Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne 2017 weitere Worte (vom 27. Dezember)

Ganz Deutschland diskutiert über den so genannten Bayern-Dusel. (…) Ein weiterer perfider Trick der Münchner: Sie schießen in neun von zehn Spielen einfach mehr Tore als der Gegner, so kommt der Großteil ihrer so genannten »Siege« zustande. Fairplay sieht anders aus. (»Zippert zappt« in der Welt)
*
Sie sind 28 Jahre alt und haben noch kein Länderspiel absolviert. – »Das ist doch nicht ungewöhnlich. Es gibt mehrere Achtundzwanzigjährige ohne Länderspiel.« (Lars Stindl im FAS-Interview)
*
»Putin isst gerne Bratwurst, was ihn mir persönlich sympathisch macht.« (Uli Hoeneß, Bratwurst-Hersteller, in Sport-Bild)
*
»Mein Gefühl sagte mir einfach, Uli Hoeneß ist so sehr voller Tatendrang, da ist, erst mal, kein Platz für mich.« (Philipp Lahm im Zeit-Interview zur Absage an den FC Bayern)
*
Was spricht dagegen, wenn künftig ein DFB-Pokalfinale statt in Berlin auch einmal in Shanghai ausgetragen würde?« (Adidas-Boss Kasper Rorstedt im SZ-Interview)
*
Wären Sie heute ein Weltstar wie Toni Kroos? – »Nicht nur heute wäre ich ein Weltstar.«(Uli Stielike im Kicker-Interview)
*
Hat Hoffenheim Sie noch mal zu einem anderen, besseren Fußballer gemacht? – (…) »Nein, ich habe Hoffenheim zu einer besseren Mannschaft gemacht.« (Sandro Wagner in der FAZ)
*
Wir (…) durften vor ein paar Jahren einmal in Paris zwei Fragen an den damaligen PSG-Stürmer Zlatan Ibrahimovic richten. Erste Frage: »Haben Sie einen Lieblingsklub?« Zlatans Antwort: »Nein, aber ich mag Bayern München!« Dann fragte Ibrahimovic unseren vollbärtigen Redakteur neugierig: »Sie sehen so finnisch aus. Sind Sie Finne?« Dieser verneinte. Und dann war die Zeit auch schon um. (Philipp Köster, Chefredakteur des Fußballmagazins 11Freunde, in der Neuen Zürcher Zeitung)
*
Das ist der schöne neue Fußball, ein glitzerndes und zugleich grausig ödes Paralleluniversum, das nur noch selten mit der Realität kollidiert. So wie neulich, als wieder einmal das Gerücht die Runde machte, Zlatan Ibrahimovic verhandle mit dem FC Bayern ernsthaft über einen Wechsel. Die einzige Quelle war das Gespräch mit uns vor sieben Jahren. (Köster/NZZ)
*
Ein halbes Jahr nach den Olympischen Sommerspielen sah das Maracana wie eine Ruine aus. (…) Mario Götze, der an diesem Ort (…) zumindest für diesen einen Augenblick besser war als Messi (…), erging es seither aber auch nicht viel anders als dem Endspielstadion. (Boris Hermann in der SZ)
*
Er (…) erzählt, wie er sich für den Schmerz des Spurts präpariert. Er verbiete sich zu jammern, indem er an seine Großväter denkt, die im Zweiten Weltkrieg Jugend und Gesundheit opferten. (…) »Denk dran, was deine Großväter gegeben haben, um zu überleben«, sage er sich vor schweren Läufen. (Michael Reinsch in der FAZ über 1500-m-Meister Timo Benitz)
*
»Also fuhr ich (…) mit dem Motorrad nach Leipzig, um die Atmosphäre der Stadt einzuatmen. (…) Ich ging mit meinen Motorradklamotten in Cafés und auch zu anderen Plätzen. Keiner erkannte mich, ich sah aus wie ein Easy Rider. Die Menschen dort waren total nett und offen. (…) Da stand für mich fest: Ich ziehe das jetzt durch.« (Red-Bull-Eigner Dietrich Mateschitz, 73, im Sport-Bild-Interview)
*
»Leider bin ich nie auf einer Tartanbahn gelaufen. Auf Asche – so arrogant bin ich – hätte Bolt keine Chance gehabt. Allein durch seine Größe und sein Gewicht.« (Ex-Weltrekordler Armin Hary, 80, in der Welt am Sonntag)
*
»Fußball ist ein teures und unglücklich verlaufendes Hobby, das ich mir einfach leiste. Alle anderen Engagements sind seriös.« (HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne im Spiegel-Interview)
*
»Vielleicht ist 18 Uhr eine gute Zeit für Amateurvereine, da sind sie wieder nüchtern und noch nicht wieder besoffen.« (Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann über die Probleme der neuen Bundesliga-Anstoßzeiten für die Amateurvereine, zitiert in der Bild-Zeitung)
*
»Ich freue mich auf die Bezirksliga. Sonst pfeife ich Kreisliga, da spielen ja oft Leute, die keinen Fußball mehr spielen sollten. Manche sind noch betrunken vom Vorabend und trinken direkt weiter. Aber ich pfeife alles.« (Alexander Tiemann, Schiedsrichter, in der FAS)
*
»Irgendwann kommt für viele das böse Erwachen. Man ist unqualifiziert für das zweite Leben. (…) Ich kenne Ehemalige, die sind inzwischen Sozialfälle. Aber die wollen sich das nicht eingestehen, die sagen auch noch mit Fünfzig: Ich bin Fußballer.« (Ex-Nationalspieler Knut Reinhardt, Grundschullehrer, im FR-Interview)
*
Für Heynckes ist es durchaus von Vorteil, dass ihm das Malheur nicht während einer Asienreise des FC Bayern passiert ist. Medizinisch ist das zwar unsinnig, aber in Japan gilt Nasenbluten als kulturelle Chiffre für Lüsternheit und starke Triebe. (Werner Bartens in der SZ über den Bayern-Trainer, dem während des Pokalspiels in Leipzig die Nase blutete)
*
An wie viele Abstiege mit dem FC Köln können Sie sich erinnern? – »Insgesamt waren es fünf, ich erinnere mich an keinen einzigen. (…) Emotional habe ich sie verdrängt.« (Toni Schumacher im FAS-Interview)
*
»Ich mochte Sex nie. Das Körperliche schon, aber dieses Rammeln … scheußlich!« (Ingrid Steeger, 70, im Bild-Interview)
*
»Wenn ich mit ihm über unsere Probleme reden wollte, hieß es: ›Ich hatte heute schon meine Konferenz.‹« (Heide Sommer, Sekretärin berühmter Männer, im SZ-Magazin über Ex-Ehemann und Zeit-Herausgeber Theo Sommer)
*
So viel emotionale Achterbahnfahrt sahen wir zuletzt auf dem Rummelplatz-Ausflug der örtlichen Nervenheilanstalt, ein Derby, das Verrückte macht. (…) Dieses 4:4 macht für kurze Zeit die ganze Kommerzkacke und die 100-Euro-Tickets, die Fifa, die WM und 200-Millionen-Transfers vergessen, deshalb dafür an alle Beteiligten ein fettes: Danke, Fußball. (aus dem Liveticker des Fußballmagazins 11Freunde zum Revier-Derby BVB – Schalke) (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle