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Ohne weitere Worte (vom 13. Februar)

»Es ist nicht so, dass man als Jugendliche sagt, ich werd mal Olympiasiegerin. Man muss seine Gaben entwickeln. Man muss sich nach oben arbeiten, auch in der eigenen Wahrnehmung.« (Viktoria Rebensburg im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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… Dahlmeier, die bereits als Sechsjährige ins Poesiealbum einer Freundin als einen Berufswunsch Olympiasiegerin schrieb. (Stern)
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Die Siegerehrung bei Olympia habe sie schon in ihrem Kinderzimmer geübt, »ich hab’ auf meinem Stockbett gestanden und gejubelt«, verriet sie. (Süddeutsche Zeitung über Laura Dahlmeiers frühen Berufswunsch)
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Claudia Pechstein kann nicht anders, sie macht sich entweder Freunde oder Feinde. Coach Peter Müller (…): »Ich habe das Glück gehabt, in meinem Leben viele Supersportler trainiert zu haben.« Sie seien alle ziemlich empfindlich gewesen. »Sie sind schnell auf der Kippe zwischen Superstar und Arschloch.« (Markus Völker in der taz)
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Müller (…) ist Kosmopolit – und einer, der auch einen frühen Beitrag zur MeToo-Debatte geleistet hat. Vor neun Jahren wurde er von den Norwegern gefeuert, weil er die Läuferin Maren Haugli allzu schlüpfrig angegangen haben soll. Müller ist in der Szene durchaus bekannt für kleinere Grenzüberschreitungen. (Völker/taz)
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»Ich bin (…) in den sechziger Jahren in Berlin-Mitte aufgewachsen. (…) Ich hatte ganz elende Schlittschuhe, das waren Kufen, die man mit einem Schlüssel an die Stiefel schrauben musste. Und wenn man umknickte, riss manchmal auch die Sohle ab. Ich habe als Kind immer davon geträumt, mal richtige Schlittschuhe zu bekommen.« (Ulrike Krumbiegel, die in ihrem neuen Film »Die Anfängerin« eine Frau spielt, die mit 58 Jahren mit dem Eislaufen anfängt, im FAS-Interview)
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Anfang der neunziger Jahre hatte das IOC noch den Takt erhöht. Winterspiele fanden nicht mehr im Jahr der Sommerspiele statt, sondern alternierend: zwei Jahre so, zwei Jahre so. (…) Das IOC wollte mit Winterspielen, die im gleichen Jahr wie die Fußball-WM stattfinden, die Konkurrenz des Fußballweltverbands schwächen. Nicht die Fifa sollte den großen Batzen an Fernsehgeldern einstreichen, sondern das IOC, war der Plan. Der ist nicht aufgegangen. (Martin Krauß in der taz)
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»Eine olympische Medaille hatte früher einen unglaublichen ideellen Wert. Dieser Glanz verblasst. Das liegt auch am aufgeblähten olympischen Programm. Ständig wird aufgestockt: Hier noch ein Team-Event, da noch ein Doppelsitzer beim Rodeln und eine Mixed-Staffel. Als nächstes machen wir Langlauf mit langen und halb so langen Skiern.« (Felix Neureuther im SZ-Interview)
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»Ich bin nicht der Typ, der überall präsent sein muss.«, sagt er. Nach dem Zieleinlauf gleich vor der Kamera zu stehen, wie das heute üblich ist, »das kann ich mir nicht vorstellen«. (Franz Keller, 1968 Olympiasieger in der Nordischen Kombination, in einem Text von Bernd Steinle im FAZ-Magazin)
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»Als kleiner Junge hatte ich wegen meines Nachnamens viel zu leiden. Kinder entwickeln schmerzhafte Fantasien und können sehr gemein sein. (Willy Kuhweide, Segel-Olympiasieger 1964, im Welt-Interview)
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»Wenn die gleichen Leute erst den Kommerz rügen, behaupten, das System sei krank, die Millionen für Neymar zu viel und sechs Monate später sagen: Aber Liverpool gegen ManCity ist schon geil anzusehen, dann beginnt für mich die Selbstlüge.« (DFL-Boss Christian Seifert in einem Zeit-Text von Cathrin Gilbert)
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Allerdings ist es schon beachtlich, was für Skandale immer wieder aufgedeckt werden. (…) Ich warte auf den Tag, an dem enthüllt wird, dass die Deutschen älter werden und die Plätze in Pflege- wie Seniorenheimen knapp. (…) Womöglich kommt dann auch raus, dass die Fußball-WM ohne Holland und Italien stattfindet, Bayern München schon wieder Meister ist und Deutschland keine Regierung hat. (Bettina Weiguny in ihrer FAS-Kolumne)
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Sie, Sven Hannawald und (Richard) Freitag kamen im selben Krankenhaus zur Welt. Eine Laune des Schicksals, oder wurde Ihnen allen da womöglich schon die Begeisterung fürs Skispringen in die Wiege gelegt? – »Stimmt. Da lässt sich in der Tat viel reininterpretieren.« (Jens Weißflog im FAZ-Interview)
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Sie waren ja nicht nur Eisläuferin, sondern auch Sexsymbol. – »Waren? Wieso waren?« (Katarina Witt im Welt-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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