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Montagsthemen (vom 18. Dezember)

Das Tor von Pulisic, ein Déjà-vu-Erlebnis. Nur – wann schon einmal gesehen? Dann macht es »Klick«: Wie das Götze-Tor, nur von der anderen Seite. Ballannahme und Einklinken, Fußball vom Feinsten. Marke »ff«. Feines Füßchen.
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Unfein, wie Veh gegen Stöger nachtritt. Der habe die Mannschaft körperlich in schlechtem Zustand hinterlassen. Schon oft gehört. Von einem Neuen, wenn der Alte weg ist. Immer unsouverän, immer armselig. Und jetzt ausgerechnet von Veh! Wir erinnern uns an den körperlichen Zustand der Eintracht, damals …
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… und ziehen das Käppi vor Stöger. Dessen souveräne Reaktion: »Wenn er das so bewertet, muss ich mich entschuldigen, dass ich den Verein so übergeben habe. Ich schicke Grüße nach Köln: Es tut mir leid!« – Touché! Elegant mit dem Florett, nicht mit der Doof-Keule.
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Natürlich Naldo. Erst das 4:4, jetzt das 2:2. Nach den üblichen IQ-Tests (»Vervollständigen Sie die Zahlenreihe«) schießt er beim nächsten Mal das späte Tor zum 0:0-Ausgleich. Sogar noch nach dem Abpfiff. Nichts ist unmöglich.
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Schade für die Eintracht, aber kein Grund, sich nicht zu freuen. Eine Sekunde vor Naldo stand Frankfurt auf Platz drei. So nahe wird sie der Champions League zwar nicht mehr kommen, aber diese Hinrunde ist aller Ehren wert. Der unerwartete Erfolg hat Väter (Kovac, Bobic) und Söhne (Rebic, Gacinovic u.v.a.m.), und wenn man den Veh machen würde, könnte man noch den Namen eines Abwesenden hinzufügen, der jetzt beim HSV gebeutelt wird. Hat sein Abgang die Bremsen gelöst? Muss man sein Wirken in Frankfurt neu bewerten? Oder ist alles nur Zufall, also Fußball? Ich einige mich auf Letzteres. Aus Respekt vor Bruchhagen.
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Auch wer die Bayern nicht leiden mag, also halb Deutschland, hat sich mit der anderen Hälfte gefreut, als Ulreich den Elfmeter parierte. Gerechte Strafe für die VfB-Fans, die den Torwart 90 Minuten lang auspfiffen, weil er, nach einem halben Leben im VfB-Trikot, den Verein verlassen hatte. Eher musste, denn Ulreich wollte nicht wirklich gehen.
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»Nicht wirklich«? Da hat mich die im Deutschen grassierende englische Krankheit erwischt, diesmal durch das Virus »not really«. Aber immer noch besser, als den in diesen Tagen heimtückisch lauernden Erregern zum Opfer zu fallen. Symptome im Entenhausener Erikativ: Hust! Schnief! Nies!
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Über die Männergrippe wird ja viel gelästert. Zu recht. Diese Weicheier! Bei mir sind es immer mindestens schwere Lungenentzündungen, die ich mannhaft und klaglos ertrage. Sogar lungenentzündet und bei Temperaturen nahe dem Nullpunkt trotze ich frühmorgens den arktischen Unbilden und füttere die Vögel. Danach immer das gleiche Bild: Erst pickt sich eine Amsel, satt, dick und fett im Futterhäuschen sitzend, den Bauch voll, stoisch alle Anflugversuche der Meisen aussitzend. Die kommen erst später dran, picken nur ein Körnchen, fliegen weg, kommen wieder, picken ein Körnchen. Mensch, habt ihr eine Meise!? Das verbraucht doch mehr Kalorien, als ihr picken könnt!
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Was durchaus etwas mit Sport zu tun hat. Beziehungsweise mit Fitness und Abnehmen. Denn alle guten Ratschläge sind in einem buchstäblich geflügelten Wort zusammenfassbar, frei nach Shakespeare: Es muss die Meise sein und nicht die Amsel! Oder, um beim Geflügel und einem uralten gw-Tipp zu bleiben: Mehr Output als Input durch Put-Put (als Synonym für .. Sie wissen schon). Denn ein guter Hahn, immer auf dem Sprung, wird selten fett. Seriöse Fachleute sprechen auch von »negativer Energiebilanz«.
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Noch ein Wort zum Montag: Jetzt kommen die Tage, an denen die Einsamen unter ihrer Einsamkeit mehr leiden als sonst und die nicht Einsamen gerne etwas einsamer wären. Allen stehen die Kirchen offen, »sei es, um sie sich anzuschauen oder an diesem besonderen Ort das Herz für Gott zu öffnen. Die Kirche ist deshalb regelmäßig geöffnet …«, verkündet eine kleine mittelhessische Gemeinde als frohe Botschaft, »… zu folgenden Zeiten: dienstags von 9.30 bis 12.00 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 15.00 Uhr.«
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Anderes Angebot: »Rhythmische Sitzgymnastik für Senioren/innen.« Am Älterwerden  schreckt mich wenig. Aber gäbe es Teilnahmepflicht an rhythmischer Sitzgymnastik, würde ich Kirchenasyl suchen. Leider nur dienstags von 9.30 bis 12.00 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 15.00 Uhr.
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Bitte nicht böse sein, liebe Gemeinde! Sarkasten wie ich bevölkern am nächsten Sonntag die Gottesdienste, nehmen fleißigen Gläubigen die sonst so leeren Plätze weg, beten das Vater unser (dem Papst trotzend),  singen gerührt  mit und bereuen Spott und Hohn. Wie:  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle