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Sonntag, 31. Dezember, 6.45 Uhr

Posarikó. Das “s” wie englisches “th” gesprochen. Ein griechischer Brauch, als Gast an Neujahr mit dem rechten Bein voraus in die Wohnung zu kommen. Wie ich bei Ihnen … wie ich? … ja is denn heut scho Neujahr? Sonntag ist, Silvester, und ich habe gerade zu früh das erste Blatt vom griechischen Sprachkalender abgerissen. Ich nehme es als gutes Omen. Schlechte Omen können wir nicht gebrauchen.

Also noch mal: Heute ist Sonntag, schon mit Neujahrsgefühlen, aber noch 2017. In den Meldungen der Nacht ruft Merkel zu mehr Zusammenhalt auf, und Lindner schließt Zusammenarbeit mit der AfD aus. Die üblichen Rituale. Für Aha!-und Och-sowas!?-Momente sorgt nur die Rubrik Vermischtes. Diebin bleibt mit Mountainbike im Kellerfenster stecken. Ebenfalls im Keller: Elektriker erwürgt sich im Porno-Raumschiff. Das interessiert mich, ich klicke bei Bild online rein und erfahre: Der Mann hat seinen Hobbykeller zu einem Raumschiff ausgebaut, als nackischer Käpt’n Kirk  in seinem Chefsessel Pornos geguckt und sich dabei mit Schrauben, Fesseln, Ketten und Knebeln einen zusätzlichen Kick gegeben, an dem erstickt ist. Sachen gibt’s. Echt außerirdisch. Na ja, klingt nur aus der Ferne witzig. Gefunden hat ihn die Mutter, die nichtsahnend nach ihm suchte. Die arme Frau.

Das Ziegen-Problem zieht auch im neuen Matthäus-Gewand. Nach dem Frühmorgenblog werde ich zwei Erklärungen in die Mailbox stellen. Aber ich fürchte, die einzige Erklärung, die Skeptiker überzeugen könnte, dauert denen zu lange: Sie sollten ganz einfach tausend Mal die Situation nachspielen und nachstellen, dann werden sie sehen, dass der Wechsel sich lohnt. Ob sich der Jahreswechsel lohnt, steht auf einem anderen Blatt.

Ein Thema, das ich am Samstag platzmäßig nicht untergekriegt habe: Missbrauch im Sport. Nach meinem Gefühl viel verbreiteter als das, was derzeit durchs globale Dorf getrieben wird. Machtstellung auf eklige Art ausnutzen, und nicht nur das, sondern sie auch als Erfolgsrezept einsetzen, war schon sehr früh ein Thema in meinen Kolumnen. Wie war das noch? Vier Handicaps von “normalen” Frauen im Leistungssport, eins davon ist … ich krieg’s im Frühmorgensflow nicht auf die Reihe, schaue nachher im Archiv nach, für die Montagsthemen, die ich ja dienstags nicht mehr Montagsthemen nennen will. Vielleicht “Montags-+1-Themen”?

Außerdem auf dem Zettel: Boris’ Fake selbstironisch? / Fischers Rangeschleime an den korrekten Zeitgeist / Streich und das Wort “Gier”, dazu Adenauerisches von Klopp … das war’s, bis jetzt. Zu schreiben aber noch heute, denn morgen mach ich bei ihnen nicht das Posarikó. Neujahr ist Ruhetag. Halten Sie die Ohren steif! Nur die Ohren. Vor allem im Hobbykeller. Beam me up, Scotty!

 

Baumhausbeichte - Novelle