme Kerl. Was macht er heute bloß? Zurückfliegen ist keine Option.

So. Das war’s an dieser Stelle. Montagsthemen folgen. Blog vorher noch einmal nachgelesen. Im Flow geschrieben, liest er sich so, wie sich die Montagsthemen-Kolumne lesen sollte, ungezwungen, leicht und locker von einem Thema zum anderen springend. Wie im Training. Die Zeitungs-Kolumne ist der Wettkampf. Hoffentlich verkrampfe ich nicht. Oder verkacke ihn gar, so wie früher als Sportler. Vorteil Trainings-Blog und Wettkampf-Kolumne: Die Leistung vom Training kann im Wettkampf kopiert werden. Copy and paste heißt das heutzutage, glaube ich. Beziehungsweise auf meinem Laptop: „Strg A“. Ich glaube, diese Taste kommt heute wieder mal zum Einsatz. Aber vorher: KKKK.

 

Veröffentlicht von gw am 18. März 2018 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Sonntag, 18. März, 6.40 Uhr

Ungetwittert

Der Islam gehört/gehört nicht zu Deutschland. In beiden Versionen ein Nonsens-Satz.

Veröffentlicht von gw am 16. März 2018 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Ungetwittert

Baumhausbeichte - Novelle