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Sonntag, 17. Dezember, 11.30 Uhr

Wieder eine Wende rückwärts: Montagsthemen geschrieben und online gestellt, aber ab sofort wieder nur unter “gw-Beiträge Anstoß”, damit “Blog – Sport, Gott und die Welt” wieder nur als reiner/s Blog zu lesen ist, ohne Mails und ohne die Zeitungskolumnen und wieder öfter mit dem Hinweis für Späthinzulesende: siehe Links rechts.

Den Satz noch mal gelesen und gemerkt, dass er so unflott geschrieben ist wie die gesamte Website wirkt. Liegt daran, dass sie ein uraltes Design hat, nicht aufgemotzt wird, weil von mir als “Unter uns”-Blog beabsichtigt und noch von keinen Modernisierungsversuchen erfasst wurde, da werbefrei und unabhängig von Klick-Zahlen. Im Gegenteil: Würde ich erfahren, dass die Klick-Zahlen steil ansteigen, könnte ich den Blog bei weitem nicht mehr so aus der Lameng schreiben wie bisher.

Zum zweiten Mal “Lameng”. Gibt es das Wort überhaupt? Sagt es dem Leser etwas? Fragen, die beim Blogschreiben keine Rolle spielen. Und das ist auch gut so.

Eine Konsequenz des Älterwerdens scheint Bedenkenhuberei zu sein. Früher schrub ich, schreibte ich, schrieb ich auch in der Kolumne viel bedenkenloser, frei nach Rudi Carrell, der für einen guten Gag seine Oma verraten hätte. Einmal sagte er, die beste Bild-Schlagzeile wäre “Deutscher Schäferhund leckt Inge Meysel den Brustkrebs weg”. Da zuckte sogar ich damals etwas und zucke ich heute sehr zusammen.

Ich sage es, weil: Gerade der Besten von allen, die am eigenen Artikel für morgen schreibt (Hessischer Ehrenamtspreis für Gießener Ziegen! Tolle Sache, natürlich noch toller geschrieben) den Schluss der Montagsthemen zu lesen gegeben (der vorherige Rest, nur Fußball, wäre für sie masochistische Quälerei). Sie möge mir sagen, ob die Spöttelei  fromme Herzen verletzen könnte. Auf diese Idee wäre ich früher nicht gekommen. Zum Glück gab es die Freigabe von meiner höchsten Zensurstelle.

Ich hätte auch gerne ein paar Sätze zu “Evidenz und Unwahrheit” geschrieben, einem Text von Peter Körte im FAS-Feuilleton über “Der Videobeweis im Fußball wie die Bilder der Überwachungskameras zeigen, dass man nur sieht, was man will”. Sehr guter Text. Ihm würde aber die Grundlage und die Evidenz fehlen, wenn es nicht um den (mein Kenntnisstand: nicht existenten) Videobeweis ginge, sondern um “meine” Video-Hilfe für den Schiedsrichter (mein Kenntnisstand: als solche die Video-Überwachung auch konzipiert ist, woran es aber in der Umsetzung hapert).

Mensch Kerle, wie ich hier vor mich hin holpere. Erlaubt nur, weil’s “nur” Blog ist. Da mache ich lieber Schluss und versuche morgen, ein paar Zitate sinnerhaltend komprimiert in die “Ohne weitere Worte”-Kolumne einzubauen. Schönen Sonntag allerseits!

 

Baumhausbeichte - Novelle