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Ohne weitere Worte (vom 23. Januar)

80. Ein Spiel würde dem Spiel gut tun. (aus dem Liveticker HSV – Köln des Fußball-Magazins 11Freunde)
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»Ich würde Ihnen gerne meinen ersten Profivertrag zeigen, aus der Saison 1964/65. Monatsverdienst: 160 deutsche Mark! Schade, dass ich den nicht mehr habe. Sonst würde ich den bei uns in die Kabine hängen. Dann bekämen die Spieler alle einen Lachkrampf, dass sie nicht mehr trainieren könnten.« (Jupp Heynckes im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Wenn du in der Nachspielzeit das 1:0 schießt, rennst du in den Mittelkreis und explodierst. Diese Gefühle habe ich nicht, wenn wir besonderes viel Kochschinken verkaufen. Da renne ich nicht an die Kasse, und wir tanzen Polonaise.« (Holger Stanislawski, Ex-Fußballer, Trainer und heute Chef eines Supermarkts, im Interview der Süddeutschen Zeitung über emotionale Unterschiede in seinen Jobs)
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Echte Liebe! Das ist der Dortmunder Werbeslogan, und als Beleg, dass er nichts als eine Farce ist, reichen vier Namen: Götze, Mchitarjan, Dembele, Aubameyang. Spieler mit Zwischenstation Dortmund auf der Reise durch die Finanzwelt des Fußballs, die mit echter Liebe so viel zu tun hat wie ein giftgrüner Lambo mit einem rostbraunen Käfer. (Michael Eder in der FAS-Kolumne »Schluss für heute«)
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Nach dem Triple-Sieg hatten Sie bestimmt leicht verbesserte Angebote. – »Jede Menge. Abramowitsch wollte zu mir nach Hause kommen. Ich sagte: Nein, danke, ich mache nichts mehr. Der Chef von PSG wollte sogar mit seiner ganzen Truppe zu mir auf den Bauernhof kommen, mit Köchen, die dann bei mir kochen sollten.« (Heynckes/FAS)
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Rodschenkow ist als Kronzeuge mittlerweile nach Los Angeles geflüchtet, weil er in Russland um seine Sicherheit fürchtet. – »Auch das kann ich mir vorstellen. Zwei seiner Kollegen sollen an plötzlichem Herztod gestorben sein.« (Wolfgang Pichler, deutscher Ex-Trainer des russischen Biathlon-Teams, im Zeit-Interview)
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»Man sollte bei allem nicht vergessen, dass der Hauptzeuge auch einer der Hauptverbrecher war und dass die Beweise dünn sind.« (Pichler/Zeit über den ehemaligen Chef des russischen Doping-Kontrolllabors Rodschenkow)
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Es gibt einige, die regelrecht Schiss vor ihr (Anm.: Claudia Pechstein) und vor allem vor ihrem Lebensgefährten Matthias Große haben. (…) Sie drängen Konkurrentinnen ins Abseits, schüchtern Journalisten und sogar Politiker ein – und kommen damit durch in der Welt des Sportbunds, weswegen Große, ein Typ mit dem Gehabe eines Türstehers, auch mit DOSB-Akkreditierung nach Südkorea reisen darf. Wenn sich jemand derart aufmandelt, dann kuscht der deutsche Biedermann. (Markus Völker in der taz)
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2218 Rekruten, die im vergangenen Jahr bei der Bundeswehr ihren Dienst antraten, (…) waren (…) noch keine 18. Nach einer Definition der Unicef handelt es sich dann um Kindersoldaten. (…) Übrigens waren auch 448 Frauen dabei. Offenbar zieht nicht nur der »Islamische Staat« Mädchen an, sondern auch der demokratische. (Jakob Augstein im Spiegel)
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»Wir sind aufgewachsen in dem Glauben, dass die Gesellschaft sich weiterentwickelt, von der Urgesellschaft, Sklavenhaltergesellschaft, Feudalismus, Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus. (…) Das Feld, das ist Volkseigentum, da tritt man nicht rein. Die Maschinen gehören allen. Erschien mir als Kind logisch, wer ist schon so blöde und kauft sich einen Mähdrescher.« (Rammstein-Keyboarder Christian »Flake« Lorenz, im SZ-Interview)
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Radfahrerin schlägt Frau mit Baby (Schlagzeile aus dem Hamburger Abendblatt, gelesen im Spiegel-»Hohlspiegel«) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle