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Ohne weitere Worte (vom 12. Dezember)

Dortmund holt 3-Punkte-Trainer Peter Stöger von Fast-sicher-Absteiger Köln, um die eigene Saison zu retten. Ja sind die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc jetzt verrückt geworden? (Michael Makus/Bild online)
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Sind sie nicht! Stöger ist nach der Entlassung von Emotionslos-Trainer Peter Bosz die bestmögliche Krisen-Lösung, die in dieser Situation auf dem Markt verfügbar war. Besser als Veh. Innovativer als Labbadia, Slomka und Co. (Makus/Bild online)
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»Wir haben viel Fußball gespielt. Auf Beton, in Käfigen. Ich war meistens der Kleinste, da muss man Ideen entwickeln, um sich gegen körperlich überlegene und ältere Jungs durchzusetzen. Man lernt dort schon, wie das Leben letzten Endes abgeht.« (Niko Kovac im Interview der Frankfurter Allgem. Sonntagszeitung)
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Als Kleinkind versuchte mich mein Sohn frühmorgens aus dem Bett zu werfen, indem er sich über meinen Kopf beugte und in mein Ohr rief: »Steh auf, wenn du Schalker bist!« (Chefreporter Stefan Willeke im Zeit-Magazin über sein Leben als Schalke-Fan).
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Bekannt ist die Begebenheit, als van Gaal einmal vor der kompletten Mannschaft die Hosen herunterließ. – »Er wollte als Trainer demonstrieren, dass er die sprichwörtlichen ›Eier‹ habe.« (…) – War das cool oder eher ein »No Go«? – »Ich weiß nicht.« – Warum nicht? – »Ich habe nichts gesehen …« (Luca Toni im Kicker-Interview über seinen früheren Bayern-Trainer)
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Manchmal glaube ich, dass mich Fußball gar nicht richtig interessiert. (…) Ich will eigentlich nur, dass Schalke spielt. Und dass Schalke gewinnt. (Willeke/Zeit-Magazin)
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Reines Glück und pure Verzweiflung in der Unmittelbarkeit des erlebten Moments als Teil einer Gemeinschaft – das ist Fußball im Stadion. Fuchs (Anm.: »Freiburger Fußballdenker«): »Der Videobeweis als Gefühlsblocker ersten Ranges ist ein Anschlag auf die Unmittelbarkeit dieser Erfahrungen.« (Peter Unfried in der taz)
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»Das (Bundesministerium), das in Deutschland für den Spitzensport zuständig ist, (…), will mindestens ein Drittel mehr Medaillen. Die Leute (…) verstehen die Botschaft: Die brauchen keinen weiteren exakten Einsatzbefehl mehr von oben.« (Dopingforscher Perikles Simon im Spiegel-Interview)
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»Seit einigen Jahren fahren deutsche Sportler häufig ins Trainingslager nach Florida. Angeblich weil dort die Trainingsbedingungen so gut sind. Als ich das gehört habe, ist mir schlecht geworden. Denn dort kommt man seit Jahren leicht an IGF-1 heran, ein wachstumsförderndes Insulinhormon und gängiges Dopingmittel.« (Simon/Spiegel)
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Das einzig Unperfekte an Catherine Deneuve ist die Tatsache, dass sie einen Song mit Joe Cocker aufgenommen hat. Das ist, als ob Al Pacino als Wrestler gegen Hulk Hogan angetreten wäre. (Harald Martenstein in seiner Kolumne im Zeit-Magazin)
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(Manuel) Charr (Anm.: Boxweltmeister nach Version WBA) mit Schmeling zu vergleichen klang in etwa so, als würde man, sagen wir: Franz Beckenbauer mit Thorsten Legat vergleichen. (Michael Eder in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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»Heute sind die Intellektuellen so furchtbar ernst. Dabei ist ihr Humor wichtig. Ich kann nur deshalb keine Witze machen, weil ich selbst ja ein laufender Witz bin.« (Karl Lagerfeld im Interview des Zeit-Magazins)
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Hillary Clinton jettete durch die Welt wie ein Star, dabei sammelte sie Geld ein wie ein bulimisches Eichhörnchen das Popcorn auf dem Parkplatz des Autokinos. (Nils Minkmar im Spiegel über den Wahlkampf der letzten US-Präsidentschaftskandidatin)
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»Im Fußball wäre halblinks meine Position.« (Kinderbuch-Autor Paul Maar, Schöpfer des »Sams«, im Welt-Interview)
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»Ich bin sehr treu. Ich komme, was Freundschaft angeht, dem Imperativ meines Nachnamens sehr nahe.« (Schauspieler Moritz Bleibtreu im Zeit-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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