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Ohne weitere Worte (vom 9. Januar)

Einen (…) Vorteil vor der WM hat der deutsche Fußball (…) verramscht: die Winterpause. (…) Zur Erinnerung: Das WM-Finale hat Deutschland in der Verlängerung gewonnen. Auch, weil das Team noch zulegen konnte. (…) Die Bundesliga (hätte) die einzige europäische Topliga bleiben können, die sich eine Winterpause gönnt. Sie hätte damit die Chance auf den WM-Titel gesteigert. So aber sprang bei den Fernsehverträgen mehr raus. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über die aus kommerziellem Grund verkürzte Pause)
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Von der Notwendigkeit des Gegenpressings zu überzeugen dürfte schwierig sein. Ist das nicht gegen die Natur eines Fußballers? Wenn man den Ball verloren hat, rennt man doch nach hinten, um sein Tor zu verteidigen. Und nicht nach vorn. – »Also, mein kleiner Sohn ist jetzt drei Jahre alt. Wenn er den Ball verliert, will er ihn sofort wiederhaben.« (Augsburgs Trainer Manuel Baum im Zeit-Interview)
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»Ich glaube, dass es die Spieler gewesen sind, die alles in die Hand genommen haben. (…) Sie wollten, dass er (Anm.: Ancelotti) rausfliegt. Und um zu zeigen, dass Heynckes der Richtige ist, geben sie alles.« (Italiens Meistertrainer Fabio Capello bei Sky, zitiert in der Welt)
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Pep Guardiola (…), über dessen Größe auch noch gestritten werden darf: Wer in Barcelona und München arbeitet, der wird zwangsläufig Meister, wer Manchester City mit rund einer halben Milliarde aufpimpt, kann es letztlich auch nicht mehr verhindern. (Frank Lußem im Kicker)
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Jahrzehntelang wurden ehemalige Profis häufig Trainer, Manager, Experte, Kioskbesitzer oder Alkoholiker. (…) In den vergangenen Jahren sind jedoch viele kreativer geworden. Marcel Jansen verkauft Kompressionsstrümpfe, Maximilian Beister (…) erfand den Snaxcup, einen Becher mit aufgesetztem Teller. (…) Lukas Podolski (eröffnet) in Köln, wo er bereits eine Eisdiele und einen Klamottenladen betreibt (…), einen Döner-Imbiss. (Benedikt Warmbrunn in der Süddeutschen Zeitung)
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Wenn du schlecht trainiert hast, hat der Trainer gesagt: Zoran, ich sehe dich schon als Tennistrainer in Deutschland! Das war die schlimmste Beleidigung, die man sich vorstellen konnte. (Zoran Petkovic aus Bosnien in einem Beitrag für die FAS; Petkovic ist seit 26 Jahren Tennistrainer in Deutschland)
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»Dirk hat gezeigt, dass Basketball ein Mannschaftssport ist und kein Egotrip wie bei 100 Meter geradeaus und anderen Einzelsportarten.« (Nowitzki-Mentor Holger Geschwindner im FAS-Interview)
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»Ich habe in der aktuellen Medienlandschaft das Gefühl, dass manchen Zeitungen 100 wütende Leser lieber sind als 60, die sich informiert fühlen.« (Arnd Zeigler, Journalist, Stadionsprecher und Autor, im Kicker-Interview)
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»Ich bin jedenfalls froh, dass ich weder Politiker noch Journalist geworden bin. (…) Die Versuchung, Lärm zu machen, wird größer als der Wunsch, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Der Druck, Dinge fragen zu müssen, die man nicht fragen will, wird größer als die journalistische Ethik.« (Hugh Jackman, Schauspieler und examinierter Journalismus-Student, im SZ-Interview)
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»Ich möchte endlich mit dem Nägelkauen aufhören! Zu 70 Prozent habe ich es schon geschafft, aber wenn ich daheim auf der Couch sitze und ein Radrennen schaue, bin ich so aufgeregt, dass ich meine Vorsätze vergesse.« (guter Vorsatz des belgischen Sängers Helmut Lotti für 2018, geäußert in der Bunten, zitiert in der FAS)
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»Es gibt zwei Toiletten im Archiv (…), die wurden gegendert, es gibt nun keine Herren- und keine Damentoiletten mehr. Jetzt regen sich die Frauen auf, weil beide Toiletten unsauber sind.« (Klaus Farin, »linker und langhaariger Experte für Pop- und Jugendkultur«, zitiert in der SZ)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle